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Ansteckung in der Arbeit: Home-Office reduziert Corona-Infektionen deutlich!

Foto: Unsplash/Nathana Rebouças

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Politik
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21. Januar 2021
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In Österreich hat der Anteil an Home Office seit dem ersten Lockdown stark abgenommen. Dabei zeigt eine aktuelle Studie: Arbeiten von zu Hause bremst die Infektionszahlen mehr als gedacht. Die Beschäftigten wären bereit. Doch es gibt seit fast einem Jahr weder einen Rechtsanspruch noch ein Gesetz. Die Regierung vertröstet auf März und belässt es bei „Empfehlungen“.

Drei Lockdowns, dazwischen Öffnungswellen, erneute Sperren und verschiedene Masken-Regelungen. Die Infektionszahlen in Österreich sinken, allerdings sehr langsam. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohnern, will nicht unter 100 sinken. Warum infizieren sich noch immer so viele Menschen, wo doch fast alles geschlossen ist?

Man sollte den Arbeitsplätzen mehr Aufmerksamkeit schenken. Denn während privat fast alles verboten ist, trifft man in Büros, Fabriken und Lagerhallen täglich auf Arbeitskollegen.

Die Vorteile von Home Office: Corona-Infektionen halbieren

Ansteckungen am Arbeitsplatz spielen eine große Rolle in der Pandemie – und das Arbeiten von zu Hause aus, ist wichtiger zur Eindämmung der Pandemie als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Mannheim. Die konkreten Zahlen beziehen sich zwar auf Deutschland, könnten aber auch für Österreich relevant sein. Die Schätzung der Experten lautet, dass ungefähr ein Prozent mehr Arbeitnehmer, die im Home Office arbeiten, das Infektionsgeschehen um bis zu acht Prozent reduzieren könnten.

Die Studienautoren haben sich angeschaut, wie und wo sich die Infektionszahlen im Frühjahr 2020 entwickelt haben – und wie das mit dem Umsetzen von Home Office zusammenhing. Sie stellten fest, dass es in Bundesländern weniger Corona-Infektionen gab, in denen der Anteil an Arbeitnehmern im Home Office hoch war. Daraus lässt sich ableiten: Je mehr Home Office, desto niedriger die Infektionszahlen. Home Office könnte die Pandemie strukturell eindämmen.

Wie auch in Österreich ging in Deutschland der Anteil an Arbeitskräften im Home Office bis Herbst 2020 zurück. Die Infektionszahlen und 7-Tages-Inzidenzen stiegen. Harald Fadinger, Volkswirt an der Universität Mannheim, hat eine klare Rechnung aufgestellt:

„Hätten wir eine so hohe Quote an Home Office wie im Frühjahr, dann hätten wir die Hälfte an Infektionen in Deutschland.“ (Harald Fadinger, Professor für Volkswirtschaft, Universität Mannheim)

Es sind nicht nur die Büros, Lagerräume, Werkstätten und Co., in denen wir mit Kollegen aufeinandertreffen. Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin, nennt den Pendlerverkehr als Faktor für die Verbreitung des Virus:

„Wir haben schon Studien besprochen, die eindeutig gezeigt haben, dass diese Pendelmobilität, also die Mobilität im Nahbereich, im Stadtteil sehr stark korreliert mit der Infektionsinzidenz. Das ist Arbeitsmobilität. Das ist nicht von der Hand zu weisen.“ (Christian Drosten, Virologe, Charité Berlin)

Die Realität in Österreich: Weniger statt mehr Home Office

Die Initiative „Zero Covid“ fordert daher auch eine generelle Arbeitspause für alle nicht-systemrelevanten Teile der Wirtschaft bis die Infektionszahlen sinken. „Maßnahmen können nicht erfolgreich sein, wenn sie nur auf die Freizeit konzentriert sind, aber die Arbeitszeit ausnehmen“, schreiben die Initiatoren. Fabriken, Büros, Betriebe, Baustellen, Schulen müssen geschlossen und die Arbeitspflicht ausgesetzt werden.

Das Recht auf Homeoffice geht nicht annähernd so weit, ist aber trotzdem nach wie vor nicht umgesetzt. Die Bereitschaft der Arbeitgeber geht sogar zurück: Als wir in Österreich von der sogenannten ersten Welle der Corona-Pandemie erfasst wurden, waren mehr Arbeitgeber bereit, ihre Mitarbeiter im Home Office arbeiten zu lassen als im Herbst – wo die Infektionszahlen höher waren.

Bei einer Umfrage unter 300 Unternehmen aus dem Frühling 2020 ging hervor, dass mehr als 3 von 5 Unternehmen alle ihre Beschäftigten von zu Hause aus hat arbeiten lassen. Über den Sommer nahm die Bereitschaft offenbar ab. Zwischen Juli und September 2020 haben laut einer Befragung der Statistik Austria weniger als 20 Prozent der Erwerbstätigen im Home Office gearbeitet. 11 Prozent weniger als im Frühling.

Und wie sieht es 2021 aus? Man könnte meinen, die Heftigkeit der 2. Welle und die steigenden Todeszahlen hätten zu einem Umdenken geführt. Aber weit gefehlt.

Nur jeder 5. Erwerbstätige arbeitet zur Gänze im Home Office, wie eine Umfrage von Unique Research zeigt. Fast 60 Prozent geben an, gar nicht im Home Office zu arbeiten.

Home Office als Privileg trotz zahlreicher Vorteile

Eine Ungerechtigkeit, die konstant geblieben ist: Das Arbeiten von zu Hause ist nicht nur eine Frage der Branche, sondern auch des Bildungsabschlusses.

Von zu Hause arbeiten können vor allem Akademiker (zu 60 Prozent) und zumindest jeder zweite mit Matura. Dem gegenüber kann nur jeder 4. mit abgeschlossener Lehre von zu Hause aus arbeiten und überhaupt nur jeder 7. Arbeitnehmer mit Pflichtschulabschluss. Das zeigen Studien der Universität Wien.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch nach Einkommen: Wer weniger als 1.350 Euro netto verdient, kann nur zu 21 Prozent im Homeoffice arbeiten, wer über 2.700 Euro netto verdient, zu fast 60 Prozent – also mehr als die Hälfte.

 

Beschäftigte wollen Home Office – vor allem Jüngere

home office vorteile
Ganz oder zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiten: Das wollen viele Beschäftigte in Österreich.

„Es muss auch Homeoffice verpflichtend werden“, fordert Oswald Wagner, Vizerektor der Med-Uni Wien. Nur Masken und Abstand, das reiche nicht. Von der Bundesregierung kamen bisher nur Empfehlungen an Arbeitgeber. Rechtsanspruch auf Home Office haben Beschäftigte nicht. Mit einem Gesetz lassen sich ÖVP und Grüne bis März 2021 Zeit. Eilig hat man es damit augenscheinlich nicht.

Dabei wollen und brauchen Beschäftigte jetzt Lösungen. Eine Umfrage des Gallup Instituts vom Dezember 2020 zeigt: Beschäftigte wollen mehr Flexibilität in der Frage, wie und wo sie ihre Arbeit erledigen. 4 von 5 Arbeitnehmer wollen flexiblere Arbeitszeiten, jeder 2. mehr „hybrides“ Arbeiten – also zumindest teilweise Arbeiten von zu Hause aus. Vor allem jüngere Beschäftigte sind hier offen:

7 von 10 unter 30-Jährigen würden gern zumindest teilweise, 4 von 10 sogar gänzlich im Home Office arbeiten.

Parlament Das Thema "Arbeitsrecht" im Parlament

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha
Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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