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Unis nur für die Elite: Faßmann setzt auch unter Schwarz-Grün auf Aufnahmetests statt mehr Budget

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Das Foto zeigt Bildungsminister Fassmann, der mit der Regierung aus ÖVP und Grünen, die Unis für Eliten umbaut.

Foto von US Department of Education

René Froschmayer René Froschmayer
in Bildung, Türkis-Grün
Lesezeit:3 Minuten
13. Februar 2020
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Immer mehr Studienrichtungen werden beschränkt. Studieren darf Medizin, Psychologie oder Jus nur, wer eine Aufnahmeprüfung bestanden hat. Die Gründe dafür sind – laut Regierung und Universitäten – fehlende Ressourcen. Diese Regelungen treffen vor allem Kinder aus Arbeiterfamilien. Auch unter Schwarz-Grün werden die Hochschulen weiter zur Spielwiese für die Kinder der Reichen und Schönen.

Eine Studienrichtung nach der anderen wird mit Aufnahmetests beschränkt. Dieser Trend zieht sich durch Österreichs Universitäten. Es gebe zu wenig Ressourcen und Kapazitäten, um mit der enormen Anzahl an Studentinnen und Studenten fertig zu werden, heißt es aus der Regierung und den Universitätsrektoraten. In der Zugangsbeschränkung von stark besuchten Studienrichtungen sehen die Zuständigen die perfekte Lösung. Eine vermeintliche Lösung, die vor allem auf Kosten von jungen Menschen aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien geht.

Fast ein Viertel der Studierenden müssen nebenher arbeiten

Die Studierendensozialerhebung zeigt, dass über die Hälfte der befragten Studentinnen und Studenten neben dem Studium erwerbstätig sind. Rund ein Viertel gibt an, allein aus finanzieller Notwendigkeit zu arbeiten. Diese Nebenverdienste sind meist schlecht bezahlt und zeitintensiv. Genau das wird erwerbstätigen Studierenden oft zum Verhängnis. Erreichen Studierende die benötigten 16 ECTS-Punkten pro Jahr nicht, werden sie seitens der Hochschule exmatrikuliert.

Was sind ECTS-Punkte?

ECTS-Punkte ergeben sich aus dem geschätzten Arbeitspensum, die Studierende durchschnittlich für die Absolvierung einzelner Lehrveranstaltungen benötigen. Somit sind sie in der Theorie gut an den Aufwand angepasst. Doch in der Praxis sieht es leider oft anders aus: Eine gerechte und exakte Anpassung blieb bis dato in vielen Studienrichtungen aus.

Prüfungsgebühren als finanzielle Hürde

Neben dem Studium zu arbeiten, stellt nur einen von mehreren Faktoren dar, der den Studienerfolg bedroht. Vor allem Kinder aus Arbeiterfamilien – ohne finanzieller Unterstützung der Eltern – laufen Gefahr, nachteilig von Erwerbstätigkeit beeinflusst zu werden. Mangelnde Prüfungstermine, zu wenig Lehrveranstaltungsplätze und längere Krankheiten erschweren ihnen das Vorankommen im Studium zusätzlich.

Das Aufnahmeverfahren an den Universitäten bedeutet vor allem für die Kinder von Geringverdienern eine enorme finanzielle Hürde. Für die Aufnahmetest verlangen die heimischen Hochschulen beachtliche Prüfungsgebühren. Der Antritt beim Medizinaufnahmetest „MedAT“  kostest beispielsweise 110€. Mag dieser Beitrag für viele erschwinglich erscheinen, schreckt er genau jene Menschen ab, für die ein Studium einen sozialen Aufstieg bedeuten würde. Die Hochschulen geben an, diese Gebühren für den Verwaltungsaufwand zu brauchen; er solle in erster Linie dafür sorgen, dass sie StudienanwärterInnen auch tatsächlich verbindlich zum Test erscheinen. Aber auch bei positiver Absolvierung des Aufnahmetests werden die Gebühren nicht rückerstattet.

Hinzu kommt, dass viele MaturantInnen sich mit kostenintensiven Kursen für die Aufnahmeprüfung vorbereiten. Auch hier sind jene klar im Vorteil, die sich einen Vorbereitungskurs leisten können und Zeit haben, im Sommer zu lernen, anstatt zu arbeiten.

 

Aufnahmeprüfungen an Österreichs Universitäten treiben Studierende zum Protest
Im Dezember 2019 besetzten Studierende den Festsaal der TU Wien.

Weniger Studenten, unterbesetzte Studiengänge

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft als Interessenvertretung der Studierenden spricht sich naturgemäß klar gegen die Beschränkung von Studienplätzen aus. Im Dezember kam es, wie zuletzt bei den Uni Brennt-Protesten 2009, zu einer Hörsaalbesetzung.

„Das Ziel der Universitäten kann es doch nicht sein, die Studierendenzahlen immer weiter zu verringern. Wir müssen Bildung und vor allem den freien und offenen Zugang zu Bildung fördern, und dürfen unsere Universitäten nicht zu Eliteschmieden verkommen lassen”, meint Dora Jandl, stv. Vorsitzende der ÖH.

In den letzten drei Jahren ging die gesamte Anzahl der Studierenden und Studienanfängern um 7 Prozent zurück. Dieses Ergebnis zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ an den ÖVP-Bildungsminister Faßmann. In einigen Fällen wurden die Aufnahmeprüfungen aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl gar nicht abgehalten. Interessentinnen und Interessenten ließen sich von ihnen offenbar abschrecken. Schlussendlich waren einige Jahrgänge sogar unterbesetzt.

Diese Ergebnisse halten Minister Faßmann allerdings nicht davon ab, weitere Aufnahmetests zu fordern. Der Streit um den Hochschulzugang in Österreich geht damit in die nächste Runde.

 

Parlament Das Thema "Universitätsgesetz" im Parlament

 

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3 Comments
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Kritisierer
Kritisierer
23. Februar 2020 16:09

„die Kinder der Reichen und Schönen“ … wie deppert muss man sein um DAS zu schreiben???

1
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Stefan
Stefan
16. Februar 2020 15:08

Evtl. wäre es für Fachrichtungen, in denen akuter Mangel auf dem Arbeitsmarkt herrscht, spannend mehr Budget in die Hand zu nehmen und so die Zulassungszahlen zu erhöhen.

1
0
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Maya
Maya
Reply to  Stefan
16. September 2020 20:41

Schuld sind doch auch die Deutschen die mit ihren schlechten Noten in D keinen Platz finden und in Herschaaren in die zulassungsfreien Studiengänge in AT drängen

0
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Durch die Serie Baywatch hat es Pamela Anderson zu weltweiter Bekanntheit geschafft. Was vielen nicht bewuss ist: Anderson ist auch politische Aktivistin. Und in dieser Rolle nutzt sie ihre Bekanntheit, um sich für Themen einzusetzen, die ihr wichtig sind. Sie kämpft gegen soziale Ungerechtigkeiten und für Menschen- und Tierrechte. Zitat: Globale Probleme wie der Klimawandel lassen sich nicht mit alten Rezepten aus dem 20. Jahrhundert lösen. Wir brauchen einen Green New Deal auf beiden Seiten des Atlantiks. Pamela Anderson

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