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Milliarden-Geschäft Malaria: Regisseurin Weingartner kritisiert WHO für Malaria-Politik

Milliarden-Geschäft Malaria: Regisseurin Weingartner kritisiert WHO für Malaria-Politik

Alina Bachmayr-Heyda Alina Bachmayr-Heyda
in Gesundheit, Internationales
Lesezeit:8 Minuten
2. Oktober 2020
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Jedes Jahr sterben 500.000 Kinder an Malaria. Die Europäer haben dazu beigetragen, dass sich die Krankheit in Asien und Afrika schnell verbreitet. Seither sind mehr Menschen an der Krankheit gestorben als an allen anderen Krankheiten und Kriegen zusammen. Seit Jahrzehnten verdienen Pharmakonzerne gutes Geld an Malaria-Medikamenten. Die WHO unterstützt den Import nach Afrika, anstatt lokale und billige Alternativen zu unterstützen, wie Katharina Weingartner in ihrem Film „Das Fieber“ zeigt.

Jede Minute sterben zwei Kinder an Malaria. Seit Jahrhunderten wird an einem wirksamen Medikament gegen die Krankheit geforscht. Milliarden wurden dafür ausgegeben – Geld, das man besser in eine medizinische Grundversorgung im globalen Süden investiert hätte, findet Katharina Weingartner. Die österreichische Filmemacherin hat mit „Das Fieber“ einen dokumentarischen Kunstfilm geschaffen, der das Leid und die Ungleichheit der Welt am Beispiel der Krankheit Malaria zeigt.

„Das Fieber“

Die These des Films: Eine Pflanze, Artemisia annua bzw. deren hitzeresistente Schwester Artemisia afra, ist eine Heilpflanze mit 274 Wirkstoffen, die überall wächst und nichts kostet. Ein daraus gebrauter Tee ist ein wirksame Malaria-Prophylaxe. Kritische Stimmen sagen: Der Tee kann nicht genau dosiert werden und ist mehr Placebo als Heilmittel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät dringend von der Anwendung ab: Der Parasit entwickelt Resistenzen und wird dadurch gefährlicher.

Katharina Weingartner entgegnet, dass die WHO Artemisia annua nicht zulassen will, weil zu viel Profitinteressen im Medikamenten-Markt stecken. Der eisige Wind, der der Filmemacherin seit der Veröffentlichung entgegenschlägt, könnte ihr recht geben.

Milliarden-Geschäft Malaria

Sowohl die Forschung als auch der Vertrieb von Medikamenten liegt fest in westlicher Hand – zum Beispiel in jener des Pharmakonzerns Novartis, der das Malaria-Medikament „Coartem“ mit dem Wirkstoff Artemisinin vertreibt.

Die WHO hat Novartis 1994 ein zehnjähriges Exklusivrecht zugesagt – obwohl der schweizer-amerikanische Konzern das teuerste Angebot von allen legte. So lange kostete das Novartis-Medikament einen Dollar pro Gabe. Seither stellt der Pharmakonzern Coartem der WHO zum Selbstkostenpreis von zehn US-Cents zur Verfügung. Mittlerweile kostet eine Behandlung für Erwachsene 2,5 Dollar, für Kinder etwas weniger. Gerade für die Menschen, die das Medikament am dringendsten brauchen, ist das ein unerschwinglicher Preis.

Oft müssen die Eltern zwischen Medikamenten und Essen für ihre Kinder entscheiden.

Katharina Weingartner und Rehema Namyalo am Set. Foto: pooldoks.

WHO ist abhängig von privaten Sponsoren

Wieso die WHO sich für den teuersten Anbieter entscheidet, während indische Produzenten Präparate für einen Bruchteil anbieten? Es ist das Geld, erklärt Petra Bayr. Die SPÖ-Parlamentarierin ist Sprecherin für globale Entwicklung und setzt sie sich seit Jahren für eine bessere Präventiv-Arbeit gegen Malaria ein.

Seit den achtziger Jahren kann sich die Weltgesundheitsorganisation nicht mehr aus den Beiträgen der Mitgliedsstaaten finanzieren. Eine Finanzierung aus Staatsgeldern würde Multilateralismus und Arbeit im Sinne aller garantieren. Aber die Staaten wollen immer weniger zahlen, das macht die WHO abhängig vom Geld Privater.

