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4-Tage-Woche bringt mehr Gleichstellung zwischen Männern und Frauen

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4-Tage-Woche sorgt für Gleichstellung

Marco Pühringer Marco Pühringer
in 4-Tage-Woche, Arbeit & Freizeit, Frauen & Gleichberechtigung
Lesezeit:3 Minuten
26. Juli 2018
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Kürzer arbeiten und mehr Zeit für Familie und Freunde haben? Ein Unternehmen aus Neuseeland hat die 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich eingeführt. Das Resultat: Im Job sind die Beschäftigten motiviert und produktiv. Und auch zu Hause tut sich einiges: Männer übernehmen mehr Aufgaben im Haushalt und bei der Kinderbetreuung.

Acht Wochen lang hat das neuseeländische Unternehmen Perpetual Guardian die 4-Tage-Woche für ihre 240 Beschäftigten getestet. Die neue Regelung: 4 Tage pro Woche arbeiten – 32 Stunden insgesamt.

Die Firma ließ das Projekt von einem Team aus WissenschaftlerInnen der Auckland Universität beobachten. Sie sollten den Einfluss der neuen Arbeitszeit-Regelung auf die Belegschaft und deren Produktivität ermitteln. Die Ergebnisse waren so gut, dass die Mitarbeiter von Perpetual Guardian jetzt dauerhaft nur mehr 4 Tage die Woche arbeiten – bei gleichem Lohn und bei 8 Stunden Höchstarbeitszeit am Tag. Das Unternehmen profitiert von der Motivation und der Produktivität der Beschäftigten:

„Die Produktivität stieg geringfügig an, der Stresslevel sank,“ erklärte der Geschäftsführer von Perpetual Guardian im neuseeländischen Rundfunk.

Außerdem können die Beschäftigen Beruf und Privatleben besser vereinbaren. Ihre Zufriedenheit hat zugenommen: Sie ist von 54 Prozent auf 78 Prozent nach dem Test angestiegen.

32-Stunden-Woche: Beschäftigte sind flexibler und produktiver

Zum Projekt hat die daran beteiligte Wissenschaftlerin Helen Delaney ein Interview gegeben. Sie berichtet aus Gesprächen mit den Beschäftigen von Perpetual Guardian. Sie haben erzählt, dass das Mehr an Freizeit ihr Leben vielfältiger gemacht hat. Und dass die Arbeit selbst interessanter geworden ist:

„Das Besondere bei dem Testlauf war, dass das Unternehmen nicht einfach gesagt hat: Freitag ist jetzt frei. Die Teams entschieden selbstständig, wie sie ihre Arbeit organisieren und delegieren, sprachen sich ab, wer wann frei hat – und entschieden, wer die Verantwortung übernimmt, wenn der Abteilungsleiter seinen freien Tag hat. In den Interviews haben mir die Angestellten erzählt, dass sie sich zum ersten Mal zusammengesetzt und überlegt haben: Wie können wir effizienter arbeiten? Wie können wir uns gegenseitig helfen?“ (Helen Delenay, University of Auckland)

Den Wunsch, weniger zu arbeiten, haben auch in Österreich viele:

4-Tage-Woche weniger arbeiten

4-Tage-Woche heißt auch gerechtere Aufteilung der Hausarbeit

Helen Delenay hat auch erklärt, dass die 4- Tage-Woche zur Gleichstellung von Männern und Frauen beitragen kann. Denn der zusätzliche freie Tag wird vor allem für die Familie und den Haushalt genutzt:

„Viele erzählten mir, dass sie dank des zusätzlichen freien Tages endlich ein echtes Wochenende hatten. Vor allem junge Väter sagten, dass sie den Tag genutzt haben, um für die Familie einzukaufen, Reparaturen zu erledigen oder die Kinder vom Kindergarten oder der Schule abzuholen. Sie schätzen diese Zeit. Die 4-Tage-Woche hilft der Geschlechtergerechtigkeit.“ (Helen Delenay, University of Auckland)

Weniger Doppelbelastung für erwerbstätige Frauen

Arbeitszeit-Verkürzung hilft, unbezahlte Arbeit fairer zwischen den Geschlechtern aufzuteilen. Davon profitieren Frauen besonders. Sie leisten 2/3 der unbezahlten Arbeit und leiden häufiger unter der Doppelbelastung von Familie und Beruf. Längere Arbeitszeiten führen deshalb zu einer Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Frauen. Das zeigt eine Studie der Medizin-Uni Wien.

„Das kommt wahrscheinlich wegen der höheren zusätzlichen Belastung durch Kinderbetreuung,“ so die StudienautorInnen.

In Österreich wird sich daran in naher Zukunft wenig ändern. Die Regierung hat für das Jahr 2019 keinen einzigen Cent für den Ausbau der Kinderbetreuung budgetiert.

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2 Comments
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Studi Kompass
Studi Kompass
17. Dezember 2019 20:08

Die 4-Tage-Woche trägt wirklich zur Gleichstellung zwischen Männern und Frauen bei, denn der zusätzliche freie Tag wird vor allem für die Familie und den Haushalt genutzt.

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Kongruent
Kongruent
31. August 2018 09:24

In Neuseeland hat EIN Unternehmen eine 4-Tage-Woche ausprobiert und siehe da, welch Überraschung, den MA ging es besser… Wie kann das nur sein? Völlige Ratlosigkeit und Verwunderung…
NATÜRLICH geht’s denen besser, wenn sie nicht wie eine Maschine von Mo-Fr ihr Zeug „abarbeiten“ müssen.
Aber Österreich ist in Sachen Rückständigkeit eben Weltmeister. Bei uns ist der Arbeiter/Angestellte ein Roboter, der umso besser funktionieren, je mehr er arbeitet, und je weniger Freizeit er hat.
Darum ein Hoch auf die 60h Stunden Woche und den 12h Tag und die Kürzung der Unfallversicherungsbeiträge des Unternehmers.
Ist ja klar, wer so viel arbeitet, der baut irgendwann Mist und hat nen Unfall, aber der Arbeitgeber ist nicht schuld, der hat ja nur die IV und WK angebettelt, dass der Mensch so dermaßen instrumentalisiert wird und diese haben dann dem IV-Rekruten den Auftrag gegeben, das umzusetzen. Eine perfekte Symbiose aus reich und asozial.

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