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Kontrast
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Für Mitglieder der LGBT-Community in Russland geht es um Leben und Tod

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Internationales
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2. August 2019
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„Who is next?“ So macht der russische Künstler Vlad Yashin in seinem Post auf Instagram auf die Lage der LGBT-Community in Russland aufmerksam. Grund für sein Posting ist der am 21. Juli 2019 verübte Mordanschlag auf die LGBT-Aktivistin Jelena Grigorjewa. Queere Menschen befinden sich in Russland oft in Lebensgefahr.

Jelena Grigorjewa aus Sankt Petersburg wurde vor ihrer Ermordung schon mehrfach bedroht. Das brachte sie auch zur Anzeige. Doch die russischen Behörden reagierten nicht darauf. Die offizielle Stellungnahme zur Tat lautet, dass die Aktivistin von jemandem aus ihrem privaten Umfeld ermordet wurde. Vermutungen liegen jedoch nahe, dass der Mord in Zusammenhang mit der homophoben Online-Plattform „Pila“ hängt. Grigorjewa war Anti-Kriegs-, Demokratie- und LGBT-Rechts-Aktivistin. Sie war nicht die einzige von dem „Pila“-Netzwerk bedrohte.

Drohungen und Anstachelungen durch „Pila“ auf der Tagesordnung

Das homophobe Netzwerk „Pila“ (auf Deutsch: „Säge“) veröffentlichte Anfang Juli 2019 eine Liste mit persönlichen Informationen von LGBT-AktivistInnen. Unter den darauf genannten Namen und Adressen war auch Jelena Grigorjewa. „Pila“ ruft zu Attacken gegen LGTB-Personen auf und verspricht „Preise“ für jene, die diese ausführen. Auf Anfrage der russischen LGBT-Community wurde die Website gesperrt. Doch sie scheint immer wieder auf anderen Kanälen auf.

Schon in den vergangenen Jahren plante das „Pila“-Netzwerk Attacken gegen die LGBT-Community in verschiedenen Teilen Russlands. Das Magazin „ElleGirl“ befürchtet, dass sich „Pila“ zu einer „öffentlichen Bewegung mit staatlicher Zustimmung“ entwickeln könnte. Michail Tumasow, Vorsitzender eines russischen LGBT-Netzwerkes, betont, es sei der „erstmals organisierte Ansatz homophober Gewalt“, der besonders beängstigend sei.

Leben für LGBTs in Russland

Die Lage von LGBTs in Russland verschlechtert sich immer mehr. 2013 unterschrieb Russlands Präsident Wladimir Putin ein Gesetz, laut dem es strafbar ist, wenn man in Anwesenheit Minderjähriger auch nur über Homosexualität spricht. Hinter dem Gesetz versteckt sich also ein Verbot der Aufklärung. Ein offener Ansporn für Anti-LGBT-Agitatoren wie „Pila“.

Zwischen 2013 und 2018 hat sich laut Center for Independent Social Research die Zahl der Hassverbrechen gegen LGBTs in Russland verdoppelt. Für die russischen Behörden sind Drohungen und Statistiken dieser Art dennoch kein Grund, für die Sicherheit der LGBT-Community und ihrer AktivistInnen zu sorgen. Außerdem zählt die russische Polizei Homophobie nicht als Verbrechensmotiv. Aus diesem Grund erfasst die Polizei auch keine Statistiken zum Thema Hassverbrechen gegen LGBTs. In Folge dessen ist es schwierig, ohne Hilfe von NGOs zu dem Thema offen Aktivismus zu betreiben.

Homosexuelle fliehen in die Großstadt

„Die meisten – eigentlich alle – Homosexuelle ziehen nach Moskau und St. Petersburg, in der Hoffnung, in den Großstädten auf Gleichgesinnte zu treffen. Wenn man aber in kleineren Städten oder gar der Provinz wohnt? Vergiss es, dort sind Weltbilder noch viel konservativer und Homosexuelle ausnahmslos weggezogen. Dabei spielt auch die Politik des Landes eine große Rolle.“

So beschreibt ein anonymer Aktivist die Lage in Russland im Interview mit vice.com.

Jana Mandrykina, Geschäftsfrau aus Twer, meint im Interview mit Russia Beyond ebenfalls, dass es „in der Tat einfacher ist, in einer großen Stadt wie Moskau frei zu leben als in einer kleinen Provinzstadt, wo jeder jeden kennt.“ Sie spricht außerdem auch über Geheimhaltung von Homosexualität im Job. Um die Lage für die LGBT-Community in Russland zu vereinfachen, meint Mandrykina, „müssten sich mehr outen.“

Influenzer machen mobil

 

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Ein Beitrag geteilt von Vlad Yashin (@yashinss) am Jul 24, 2019 um 12:07 PDT

„Teilt das mit allen, die ihr kennt. Tagt Nachrichten-Seiten. Dieses Geschehen darf nicht verschwiegen werden, ansonsten werden sie niemals aufhören ungestraft Menschen zu töten.“ Der russische Künstler Vlad Yashin ruft auf Instagram zur Solidarität auf und fordert Aktivismus, um die Rechte und Leben der LGBT-Community in Russland zu schützen.

Auch der Instagram und YouTube-Influencer Schenja Svetski wurde mehrfach bedroht und steht auf der von „Pila“ veröffentlichten Liste. Er erzählt über die Drohungen auf YouTube und bittet um Hilfe, das Netzwerk aufzulösen. Hierfür erstellte der Internet-Star auf Instagram eine Anleitung, um bei den russischen Behörden Aufmerksamkeit zu erregen. Auch er bittet darum, über diese Vorgänge öffentlich zu sprechen und die Postings dazu weitestgehend zu teilen.

„Ich bitte euch, sendet das allen, die euch am herzen liegen! Zusammen können wir es schaffen ernsthafte Ermittlungen zu Jelena Grigorjewas Mord und dessen Verbindung zu „Pila“ in die Wege leiten!“

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Женя Светски (@ssvetski) am Jul 24, 2019 um 9:12 PDT

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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