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Gaspreisbremse, Mietendeckel & günstige Lebensmittel – deshalb boomt Spaniens Wirtschaft

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Pedro Sánchez en Úbeda Madird im Hintergrund

Pedro Sánchez en Úbeda Quelle: PSOE

Michael Thaler Michael Thaler
in Good News, Internationales
Lesezeit:3 Minuten
14. Oktober 2024
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Während in Österreich das Wirtschaftswachstum nicht vom Fleck kommt und sogar in eine Rezession rutscht, boomt die spanische Wirtschaft. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Pedro Sánchez setzt im Unterschied zu Österreich auf staatliche Eingriffe in die Preise. Dadurch konnte die Inflation der letzten Jahre niedrig gehalten und die Wirtschaft angekurbelt werden. Mittlerweile ist Spanien ein Wirtschaftsmotor in der EU und wird laut Prognosen für das Jahr 2024 das höchste Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone haben.

Preiseingriffe als erfolgreiche Wirtschaftspolitik

Spanien gilt als eines der EU-Länder, das am besten durch Coronapandemie, Energiekrise und Teuerung gekommen ist. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre liegt weit über dem EU-Schnitt, laut Prognosen für das Jahr 2024 wird Spanien mit 2,4 – 2,7 % die stärkste Wachstumsrate der Eurozone haben. Anders als in Österreich griff die Regierung Sánchez nämlich während der Energiekrise in die Preise ein und konnte so die Inflation durchgängig niedrig halten. Vor allem durch einen Gaspreisdeckel und eine Mietpreisbremse konnten die Preise gedämpft werden. Zusätzlich wurde die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ausgesetzt und so die Teuerung abgefedert.

Einwanderung soll Spaniens Wohlstand sichern

Ein weiterer Grund für das hohe Wirtschaftswachstum ist die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte, insbesondere aus Lateinamerika, nach Spanien. Diese Zuwanderung hat den Mangel an Arbeitskräften in Bereichen wie Technologie und Gastgewerbe spürbar entschärft. Die neuen Einwanderungsbestimmungen sollen diese Entwicklung weiter fördern.

Denn während viele europäische Länder vor allem auf Abschottung setzen, geht Spanien mit seiner offenen Einwanderungspolitik einen anderen Weg. Mitte Oktober 2024 hat Sánchez seine Pläne im spanischen Parlament vorgestellt. Er betonte dabei, dass Einwanderung nicht nur eine Frage der Humanität, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes unverzichtbar ist:

„Sie ist auch notwendig für den Wohlstand unserer Wirtschaft und die Nachhaltigkeit des Wohlfahrtsstaates.“

Geplant ist eine leichtere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, die Einführung eines neuen Arbeitsmigrationsprogramms und die Reduzierung des bürokratischen Aufwands bei der Aufenthaltsgenehmigung. Parallel dazu intensiviert die Regierung in Integrationsmaßnahmen.

Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 15 Jahren

Gerade nach der Finanzkrise Ende der 2000er Jahre ist die Arbeitslosigkeit in Spanien explodiert. Mit derzeit ca. 11,3 % ist sie allerdings inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Dazu hat vor allem die gute wirtschaftliche Entwicklung – unter der Regierung Sánchez – während der Krisen in den letzten Jahren beigetragen.

Zwar scheint die Arbeitslosenrate im europäischen Vergleich immer noch hoch, in vielen Bereichen der spanischen Wirtschaft fehlt es aber trotzdem an qualifizierten Fachkräften. Vor allem ländliche Regionen kämpfen mit immer mehr Abwanderung und tun sich zunehmend schwer, die grundlegende Infrastruktur zu erhalten:

„Wir haben ältere Menschen, die eine Betreuungsperson brauchen und keine finden können. Unternehmen, die Programmierer, Techniker und Maurer suchen und nicht finden können. Ländliche Schulen, die Kinder brauchen, damit sie nicht schließen müssen“, so der spanische Premierminister.

Deshalb möchte Sanchez auch die Europäische Kommission bitten, die Einführung des EU-weiten Migrationspakts auf nächstes Jahr vorzuziehen. Auf Grundlage von Kriterien wie Bruttoinlandsproduktes (BIP) und der Bevölkerung eines Landes sollen dann Migrant:innen und Asylwerber:innen gerechter unter den EU-Mitgliedsstaaten verteilt werden.

Finanzmarkt in Spanien sicherer als Frankreich

Inzwischen wirkt sich diese positive wirtschaftliche Entwicklung auch auf den Finanzmarkt aus. So übertreffen beispielsweise seit kurzem die Renditen der zehnjährigen französischen Staatsanleihen erstmals die der spanischen. Man bekommt also vereinfacht gesagt mehr Geld dafür, wenn man dem französischen Staat Geld leiht – also Anleihen kauft – als dem spanischen Staat. Das weist darauf hin, dass Investoren Spanien für weniger riskant einschätzen als Frankreich – immerhin die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU.