„Der Beitrag Österreichs zur WHO ist zum Schämen“, kritisiert Bayr. 2018 und 2019 zahlte Österreich je 3,4 Millionen Euro an die WHO.

2018 bekam die WHO 2018 insgesamt knapp 2,3 Milliarden Dollar. Die meisten dieser Beiträge sind zweckgebunden. Die Organisation kann also nur eingeschränkt über die Verwendung der eigenen Gelder entscheiden.

„Philantro-Kapitalismus“ nennt Weingartner das System. Konzerne und Superreiche wie Bill Gates können unter dem Vorwand der Wohltätigkeit nicht nur ihr Image aufbessern, sondern garantieren sich auch die Kontrolle über die Forschung, sind sich Bayr und Weingartner einig.

Konzerne kaufen Einfluss, statt Steuern zu zahlen

Wurzel des kaputten Systems sind Konzerne, die ihre Steuern nicht zahlen, erklärt Petra Bayr:

„Multinationale Konzerne verstecken ihre Gewinne in Steuersümpfen oder Stiftungen, anstatt Steuern zu zahlen. Das Geld fehlt in den Staatskassen, die Staaten sparen im Mulitlateralismus. Am Ende ist die WHO auf private Gelder angewiesen. Konzerne stecken das Geld so in direkte Kontrolle.“

Ein prominentes Beispiel ist die Bill und Melinda Gates-Stiftung. Die WHO wurde 2018 nur noch zu einem Fünftel mit staatlichen Beiträgen finanziert, vier Fünftel des Geldes kommt von Privaten. Die Gates-Stiftung führt mit 210 Millionen Euro die Liste der WHO-Spender an. Und hat eine wichtige Stimme bei der Frage, wofür das Geld verwendet werden darf – und wofür nicht.

Kann ein Kräutertee die Lösung sein?

Eines der Dinge, die nicht eingehend beforscht werden, ist die Pflanze Artemisia annua, der einjährige Beifuß. Die Pflanze kommt aus der traditionellen chinesischen Medizin.

Ein Artemisia-Setzling. Foto: pooldoks.

2015 erhielt die chinesische Medizinerin Tu Youyou den Nobelpreis für die Entwicklung von Artemisinin, einem Wirkstoff aus der Artemisia annua-Pflanze. Der Wirkstoff wird seit 2004 auch von Novartis zur Herstellung ihres Malaria-Präparats verwendet. China forschte aber schon seit der Kulturrevolution mit der Pflanze. Anlass war der Vietnamkrieg. Das damals eingesetzte Medikament Chloroquin löste Resistenzen aus, mehr Soldaten starben durch Malaria als durch die Kampfhandlungen.

WHO verbot Artemisin bis 2004

Die Erfolge mit Artemisin stellten sich bald ein. Trotzdem dauerte es 30 Jahre, bis die WHO eine Empfehlung für Artemisinin abgab. Bis dahin arbeitete man weiter mit Chloroquin, obwohl der Malaria-Parasit rasant Resistenzen entwickelte. In Subsahara-Afrika starben so jährlich ein bis zwei Millionen Menschen an Malaria.

Ländern wie Guynea, die noch vor der internationalen Zulassung mit China zusammenarbeiteten, entzog die WHO die Hilfsleistungen. Guynea beendete daher die Kooperation mit China.

„In den 30 Jahren, die die WHO brauchte, um sich aufzuraffen, starben 30 Millionen Menschen. Aber es ist ja klar, man kann den Menschen nicht einfach eine Pflanze geben, an der niemand etwas verdient“, sagt Weingartner dazu.

Erst 2004 lenkte die WHO nach einer Kampagne von Ärzte ohne Grenzen ein. Zehn Jahre lang subventionierten internationale Spenderorganisationen wie der Global Fund Novartis in der Herstellung: Die Rohstoffe kommen aus China, Novartis produziert die Tabletten in New York und verpackt sie in Basel. Afrikanischen Staaten verdienen durch die Einnahmen aus der Medikamentensteuer. So verdienen alle daran. Am wenigsten profitieren die afrikanischen Forscher, die Daten für die Forschung zur Verfügung stellen.

