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Kontrast
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Steuergeschenke für Reiche oder mehr Geld für uns alle – Wirtschaftsforscher Schulmeister analysiert die Wahlprogramme

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
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Lesezeit:4 Minuten
7. September 2024
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ÖVP und FPÖ wollen das Gleiche und das sind Steuergeschenke für Reiche und Kürzungen beim Rest der Bevölkerung. Die Sozialdemokratie will das Gegenteil. Einen stärkeren Sozialstaat und eine moderate Steuer für die Reichsten der Reichen. Zu diesem Ergebnis kommt der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister bei der Analyse der Wahlprogramme.

Mehr Geld für Reiche, weniger für den Rest – Teil 1: ÖVP & FPÖ

Bei der Analyse der Wahlprogramme von ÖVP und FPÖ kommt Schulmeister auf das Ergebnis: Sie sind fast deckungsgleich. Beide wollen, dass die Reichsten der Gesellschaft weniger Steuern zahlen müssen.

„Früher galt das Prinzip: Der, dem es wirtschaftlich besser geht, soll bei den Steuern mehr beitragen als jene, denen es schlechter geht. FPÖ und ÖVP wollen aber genau das Gegenteil! Sie wollen die Besserverdienenden steuerlich entlasten und die wirtschaftlich Schwächeren belasten“, so der Ökonom.

Das Ergebnis einer solchen Steuersenkung für die Reichen wäre, dass dem Staat Geld für Schulen, Spitäler oder Kindergärten fehlen. Entweder kürzt die Regierung dann bei wichtigen Sozialleistungen oder erhöht die Steuern für den Rest der Bevölkerung. In beiden Fällen gehen die Steuergeschenke der Reichen also auf Kosten der Mehrheit im Land. 

Unterschied zwischen Praxis und Sonntagsreden bei ÖVP und FPÖ

ÖVP und FPÖ sagen aber nicht offen, dass sie Superreichen Steuergeschenke machen wollen und diese auf Kosten der Bevölkerung gehen, sondern verstecken ihre Politik hinter schönen, aber leeren Worten. Schulmeister erklärt, dass zwischen Worten und Taten von ÖVP und FPÖ ein großer Unterschied ist:

„Bei ÖVP und FPÖ müssen wir klar unterscheiden zwischen der politischen Praxis und ihren Sonntagsreden. In der politischen Praxis verfolgen ÖVP und FPÖ eine Politik im Interesse der Superreichen. In ihrer Rhetorik ist die ÖVP aber die Partei des Mittelstands und die FPÖ die Partei der kleinen Leute. Das ist aber nur ein Marketing-Gag.“

„Das beste Wahlprogramm seit Bruno Kreisky“ – Teil 2: SPÖ

In seiner zweiten Analyse widmet sich der Wirtschaftsforscher dem Wahlprogramm der SPÖ. Vorweg erklärt Schulmeister, dass er weder bei der Erstellung des Wahlprogramms mitgewirkt hat, noch Mitglied der Sozialdemokratie ist. Das Ergebnis seiner Analyse:

„Das ist das beste Wahlprogramm seit 50 Jahren, seit der Zeit von Bruno Kreisky. Wieso? Weil es genau dort ansetzt, wo den Menschen der Schuh drückt und konkrete und pragmatische Lösungen anbietet“, so Schulmeister.

Für den Ökonomen ist der Kampf gegen die Wohnungsnot besonders wichtig. Die Sozialdemokratie will mit mehr sozialen Wohnbau erreichen, dass die Mieten besonders in Ballungsräumen wie Wien, Graz oder Innsbruck leistbar sind.

Außerdem lobt er die Steuerpolitik der SPÖ. Anders als ÖVP und FPÖ will die SPÖ den Reichsten der Reichen keine Steuergeschenke machen, sondern durch eine moderate Vermögens- und Erbschaftssteuer dafür sorgen, dass das reichste 1 Prozent der Bevölkerung mehr zu den gemeinschaftlichen Aufgaben wie Gesundheit und Bildung beitragen muss.

Konkrete Lösungen oder leere Worte

Schulmeister bittet die Menschen darum, sich die Wahlrohprogramme der verschiedenen Parteien anzuschauen und sie zu vergleichen. In den Programmen von FPÖ sieht er neben Steuergeschenken für die Reichsten der Reichen vor allem leere Worthülsen, während das Programm der SPÖ Lösungen für die dringendsten Probleme der Bevölkerung anbietet.

Land der Reichen oder Land der Armen – Teil 3: Weltanschauung der Parteien

In seinem dritten Video analysiert der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister die Weltanschauung, die hinter den Wahlprogrammen von ÖVP, FPÖ und SPÖ stehen. ÖVP und FPÖ haben hier ähnliche Vorstellungen. Sie wollen, dass Reiche und Konzerne weniger Steuern zahlen müssen. Das Ergebnis davon ist entweder, dass der Rest der Bevölkerung mehr Steuern zahlen muss oder dass in den Bereichen Gesundheit, Pensionen und Bildung gekürzt werden muss.

