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5 Konzerne verursachten 8 Billionen € Schaden – Studie könnte Ölfirmen haftbar machen

Lena Krainz Lena Krainz
in Internationales, Umwelt & Klima
Lesezeit:3 Minuten
30. April 2025
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Eine neue Studie weist erstmals einzelnen Ölkonzernen nach, wie groß der wirtschaftliche Schaden aufgrund ihrer klimaschädlichen Emissionen ist. Demnach sind alleine fünf Öl- und Gaskonzerne für Kosten in Höhe von 8 Billionen Euro verantwortlich. Das ist doppelt so viel, wie die gesamte Welt in 30 Jahren an Entwicklungshilfe gezahlt hat. Für den verursachten Schaden zahlen die Konzerne allerdings nichts. Während sie mit ihrem klimaschädlichen Verhalten enorme Gewinne machen, bleibt die Allgemeinheit auf den Kosten der Klimakrise sitzen. Noch – denn durch Studien wie diese könnten Konzerne künftig vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden.

Eine neue US-amerikanische Studie der Fachzeitschrift Nature zeigt erstmals, in welchem Ausmaß einzelne Konzerne konkret für den wirtschaftlichen Schaden der Klimakrise verantwortlich sind. So haben die Forscher Christopher Callahan und Justin Mankin berechnet, dass zwischen 1991 und 2020 alleine fünf Konzerne acht Billionen Euro an Schäden durch Treibhausgase verursacht haben. Dabei handelt es sich um die Öl- und Gaskonzerne Saudi Aramco, Gazprom, Chevron, ExxonMobil und BP.

Das ist etwa doppelt so viel wie in derselben Zeit weltweit an Entwicklungshilfe ausgegeben wurde.

Insgesamt haben sich die Wissenschaftler 111 Konzerne angesehen, die aufgrund der ausgestoßenen Emissionen für Klimaschäden in Höhe von 24 Billionen Euro (28 Billionen Dollar) verantwortlich sind. Das ist deutlich mehr als die gesamte EU im letzten Jahr erwirtschaftet hat.

Ölkonzerne Klima, Klimaschäden Konzerne Grafik Studie
Erstmals zeigt eine Studie, wie viel wirtschaftlicher Schaden durch die Treibhausgase einzelner Konzerne angerichtet wurde.

Meilenstein: Erstmals globale Klimaschäden einzelnen Ölkonzernen zurechenbar

Die Studie stellt einen Meilenstein in der Klimaforschung dar: Erstmals wird der Zusammenhang zwischen Emissionen einzelner Konzerne und den dadurch verursachten ökonomischen Schäden wissenschaftlich beziffert. Die Forscher nutzten dabei ein Modell, mit dem sie regionale wirtschaftliche Verluste, die aufgrund extremer Hitze entstanden sind, auf Emissionen einzelner Fossilunternehmen zurückführen können. Da es bei den verursachten Schäden Schwankungen gibt, wird in der Studie jeweils ein Mittelwert angenommen. So ist laut den Studienautoren etwa der Ölkonzern Saudi Aramco für Schäden in Höhe von 1,8 Billionen Euro verantwortlich – bei einer Schwankungsbreite von 747 Milliarden bis 3,2 Billionen Euro.

Die Summe der verursachen Klimakosten könnte allerdings noch deutlich höher sein. Denn die Autoren haben sich in der Analyse lediglich auf Kosten konzentriert, die aufgrund extremer Hitze entstanden sind. Andere Naturkatastrophen, die mit der Erderwärmung zusammenhängen, wie Überschwemmungen oder der Anstieg des Meeresspiegels sind in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Klima: Konzerne könnten künftig auf Schadensersatz verklagt werden

Die neue Studie ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt, um zu klären, wer für die Klimakrise verantwortlich ist. Und wer schließlich die Kosten dafür tragen soll. Anfang der 2000er Jahre stellten sich Wissenschafter:innen erstmals die Frage, ob man jemals den Zusammenhang zwischen den Emissionen einzelner Unternehmen und dem Klimawandel wissenschaftlich nachweisen kann.

„Etwas mehr als 20 Jahre später können wir diese Frage mit Ja beantworten“, sagt Studienautor Justin Mankin. „Unser Rahmenwerk kann robuste emissionsbasierte Zuschreibungen von Klimaschäden auf Unternehmensebene liefern.“

Das hat nicht nur wissenschaftliche, sondern auch juristische Bedeutung. Denn durch die Zurechenbarkeit von Klimaschäden könnte ein juristischer Hebel geschaffen werden, um Konzerne zukünftig haftbar zu machen. In den US-Bundesstaaten Vermont und New York gibt es dazu bereits Gesetze, die große Fossilunternehmen verpflichtet, sich an den Kosten von Katastrophen zu beteiligen, die nachweislich mit ihrem CO₂-Ausstoß zusammenhängen. Noch gibt es Klagen gegen die Gesetze, aber Studien wie diese könnten den Weg zu mehr Klimagerechtigkeit vor Gericht ermöglichen.

Was auch für Europa bedeutet, dass die größten Klimasünder bald nicht nur moralisch, sondern auch finanziell zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Studienautor: Öl- und Gaskonzerne sind für verursachten Schaden verantwortlich

Bislang profitieren große Konzerne von ihren klimaschädlichen Produkten – tragen aber nichts dazu bei, die Kosten der Klimakrise zu bewältigen. Anders als die öffentliche Hand und die Bevölkerung. Die Menschen nutzen zwar die Produkte der Öl- und Gasindustrie im Alltag, bleiben aber alleine auf den Klimakosten sitzen. So sagt auch der Studienautor Christopher Callahan, dass der Wohlstand der westlichen Welt auf fossilen Brennstoffen basiert.

„Aber so wie ein Pharmaunternehmen nicht von den negativen Folgen eines Medikaments freigesprochen wird – nur weil das Medikament auch Nutzen bringt – sollten auch fossile Energieunternehmen nicht für die Schäden entschuldigt werden, die sie angerichtet haben, nur weil ihre Produkte wirtschaftlichen Aufschwung gebracht haben.“

Parlament Das Thema "Klimaschutz" im Parlament

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Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre

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