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Erfolg in Portugal: 4-Tage-Woche steigert Verkaufszahlen und Betreuungsqualität

Erfolg in Portugal: 4-Tage-Woche steigert Verkaufszahlen und Betreuungsqualität

Portugal (Foto: Unsplash)

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in 4-Tage-Woche, Good News
Lesezeit:3 Minuten
21. September 2023
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Im Juni startete ein Pilotversuch zur 4-Tage-Woche in Portugal. Es nehmen 39 Unternehmen teil, unter ihnen 12, die schon zuvor Erfahrungen mit kürzeren Arbeitszeiten gesammelt haben. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen der 4-Tage-Woche auf die körperliche und geistige Gesundheit der Beschäftigten sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Unternehmen zu messen. Die vorläufige Bilanz schaut überaus gut aus.

Während in Deutschland gerade 50 Unternehmen die 4-Tage-Woche ausprobieren, läuft ein ähnliches Pilot-Projekt in Portugal bereits seit fast 4 Monaten. Bis Dezember testen 39 Unternehmen verkürzte Arbeitszeiten bei vollem Lohn.

Die Betriebe haben sich verpflichtet, die wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren während das volle Gehalt erhalten bleibt. Konkret wird nach dem 100-80-100 Modell gearbeitet: Die Beschäftigten erhalten 100 % des Lohns, wenn sie 80 % der Zeit arbeiten und dafür 100 % der Leistung erbringen. Die Unternehmen haben sich freiwillig für das Programm gemeldet, ohne finanzielle Entschädigung zu erhalten. Sie können zudem die Maßnahme jederzeit rückgängig machen, wenn sie das möchten.

Die Teilnahme stand allen privaten Unternehmen in Portugal offen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation 4-Day-Week-Global durchgeführt, die ihre Expertise einbringt und die Umsetzung begleitet. Weitere Pilotprojekte finden aktuell auch in Südafrika, Australien, Neuseeland, Irland, Brasilien, den USA und den Niederlanden statt.

Betriebe aus Produktion, Handel, Forschung – mit dabei auch Kindertagesstätte und Pflegeheim

Die teilnehmenden Unternehmen stammen aus verschiedenen Branchen. Es sind Betriebe aus dem produzierenden Sektor, des Einzelhandels sowie gemeinnützige Organisationen. Auch eine Kindertagesstätte, ein Pflegeheim, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie eine Stammzellenbank sind Teil des Pilot-Projekts.

Hauptgrund für die Teilnahme waren der Abbau von Stress und Burnout-Risiken bei den Beschäftigten sowie die Verbesserung der Mitarbeiterbindung.

Das Projekt wird vom Wirtschaftswissenschafts-Professor Dr. Pedro Gomes sowie der Professorin für strategisches Management Dr. Rita Fontinha koordiniert und begleitet. Sie werden die Erfahrungen der Unternehmen während des Tests verfolgen, um die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und Umwelt-Auswirkungen der Vier-Tage-Woche zu ermitteln.

„Die Zukunft gehört denen, die die besten Arbeitskräfte anziehen können“

„In den letzten 30 Jahren hat sich in der Gesellschaft so viel verändert: die Technologie, die wir verwenden, die Geschwindigkeit, mit der wir kommunizieren, die Arten von Jobs, die wir machen, die Länge unseres Lebens oder die Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Aber wir organisieren die Arbeit immer noch auf die genau gleiche Weise. Wir glauben, dass die Vier-Tage-Woche eine effizientere und nachhaltigere Art ist, Arbeit im 21. Jahrhundert zu organisieren, und dass sie gegenseitige Vorteile für Arbeitnehmer:innen, Unternehmen und die Wirtschaft bringt“, begründen die Koordinator:innen des Projekts, Dr. Pedro Gomes und Dr. Rita Fontinha den Feldversuch.

portugal 4-tage-woche
Jetzt startet auch in Portugal der erste große Feldversuch zur 4-Tage-Woche. (Foto: Unsplash)

Ähnlich positiv ist die Position der portugiesischen Ministerin für Arbeit und soziale Sicherheit, Ana Mendes Godinho. Sie sagt:

„Portugal geht einen weiteren Schritt in die Zukunft der Arbeit. Das Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche geht davon aus, dass die Work-Life-Balance entscheidend ist, um Arbeitnehmer:innen anzuziehen und die Produktivität und Innovation zu verbessern. Die besten Unternehmen sind diejenigen, die garantieren, dass sie Raum für Talent und Erfüllung der Arbeitnehmer:innen bieten. Dies ist erst der Anfang – ein vielversprechender Start – einer der vielen Veränderungen, die wir auf dem Arbeitsmarkt eines Landes umsetzen, das historisch hohe Beschäftigungsniveaus verzeichnet und bestrebt ist, Talente anzuziehen und zu halten. Die Zukunft gehört denen, die die besten Arbeitskräfte mit starken Fähigkeiten und einem höheren Maß an Zufriedenheit in einem global wettbewerbsfähigen Markt anziehen können, in dem Talent und Menschen die besten Ressourcen sind.“

Zwischenbilanz: „Hier sind alle sehr zufrieden“

Nach knapp vier Monaten schaut die Zwischenbilanz sehr positiv aus. „Hier sind alle sehr zufrieden“, sagt etwa die Geschäftsführerin eines teilnehmenden Kindergartens zum derstandard. Die 32 Mitarbeiter:innen seien engagierter, kreativer und könnten besser auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, so die Portugiesin. Die Einteilung der Schichten sei wider Erwartens kein Problem gewesen, obwohl der Kindergarten trotz 4-Tage-Woche weiterhin 5 Tage geöffnet ist.

Auch bei dem Import- und Handelsunternehmen Listor fällt eine erste Bewertung sehr gut aus. Die Verkäufe seien gestiegen, ebenso die Produktivität und die Motivation der Beschäftigten. Ob die Firma die 4-Tage-Woche beibehält, sei noch offen. „Geht es nach der Belegschaft, dann ganz sicher“, heißt es von den Angestellten.

 

Der Artikel wurde am 7.6.2023 veröffentlicht und aufgrund der Zwischenbilanz am 21.9.2023 aktualisiert.

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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