Vizekanzler kann nicht zwischen Kritik und "Hetze" unterscheiden

Strache macht mit Fake News Stimmung gegen Kontrast.at

Heinz-Christian Strache verbreitet auf seiner Facebook-Seite Fake News über Kontrast.at – und zeigt, dass der Vizekanzler der Republik nicht zwischen Kritik und Hetze unterscheiden kann. Macht man als User auf seine Falschbehauptung aufmerksam, werden die Kommentare gelöscht. Wir finden: So ein Verhalten ist eines Regierungsmitglieds unwürdig und schadet der Diskussionskultur.

Am 29. April 2019 lädt Heinz-Christian Strache Screenshots und Karikaturen auf Facebook hoch, bewertet sie als „widerwärtige Hetze“ und behauptet, die Bilder hätte Kontrast.at veröffentlicht.

Wir haben uns die Karikaturen angesehen – und festgestellt, dass nur eine davon von uns veröffentlicht wurde. Konkret: Jene, mit der wir das Naheverhältnis zwischen der Strache-FPÖ und den „Identitären“ kritisieren.

Nun könnte man das Posting ignorieren. Doch wenn uns „widerwärtige Hetze“ unterstellt wird – und das mit Falsch-Behauptungen „belegt“ wird, können und wollen wir das nicht stehen lassen.

Wer auf Unwahrheiten hinweist, wird gelöscht

Unser stellvertretender Chefredakteur Gerald Demmel hat in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass lediglich einer der von Strache geposteten Karikaturen auf Kontrast.at veröffentlicht wurde – siehe Screenshot. Das Ergebnis: Wenige Minuten später wurde der aufklärende Kommentar gelöscht.
Dafür wurde der Posting-Text etwas abgeändert, aber noch immer ist von „SPÖ-Bildern“ im Text die Rede, auch wenn das gelogen ist.

Strache Kontrast Fake News

Dieses Posting wurde sofort gelöscht.

Strache kann nicht zwischen Kritik und „Hetze“ unterscheiden

Der Vizekanzler wirft uns „widerwärtige Hetze“ vor. Also sehen wir uns doch die eine (und einzige) Karikatur an, die auf unserer Seite veröffentlicht worden ist:

(Die Karikaturen von Karl Berger sind hier abrufbar!)

Wer „hetzt“, schürt Hass. In keinem unserer Inhalte – weder in Bild noch Text – schürt jemand Hass gegen Menschen. Sehr wohl aber üben wir Kritik an den Mächtigen. Kontrast.at tritt niemals nach unten, macht sich nie über Schwache oder Ausgegrenzte lustig. Sondern wir richten unseren Blick nach oben.

Oben ist auch, wo der Vizekanzler und FPÖ-Parteiobmann sitzt.

In einer Demokratie bedeutet Meinungsfreiheit auch das Recht auf Kritik und Widerspruch.

Übrigens: Dem Thema „Strache im braunen Sumpf“ hat der Journalist Hans-Henning Scharsach ein ganzes Buch gewidmet.

Wenn Strache „widerwärtige Hetze“ sucht, sollte er im FPÖ-Archiv nachschauen

Wenn der FPÖ-Chef Hass schürende Karikaturen skandalisieren will, sollte er in den hauseigenen Zeichenstuben damit anfangen. Denn wer durch FPÖ-Zeitungen („Zur Zeit“, „Neue Freie Zeitung“) blättert oder die blauen Vorfeld-Organisationen beobachtet, wird dort regelmäßig fündig. Hier nur ein paar Beispiele.

Beim „Ring Freiheitlicher Jugend“ werden Migranten als böse, bucklige, gefährliche Männer mit Bart und langer Nase gezeichnet. Auf die Parallelen zu antisemitischen Darstellungen aus der Vergangenheit hat Armin Wolf in der ZIB 2 hingewiesen.

SPÖ-Symphatisanten und Grüne stellt die Zeitung der FPÖ pauschal als Ratten dar:

Könnt ihr euch noch an die Karikatur auf der Strache-Seite erinnern, in der ein dicker Banker extra mit Davidstern-Manschetten-Knöpfen ausgestattet wurde? Das war „hetzerische Symbolik“, wie der Standard beschreibt:

Oder da wäre noch „Ali“, der angebliche „E-Card-Betrüger“, den die FPÖ besonders „fremd“ aussehen lassen wollte. „Ali“ wurde sogar ein Fes aufgesetzt – ein Hut, der mit dem Osmanischen Reich verbunden wird und der von Kemal Atatürk in der Türkei als rückständiges Symbol verboten wurde.

Reaktion des Zeichners

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3 Kommentare

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Hier ja auch üblich!
Hier ja auch üblich!

»Macht man als User auf seine Falschbehauptung aufmerksam, werden die Kommentare gelöscht. Wir finden: So ein Verhalten ist eines Regierungsmitglieds unwürdig und schadet der Diskussionskultur.«

Monika Martinek
Monika Martinek

Sorry, aber der ganze Artikel ist eine reine HETZTE!! Ich denke ihr linken habt vor lauter Hass auf die FPÖ den Realität verloren:-(.. Merkt euch 26% werden von euch Tag täglich mit Nazis oder Neonazis verglichen und teilweise auch so BENANNT und das soll OKAY sein? Ich sage NEIN !!!

emil
emil

Sie wissen aber schon selbst, dass hier nicht die 26 Prozent Wähler gemeint sind.
Sie stellen sich absichtlich so, als würden sie nicht verstehen.

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