Blümels Pannen

Best of Blümel – Die gesammelten Fehltritte des Finanzministers

Finanzminister Gernot Blümel legt gerade alles andere als eine glänzende Performance hin. In seinem Ministerium passieren Pannen am laufenden Band. Er hätte fast die Republik in den Bankrott geschickt, im Ibiza-Untersuchungsausschuss fällt er durch Falsch-Aussagen und seinem verschollenen Laptop auf und als Spitzenkandidat der Wiener ÖVP hat er Probleme, die verschiedenen Wiener Bezirke auseinanderzuhalten. Um den Überblick zu behalten, haben wir die Fehltritte des aktuellen Finanzministers und ÖVP-Wien Spitzenkandidaten gesammelt.

Fehlende Nullen – Gernot Blümel schickt beinahe die Republik in den Bankrott

Der Budget-Prozess war dieses Jahr coronabedingt ein langwieriger. Seinen Tiefpunkt hatte er, als Finanzminister Blümel wegen eines Schlampigkeitsfehlers fast die Republik in den Bankrott geschickt hatte. Statt ein Budget von 102 Milliarden Euro zu verabschieden, wurde fast ein Budget von 102.000 Euro beschlossen. Der Finanzminister hatte vergessen auszuweisen, dass der Wert für das Budget in Mio. Euro angegeben ist.

Wäre dieser Fehler nicht dem SPÖ-Budgetsprecher Jan Krainer aufgefallen, wäre der österreichische Staat wenige Stunden später zahlungsunfähig gewesen.

Budget aus dem Mülleimer – Verfassungsbruch und fehlende Konten

Die fehlenden Nullen waren aber nur eine von vielen Pannen, die sich Finanzminister Gernot Blümel bei der Erstellung des Budgets erlaubte. Denn anstatt wegen der Corona-Krise ein neues Budget zu erstellen, präsentierte der Finanzminister einfach seinen Budgetvorschlag von vor der Krise. Die einzige Änderung: Er wollte eine Kostenstelle zu überziehen – und zwar um 28 Mrd. Euro.

Mit diesem Budget gab es aber zwei Probleme. Erstens, ein Budget muss die aktuelle finanzielle Situation klar abbilden. Das trifft auf das Budget eines Unternehmens genauso zu, wie auf das Budget eines Staates. Der Finanzminister kann nicht einfach ein veraltetes Budget präsentieren und meinen, dass man das mit dem massiven Überziehen einer Kostenstelle geregelt werde. Und wie ein Steuerprüfer einem Unternehmer sagen würde, dass er so ein Budget nicht abgeben kann, musste ein Verfassungsexperte den Finanzminister darauf hinweisen, dass sein Budget nicht verfassungskonform ist.

Dazu kommt Problem 2: Die 28 Mrd. Überziehungsrahmen, die Blümel für sein Corona-Budget wollte, sollen von einem Konto stammen, das es nicht gar gibt. Dem Finanzminister wurde daraufhin nahegelegt sein Budget nochmals zu überarbeiten.

Grobe Rechenfehler bei Härtefallfonds – Unternehmen bekommen nur 500 Euro

Auch die Unterstützung von Unternehmen in der Krise lief alles andere als reibungslos. Bei der Berechnung der Wirtschaftshilfe kommt es bei vielen Unternehmen zu einem Rechenfehler. Ein Komma wurde falsch gesetzt, was dazu führte, dass die Unternehmen nicht die angemessene Unterstützung erhielten, sondern nur den Minimalbetrag von €500.

Die Wirtschaftskammer bestätigte den Fehler und sieht die Schuld beim Finanzministerium. Die SPÖ stellte deswegen im Parlament eine Anfrage an Finanzminister Gernot Blümel. Sie fordern eine sofortige Überprüfung der berechneten Förderungen.

AUA-Rettung – Von Lufthansa über den Tisch gezogen

Auch Blümels Rettung der Austrian Airlines (AUA) war nicht gerade eine  Glanzleistung des Finanzministers. Die österreichische Fluglinie ist wegen Corona in finanzielle Schwierigkeiten geraten und brauchte staatliche Unterstützung. Gemeinsam mit Bundeskanzler Kurz handelte Blümel einen Deal mit der deutschen Lufthansa, der alleinigen Eigentümerin der AUA. Das Ergebnis war ein Rettungspaket für die AUA von 600 Mio. Euro. 150 Mio. Euro schießt der Mutterkonzern Lufthansa zu, 450 Mio. Euro finanziert der österreichische Staat. Von den 450 Mio. Euro sind 300 Mio. ein Kredit und 150 Mio. ein Geschenk an die Lufthansa. Im Gegenzug kriegt Österreich keine Beteiligung und auch kein Mitspracherecht im Konzern.

