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Beliebtester Arbeitgeber: Ein Pflegedienst zeigt, wie Digitalisierung die Betreuung revolutioniert

Beliebtester Arbeitgeber: Ein Pflegedienst zeigt, wie Digitalisierung die Betreuung revolutioniert

Barbara Hofmann Barbara Hofmann
in Digitales Leben & Web
Lesezeit:3 Minuten
24. April 2017
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Eine Handvoll Menschen hat in den Niederlanden die Pflege alter und kranker Menschen revolutioniert. Aus Ärger über das überlastete Pflegesystem, unter dem sowohl PflegerInnen als auch PatientInnen litten. Digitale Technologien, die Selbstorganisation der PfegerInnen und die Stärkung der Autonomie von PatientInnen haben zu hoher Zufriedenheit bei allen Beteiligten geführt. Die NGO Buurtzorg wurde mittlerweile zum 5. Mal in Folge der beliebteste Arbeitgeber im ganzen Land. Und das Bemerkenswerte: Als der Druck auf PflegerInnen verschwand, sanken auch die Kosten.

Buurtzorg (zu Deutsch: Nachbarschaftshilfe) ist ein ambulanter Krankenpflegedienst in den Niederlanden, der etwa 10.000 MitarbeiterInnen beschäftigt. Begonnen haben sie 2007 mit 4 PflegerInnen. Damals herrschte große Unzufriedenheit – PflegerInnen waren mit zuviel Bürokratie belastet, ihre Tätigkeit war stark zersplittet und PatientInnen litten unter dem häufigen Wechsel von PflegerInnen. Außerdem herrschte ein ständiger Kostendruck und die Qualität der Pflege sank. Das Buurtzorg-Team startete damit, die Pflege auf neue Beine zu stellen: Sie setzten digitale Technologien ein, gaben den Pflegekräften mehr Verantwortung und hörten auf die Bedürfnisse der PatientInnen.

Nun gibt es autonome Pflegeteams von bis zu zwölf Personen, die für eine bestimmte Region zuständig sind. Mit Tablets erstellen sie ihre Einsatzpläne und beraten sich. Das gesamte mittlere Management fällt dadurch weg. Die Teams planen und gestalten den Pflegeprozess selbst, von der Personalakquise, der Pflegebedarfserhebung bis zur Planung der eigenen Weiterbildung. Fixe Zeitvorgaben für Aufgaben gibt es nicht.

Hilfe zur Selbsthilfe

Stundenaufzeichnungen, Einsatzplanung oder auch Dokumentation erfolgen über die digitale Plattform. Weitere administrative Aufgaben wie Personalabrechnung oder Verrechnung von Pflegediensten werden von einem zentralen Back-Office übernommen. Das entlastet die Pflegekräfte. Das hat zu höherer Arbeitszufriedenheit und mehr Zeit für die Pflegearbeit selbst geführt.

Das Ziel bei Buurtzorg ist, den PatientInnen und ihren Familien ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen. Weil die Pflegerinnen immer in der eigenen Nachbarschaft tätig sind, wird der Zusammenhalt in der Nachbarschaft generell gestärkt. Die PatientInnen lernen so viel wie möglich alleine zu tun und selbstbestimmt Hilfe anzufordern. Den PatientInnen gefällt das: Buurtzorg betreut mittlerweile 70.000 PatientInnen pro Jahr.

Die PatientInnen sind froh über zufriedene PflegerInnen mit ausreichend Zeit und den ganzheitlichen Ansatz. Der Pflegebedarf wird sehr differenziert erhoben, wodurch die Selbständigkeit der PatientInnen gefördert wird. Fragen und Ideen zu konkreten Fällen können über die Plattform mit KollegInnen im ganzen Land ausgetauscht und besprochen werden – das trägt zur hohen Qualität der Arbeit bei. Zugleich hat der neue Pflege-Ansatz Einsparungen von 40 Prozent ermöglicht.

Was verheißt die Digitalisierung den Frauen?

Buurzorg zeigt, dass Digitalisierung nicht bloß Profitorientierung bedeuten muss. Digitale Technologien lassen sich zur Arbeitserleichterung einsetzen, wenn Mitarbeiterinnen mitreden können. Im Falle von Buurzorg profitieren davon vor allem Frauen. Doch können wir deshalb davon ausgehen, dass  Frauen zu Gewinnerinnen der Digitalisierung werden?

Die Arbeitssoziologin Ursula Huws verschafft einen guten Überblick welche Arbeitsfelder von Frauen sich im Zuge der Digitalisierung verändern. Technische Innovationen verwandeln alle Bereiche, in denen Frauen tätig sind. Die unbezahlte Haus- und Sorgearbeit in der eigenen Familie, die bezahlte Haus- oder Betreuungsarbeit in fremden Haushalten, die bezahlte Arbeit am Arbeitsmarkt und vor allem in weiblich dominierten Bereichen: in der Pflege, der Kinderbetreuung, der Schule und im Gesundheitssystem.

Technische Geräte wie Geschirrspüler, Roboter-Staubsauger und Tablet erleichtern das Leben.Wie sich technische Neuerungen aber tatsächlich auf die Arbeitsbelastung von Frauen auswirken, hängt wesentlich auch von der Verteilung dieser Arbeit ab. Führen Erleichterungen im Haushalt etwa dazu, dass Ansprüche in anderen Breichen höher werden und Frauen etwa mehr Zeit in Kindererziehung investieren, führt Digitalisierung nur zu einer Umschichtung innerhalb unbezahlter Pflege- und Sorgearbeit. Damit wird die ungleiche Arbeits- und Einkommensverteilung zwischen den Geschlechtern einzementziert.

Technische Innovationen werden die starke Belastung von Frauen durch Haus- und Betreuungsarbeit nicht automatisch aufheben. Diese Tätigkeiten müssen fairer zwsichen den Geschlechtern verteilt werden. Trotzdem können neue Technologien genutzt werden, um Arbeit für Frauen leichter und selbstbestimmter zu machen.

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Arbeiten nach der Stoppuhr, wenig Zeit für Klienten: Pflegekräfte sind am Limit
1. März 2021 13:37

[…] es auch anders ginge, zeigt der Pflegedienst Buurtzorg (dt. Nachbarschaftshilfe) aus den Niederlanden: Seit 2007 organisieren sich Pflegekräfte in […]

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An diesem Wochenende gewannen Amber Glenn und ihre Teamkollegin Alysa Liu die Goldmedaille im Team-Eiskunstlauf bei den Olympischen Winterspielen 2026. Glenn hatte bereits für Aufsehen gesorgt, als sie in einer Pressekonferenz vor den Olympischen Spielen offen über Trumps Angriffe auf die LGBTQ+-Gemeinschaft sprach. Es folgten Morddrohungen und eine vorübergehender Rückzug aus sozialen Medien. Nach ihrem Goldgewinn kehrte Glenn nun zu TikTok zurück, um Fotos von sich und Liu mit ihren Medaillen zu teilen. Zu ihren Bildern postete sie: "Sie hassen es, zwei woke B****es gewinnen zu sehen", wobei sie damit rechte Kritiker ihres politischen Engagements verspottete. Zitat: Sie hassen es, zu sehen, wie zwei woke Bitches gewinnen. Wenn "woke" bedeutet, seine Plattform zu nutzen, um sich für benachteiligte Gruppen in dem Land starkzumachen, das man gerade aktiv repräsentiert... dann ja - klar? Amber Glenn

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