Im Januar 2024 lagen die spanischen Renditen noch um 0,4 Prozentpunkte höher als die französischen. Während der schlimmsten Phase der Eurokrise lag der Unterschied zwischen den spanischen und französischen Staatsanleihen sogar bei fast 5 Prozentpunkten.

Schwache Konjunktur & steigende Arbeitslosigkeit: Österreichs Wirtschaft schrumpft zweites Jahr in Folge

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3 Comments
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Hubert PAJEK
Hubert PAJEK
16. Oktober 2024 00:44

Vergesst SPANIEN unter Premier SANCHEZ, wer mit Separatisten paktiert und den Rechtsstaat „beugt“, hat schon‘ verloren! Sein Wählerkauf ist der falsche Weg und wird ihn NICHT retten!

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aramo
aramo
15. Oktober 2024 21:37

Billiger Sklavenhandel ist das und damit unsere Löhne sinken so schauts aus schön Gewerkschaft haben wir die uns da vertritt pfui deibel

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Kurt Tschaikner
Kurt Tschaikner
15. Oktober 2024 09:34

Find ich super, Fachkräfte aus Entwicklungsländern gezielt abwerben welche dann dort fehlen. Neokolonialismus.

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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Inflation

In einer Marktwirtschaft können sich die Preise von Waren und Dienstleistungen immer wieder ändern. Einige Produkte werden teurer, andere billiger. Steigen die Preise von vielen Produkten auf einmal, und damit das allgemeine Preisniveau, nennt man das Inflation. Von seinem Geld kann man sich dann weniger kaufen als vorher. Wie entsteht eine Inflation? Was ist die Inflationsrate? Was sind Deflation und Rezession?

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EU-Länder

Momentan gibt es in der EU 27 Mitgliedstaaten. EU-Länder sind: Belgien, Bulgarien, Rumänien, Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Slowenien, Slowakei, Finnland, Kroatien und Schweden. Großbritannien trat mit 31. Januar 2020 offiziell aus der EU aus. Das Thema "EU-Mitgliedsstaaten" im Parlament

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Eurozone

Als Eurozone (auch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung besitzen. Die Eurozone besteht aus 19 EU-Staaten und wird deswegen als Euro-19 bezeichnet. Zuletzt übernahm Litauen am 1. Januar 2015 den Euro als offizielle Währung. Die 19 Staaten der Eurozone sind: Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien und die Republik Zypern. Ausnahmen: Dänemark (und auch Großbritannien) haben von einer Ausnahmeregelung („Opt-out“) Gebrauch gemacht. Dänemark kann künftig dem Euroraum beitreten – wenn es will. Schweden erfüllt derzeit nicht die Voraussetzungen für einen Beitritt zum Euro-Währungsgebiet. Das Thema "Euro" im Parlament

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Die Europäische Kommission

Auf einen Blick Aufgabe: Vorschläge für neue europäische Rechtsvorschriften und deren Durchsetzung. Setzt Strategien um und verwaltet das Budget. Mitglieder: Ein Team, „Kollegium“ genannt, bestehend aus je einem Kommissar je EU-Mitgliedsstaat Präsidentin: Ursula von der Leyen Gegründet: 1958 Standort: Brüssel (Belgien) Das Logo der Europäischen Kommission Die Europäische Kommission ist das unabhängige Leitungsorgan der EU. Ihre 27 Mitglieder, die Präsidentin und 26 Kommissarinnen und Kommissare, werden jeweils von den Regierungen der Mitgliedsstaaten ernannt. Das heißt also, dass jedes EU-Land einen Kommissar bzw. eine Kommissarin entsenden darf. Diese Kommissare schwören aber bei ihrer Angelobung, unabhängig und nur im Sinne der gesamten EU zu handeln. Die Europäische Kommission. Quelle: Bundeszentrale für Politische Bildung Derzeitige Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Den Kommissaren steht

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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigt an, wie viel in einem Land erwirtschaftet wird. Es entspricht dem Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die – meistens in einem Jahr – produziert wurden. Das BIP von Österreich lag 2023 bei 473,2 Mrd. Euro. Es ist eine Kennzahl für die wirtschaftliche Leistung und Aktivität eines Landes und wird häufig auf das vorige Jahr bezogen. Ist die Zahl größer als im Vorjahr, spricht man von Wirtschaftswachstum, ist sie kleiner, schrumpft die Wirtschaft. Oft wird das BIP auch pro Kopf berechnet, um Länder besser miteinander vergleichen zu können. Dabei wird die Bevölkerungszahl berücksichtigt und geschaut, wie viel Wertschöpfung pro Person im Schnitt erwirtschaftet wird. Das BIP sagt aber noch nicht automatisch etwas darüber aus, wie es den Menschen

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