Der Westen verdient, Afrika zahlt

Einer von ihnen ist Richard Mukabana, Professor für Biologie an der Universität Nairobi in Kenia. Nach seinem Studium in den Niederlanden und den USA ging Mukabana zurück nach Kenia, um ökologisch nachhaltige und lokale Mittel gegen Malaria zu finden. Allerdings wurde ihm bald bewusst, dass Fördergeber wie die Gates Foundation kein Interesse daran haben, gemeindebasierte, technisch einfache Lösungen zu fördern, erzählt er in „Das Fieber“: „Wir sind nichts als Feldarbeiter und Lastenträger. Es ist eine Form des Neokolonialismus.“

Richard Mukabana. Foto: pooldoks.

Zehn Prozent der Weltproduktion der Heilpflanze wächst auf Madagaskar. Der Inselstaat wäre in der Lage, eine eigene Pharma-Industrie aufzuziehen – wenn die WHO ihnen die Genehmigung dazu geben würde, erklärt Weingartner.

Wundermittel Artemisia?

„Das Fieber“ erzählt von einer sehr erfolgreichen Studie von Dr. Patrick Ogwang. Der Pharmakologe auf der Mbarara Universität der Wissenschaft und Technik in Uganda erzählt in „Das Fieber“ von seiner Forschung: Er leitete eine klinische Studie über die Wirksamkeit von Artemisia-Tee auf einer Blumenfarm neben dem Viktoriasee mit über tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Ergebnis: 85% Reduktion der Malariaerkrankungen. Und er erzählt: „Als ich mit dieser Studie zur Malariaprävention begann, warnten mich viele Leute, dass mein Leben in Gefahr sei.“

Dr. Patrick Ogwang. Foto: pooldoks.

Afrikanische Forschungsprojekte versuchen seit Jahren, die Wirksamkeit der Pflanze ohne pharmazeutische Behandlung zu belegen. Bisher scheiterte man an den hohen, EU-zentrierte Maßstäben der Wissenschaftswelt. Viele Versuche wurden wegen mangelnder Gelder abgebrochen. Ein anderes Forschungsprojekt scheiterte an schwankender Qualität der Ernte-Erträge. Weingartner erzählt, dass es sehr wohl große Versuche gibt, die Forscher aber daran gehindert werden, ihre Studien zu veröffentlichen. In der Corona-Pandemie wird wieder eingehend an der Wirkung der Pflanze geforscht, auch das renommierte Max-Planck-Institut ist beteiligt. Ein weiterer Beweis für Weingartner für die Wirkung des Beifuß.

WHO rät dringend ab

Die WHO rät dringend von der Behandlung mit pflanzlichen Formen von Artemisia ab: „Die WHO unterstützt die Förderung oder Verwendung von Artemisia– Pflanzenmaterial in keiner Form zur Vorbeugung oder Behandlung von Malaria.“ Man besteht drauf, dass Coartem, das Kombinationspräparat aus Artemisin, trotz Vorfällen von Resistenzen das beste Malaria-Medikament am Markt sei. Die Gefahr der Unterdosierung ist zu hoch, und die kann wiederum Resistenzen hervorrufen.

Noch drastischer formuliert es die unabhängige Organisation „plan:g Partnership for Global Health“:

„Massenexperimente mit artemisininhaltigen Tees ignorieren die vorliegende Evidenz bezüglich derjenigen Mechanismen, die zur Resistenzbildung führen: Das ist fahrlässig und gefährdet viele Menschenleben.“

Keine Ausstrahlung in Deutschland und der Schweiz

Ursprünglich wollte Weingartner einen Film über den Vietnamkrieg machen. Die Amerikaner verloren den Krieg, weil ihre Malaria-Behandlung auf dem veralteten Medikament Chloroquin beruhte, die Vietnamesen aber mit Artemisia annua arbeiteten. Doch schon beim ersten Besuch vor Ort war klar: Wenn jedes Jahr 500.000 Kinder an Malaria sterben, muss der Film sich mit dem Heute beschäftigen. Sieben Jahre Recherche und Dreharbeiten stecken in „Das Fieber“.