Wie sehr sich Blümel und Kurz bei diesem Deal über den Tisch ziehen haben lassen, zeigt der Vergleich mit anderen Ländern, die ihre Fluglinien gerettet haben. Portugal etwa bekam für eine Finanzspritze von 55 Mio. Euro fast ein Drittel der Aktien der portugiesischen Fluglinie TAP. Auch Deutschland steigt bei der Rettung des AUA-Mutterkonzerns Lufthansa bedeutend besser aus als Österreich. Für einen Kredit von 3 Mrd. und einer Beteilung von etwa 6 Mrd. bekommt der deutsche Staat 20 Prozent des Unternehmens.

„Ich hatte gar keinen Laptop“ – Falsch-Aussagen im Untersuchungsausschuss

Für einen weiteren Skandal sorgte Gernot Blümel im Untersuchungsausschuss zur Ibiza-Affäre. Dort wurde er zu Ungereimtheiten bei Postenbesetzungen und Gesetzeserstellung in seinem Ministerium befragt. Insgesamt 86-mal antwortete Blümel, dass er sich nicht erinnern kann. SPÖ-Fraktionsführer Jan Krainer findet es unglaubwürdig, „dass sich jemand nach zwei Jahren in einem Ministeramt an so wenig erinnern kann.“ Im Untersuchungsausschuss herrscht immerhin Wahrheitspflicht.

Gernot Blümel Laptop Finanzminister

Gernot Blümel konnte sich nicht erinnern, ob er als Minister überhaupt einen Laptop hatte. Mit wessen Laptop arbeitet er dann auf diesen Fotos?

Das Highlight der Befragung war, als Gernot Blümel angab, dass er nicht wisse, ob er als Minister überhaupt einen Laptop habe. User auf Twitter machten es sich daraufhin zur Aufgabe, Bilder von Blümel mit Laptop zu suchen – und wurden prompt fündig.

Mariahilf ist nicht Landstraße – Gernot Blümel kann Wiener Bezirke nicht unterscheiden

Trotz seiner offensichtlichen Überforderung mit seiner Rolle als Finanzminister, hat Gernot Blümel eine weitere Aufgabe angenommen: Er wird als Spitzenkandidat der Wiener ÖVP zur Gemeinderatswahl am 11. Oktober antreten. Bis kurz vor seiner offiziellen Nominierung gab es Vermutung, dass die ÖVP Blümel durch Innenminister Karl Nehammer ersetzen würde. Blümel galt aufgrund der laufenden Pannen im Finanzministerium als politisch angeschlagen.

Als Vorbereitung auf den Wahlkampf sollte die Mitarbeiter von Blümel zuerst einmal den Unterschied zwischen den verschiedenen Wiener Bezirken lernen. Gleich nach der Nominierung von Blümel als Spitzenkandidat der Wiener ÖVP, waren auf Social Media Blümel-Werbung im Umlauf, wie Blümel mit guten Ideen für den Bezirk Landstraße den Bezirk Mariahilf lebenswerter machen möchte.

Gernot Blümel Laptop Finanzminister

Nein, Landstraße und Mariahilf sind nicht dieselben Bezirke.

Hopsala statt Hopsi – Er verspricht, dass die Kinder-Sparbücher „Hopsi“ der Commerzialbank gesichert sind, doch das stimmt nicht

„Die Spareinlagen der Kinder sind gesichert“, verkündet der Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) breitspurig am 5. August. Nachdem die Commerzialbank Mattersburg geschlossen wurde, werden jene, die Gelder bei der Bank haben, nun von der Einlagensicherung ausgezahlt – bis zu 100.000 Euro. Doch dabei gibt es Probleme. Bereits am 6. August wird klar, dass Gernot Blümel die Unwahrheit sagt. Denn die Sparbücher der Kinder sind rechtlich gesehen ihren Eltern zuzurechnen. Haben diese bereits den gesamten Betrag ausgeschöpft, schauen die Kinder – entgegen den Ankündigungen des Finanzministers – durch die Finger. So ist es einem Volksschüler passiert, der im Rahmen eine Hilfsaktion ein Sparbuch mit 500 Euro Einlage von der Bank geschenkt bekommen hat, wie der Kurier berichtet. Damals musste das Kind notoperiert werden. Bis heute haben sich dort, durch die eigene Sparsamkeit und mit Unterstützung der Familie, fast 15.000 Euro gesammelt. Die sind nun weg.

Auch die Ankündigung, dass aktuell bereits 214 Minderjährige mit einer Gesamtsumme von 4,1 Millionen Euro entschädigt wurden, macht stutzig. Denn das heißt: Die Kinder hatten im Schnitt 19.158 Euro am Konto. Die „Hopsi“-Sparbücher sind rechtlich allerdings auf 15.000 gedeckelt. Nach Blümels Rechnung müssen also einige Kinder bereits mehrere Sparbücher ausbezahlt bekommen haben. Denkbar ist allerdings auch, dass Dritte die Kinder nutzen, um über die gesicherten 100.000 Euro hinaus Geld zu bekommen.

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