Solche Kürzungen treffen wieder besonders Menschen mit mittleren und geringem Einkommen, weil diese besonders auf die Leistungen des Sozialstaats angewiesen sind. Wer ein durchschnittliches Einkommen hat, kann es sich nicht leisten, bei gesundheitlichen Problemen in ein Privatspital zu gehen und dafür Tausende Euros zu zahlen. Für die Reichsten des Landes ist das aber kein Problem.

Gegen jede Form von Sozialstaat – FPÖ-Chefökonomin Kolm

Besonders extreme Positionen vertritt laut Wirtschaftsforscher Schulmeister die Chefökonomin der FPÖ, Barbara Kolm:

„Sie ist eine neoliberale Hardlinerin. Sie lehnt den Sozialstaat grundsätzlich ab, sie lehnt ein sozialstaatliches Pensions- und Gesundheitssystem grundsätzlich ab. Diese Person hat beim Wahlprogramm der FPÖ federführend mitgeschrieben“, so Schulmeister.

Würden ihre Ideen umgesetzt werden, würde sich die wirtschaftliche Situation und die Lebensqualität und die wirtschaftliche Situation der großen Mehrheit der Bevölkerung massiv verschlechtern. Laut Schulmeister ist es absurd, dass sich eine Partei mit solchen Ideen als „soziale Heimatpartei“ bezeichnet.

SPÖ-Programm: Die, die mehr haben, sollen mehr beitragen zur Gemeinschaft

Dem Programm der Sozialdemokratie liegt eine ganz andere Anschauung zugrunde als bei ÖVP und FPÖ. Es braucht nicht weniger an gemeinschaftliche Leistungen, sondern mehr. Das betrifft etwa das Gesundheitssystem, den Umweltschutz oder die Bildung. Die SPÖ will den Sozialstaat stärken, um sicherzugehen, dass alle Menschen ein gutes Leben führen können und diesen gemeinsamen Staat von allen finanzieren lassen.

Besonders die Reichsten der Gesellschaft sollen hier einen größeren Beitrag leisten. Deshalb will die SPÖ eine moderate Steuer auf die größten Vermögen und Erbschaften einführen, um so die wichtigsten Aufgaben der Gemeinschaft zu finanzieren.

Stephan Schulmeister
Foto: Kontrast
Foto: Kontrast

Stephan Schulmeister ist Ökonom und Jurist. Er arbeitete am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung, der University of New Hampshire und der New York University. Schwerpunkte in seiner Arbeit waren internationaler Wettbewerb, Industrieökonomie und Finanzmärkte. Er kommentiert auch regelmäßig die politische und wirtschaftliche Entwicklung in unterschiedlichen inländischen und ausländischen Medien und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht.

Weitere Analysen von Stephan Schulmeister findet man auch seinem YouTube-Kanal und einem Twitter-Profil.

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Schwarzes Tigerle
Schwarzes Tigerle
24. September 2024 19:34

Natürlich gehört eine Reiche Steuer.
Aber auf Einkommen/Zuwendungen, weil dadurch entsteht erst Vermögen.
Durch Erben, Bonus, Schenkungen, Veranlagungen.
Kenne jemand der hat noch nie Miete gezahlt, da Wohnung geerbt, als Bonus jetzt noch 2 Baugründe geerbt, macht mindestens 600€ jeden Monat finanziellen Vorteil…
Da macht es weniger Sinn vermeintliches Vermögen zu besteuern.
Eine Firma oder Immobilien mit 10Mrd. Wert bringen nichts wenn ich sie nicht verkaufe, jedoch die Einkünfte durch Produktion und Vermietung, und dass sollte besteuert werden.
1Mio in Aktien sind bis nach dem Verkauf nutzlos, der Gewinn nach Verkauf sollte versteuert werden…
Wie lange könnte ich Vermögen das sich nicht/kaum vermehrt besteuern, wenn es dadurch weniger wird? wird dann die Freigrenze niedriger gelegt um wieder Steuern einheben zu können?
Warum ist bis jetzt die Steuer auf Überstunden (wurde ja eingeführt damit die Firmen mehr Personal einstellen).
Bei uns ist noch die 40h Woche, mit der Option 3Stunden pro Monat Zeitausgleich, oder als Bonus Auszahlung.
Ich werde mit fast 50% Abzügen bestraft, weil ich nicht Frei nehme….

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aramo
aramo
9. September 2024 21:04

Heute die Wahlveranstaltung von Blabla,wer hingehört hat hätte man denken können der Hitler ist aufgewacht und schreit ins Mikrofon ,dann schon eher die Kommunisten aber niemals Rot oder Grün

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Hansl
Hansl
Reply to  aramo
10. September 2024 11:40

Wieso nicht rot oder grün? Immer noch besser als alle anderen!

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Michi
Michi
Reply to  aramo
13. September 2024 06:56

Dass nenn ich mal „gut nachgedacht…“ … und logisch ?!?

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher
Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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