Zwischenzeitlich sind sowohl der ARD, der den Film ursprünglich kofinanzierte, und das Schweizer Fernsehen abgesprungen. In Deutschland heißt es, der Film würde „gefühlte Wahrheiten“ erzählen, in der Schweiz hat man Angst vor einer Klage von Novartis.

„Das Fieber“ lässt nur afrikanische Stimmen zu Wort kommen

Filmemacherin Katharina Weingartner erzählt mit „Das Fieber“ einen Film über Malaria, wie die Krankheit noch nie erzählt wurde: Sie lässt ausschließlich Afrikanerinnen und Afrikaner erzählen. Es gibt keine Erzählstimme, nur Einblendungen mit Informationen. Und weiße Nordamerikaner oder Europäer kommen nicht zu Wort. Das ist auch ein Grund zur Kritik für viele. Denn Weingartner erhebt schwere Vorwürfe gegen die WHO und den Pharmakonzern Novartis. Verteidigen dürfen sie sich nicht. „Ich bin Filmemacherin, keine Journalistin. Ich habe nicht den Anspruch der Ausgeglichenheit. Da stehe ich dazu.“

„Ich habe die Stimmen ausgewählt, die wichtig sind für die Geschichte.“

Das sind in „Das Fieber“ nur afrikanische – und vor allem weibliche Stimmen. Die Protagonistin ist Rehema Namyalo, eine Heilpraktikerin in Masaka, Uganda. Die Leiterin einer Klinik arbeitet unnachgiebig an der Verbreitung des Wissens über Artemisia annua als Malaria-Prophylaxe. Der Vorteil: Jeder kann die Pflanze selber anbauen und seine Familie eigenständig und kostengünstig vor Malaria schützen. „Wenn ein Großteil einer Gemeinde sich selbst mit Artemisia behandelt, dann verdient die Regierung keine Steuern, so wie bei importierten Medikamenten. Auf Heilkräuter gibt es nämlich keine Steuern“, erklärt sie den Widerstand gegen die Pflanze.

Rehema Namyalo. Foto: pooldoks.

Dass es kritische Stimmen gibt, die an der Erkenntnis des Films zweifeln, erklärt Weingartner nicht nur damit, dass es andere wissenschaftliche Meinungen zum Thema gibt, sondern auch damit, dass viele Menschen es „einfach nicht gewohnt sind, dass auch Menschen eine Expertise haben, die nicht weiß sind – und keine Männer.“

Der Schlüssel: Medizinische Versorgung für alle

„Malaria ist ein Frauen-Thema. Sie sind die Mütter der kranken Kinder, sie sind die unbezahlten medizinischen Kräfte des Landes“, sagt auch Bayr. Essentiell ist deswegen die Bildung der Frauen in den ländlichen Gegenden des globalen Südens.

Daran sieht man, wie wichtig eine gute Basis-Versorgung ist. „Das sieht man übrigens auch bei Covid“, sind sich Bayr und Weingartner einig. Die Pandemie greift umso heftiger um sich, umso schlechter die Gesundheitsversorgung ist – wie etwa in den USA. Länder mit guter Gesundheitsversorgung für alle kommen besser durch die Krise, ist sich Bayr sicher. Das gelte auch für Österreich. „Und das haben wir der Sozialdemokratie zu verdanken – auch, wenn das schon lange her ist“, setzt Weingartner hinzu.

Armut ist Brutstätte für Malaria

Der Malaria-Bericht der WHO 2018 zeigt: Über die Hälfte der Malaria-Toten entfällt auf sieben Länder: Nigeria, Demokratische Republik Kongo, Burkina Faso, Tansania, Sierra Leone, Niger und Indien. Bis auf Indien gehören sie alle zu den 20 ärmsten Ländern der Welt.

Der Wille, gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen, nimmt ab, kritisiert Petra Bayr.

Die WHO hat 1978 auch eine Deklaration verabschiedet, die eine gute, selbstständige Gesundheitsversorgung für alle Länder der Welt bis 2020 vorsieht. „Wenn man das heute liest, ist das völlig utopisch. So etwas würde die WHO heute nicht mehr beschließen“, ist sich Katharina Weingartner sicher.

Erbe der Kolonialherrschaft

Jeden Tag sterben mehr als 1.200 Menschen an Malaria, die Zahl der Todesfälle ist seit 2013 gleichbleibend. Die Zahl der Infektionen steigt hingegen seither leicht und liegt heute bei 216 Millionen jährlich. Mehr als 90 Prozent aller Todesfälle und Neuinfektionen gibt es in Afrika.

Die Kolonialherrschaft des 16. und 17. Jahrhunderts brachte die Krankheit auf den Kontinent. Erzwungene Veränderungen in der Landwirtschaft wie etwa Reisanbau oder auch Ziegelproduktion für Kolonialbauten wurden zu idealen Brutstätte für Mücken.

Dass heute der Westen an den Medikamenten verdient, während der globale Süden darunter leidet, sieht Weingartner als Fortsetzung des kolonialen Systems. Dass man weißen, europäischen und nordamerikanischen WissenschafterInnen mehr Glauben schenkt als afrikanischen WissenschafterInnen und lokalen HeilerInnen, wundert sie wenig. Aber sie gibt zu bedenken: „Welche Evidenzen werden in der Forschung hergestellt? Und wer bezahlt für diese Evidenzen?“

Fight The Fever

Wer die Arbeit von Katharina Weingartner unterstützen möchte, kann das unter https://www.fightthefever.org/.

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Yvonne
Yvonne
9. Oktober 2020 02:21

Und das Gleiche passiert jetzt wieder mit Artemisia! Es ist vermutlich das beste Mittel gegen eine Corona-Infektion, noch dazu ohne Nebenwirkungen. Interessant ist, dass nach der extrem erfolgreichen in vitro Studie des Max Plank Instituts, der Feldversuch an Erkrankenden immer wieder wegen bürokratischer Probleme verschoben werden musste. Jetzt ist er ebenfalls erfolgreich gestartet, aber mit den offiziellen Ergebnissen rechnet man erst Anfang nächsten Jahres. Warum kann es hier nicht auch schneller gehen so we mit den Imfungen? Zumal wir ja hier keine Nebenwirkungen zu befürchten haben…

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Zitate

Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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In Österreich wird aktuell ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche diskutiert. Welche Plattformen sollten deiner Meinung nach umfasst sein?
Ergebnisse
  • TikTok 11%, 11%
    11% 11%
    1650 Stimmen - 11% aller Stimmen
  • Instagram/Threads 9%, 9%
    9% 9%
    1391 Stimme - 9% aller Stimmen
  • X (vormals Twitter) 9%, 9%
    9% 9%
    1348 Stimmen - 9% aller Stimmen
  • Snapchat 8%, 8%
    8% 8%
    1279 Stimmen - 8% aller Stimmen
  • Facebook 8%, 8%
    8% 8%
    1237 Stimmen - 8% aller Stimmen
  • Telegram 7%, 7%
    7% 7%
    1130 Stimmen - 7% aller Stimmen
  • Reddit 6%, 6%
    6% 6%
    929 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • AI-Chatbots (ChatGPT/Grok/Claude etc.) 6%, 6%
    6% 6%
    927 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • Roblox 6%, 6%
    6% 6%
    919 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • Twitch 6%, 6%
    6% 6%
    918 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • Discord 6%, 6%
    6% 6%
    863 Stimmen - 6% aller Stimmen
  • Bluesky 5%, 5%
    5% 5%
    840 Stimmen - 5% aller Stimmen
  • YouTube 5%, 5%
    5% 5%
    738 Stimmen - 5% aller Stimmen
  • Pinterest 4%, 4%
    4% 4%
    687 Stimmen - 4% aller Stimmen
  • Weitere Messenger-Dienste (WhatsApp/Signal/iMessage etc.) 3%, 3%
    3% 3%
    412 Stimmen - 3% aller Stimmen
  • Es sollte kein Social Media Verbot geben 2%, 2%
    2% 2%
    327 Stimmen - 2% aller Stimmen
Stimmen insgesamt: 15595
Voters: 2137
4. Februar 2026
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