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Thomas Brezina: Zufriedenheit hängt nicht von Hochschulabschlüssen oder Vermögen ab

Alina Bachmayr-Heyda Alina Bachmayr-Heyda
in Kultur
Lesezeit:5 Minuten
14. Mai 2021
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Zufriedenheit ist weder an einen Hochschulabschluss noch an Vermögen gebunden, sondern daran, Erfüllung im Leben gefunden zu haben, findet Erfolgsautor Thomas Brezina. Über die fehlende Wertschätzung für soziale Berufe, starke Mädchenfiguren und die Entscheidung, Erwachsenenbücher zu schreiben.

Kontrast.at: Sie schreiben sehr erfolgreiche Ratgeber für ein glücklicheres Leben. Was ist ein glückliches oder geglücktes Leben für Sie?

Thomas Brezina: Das muss jeder für sich selbst definieren. Für mich ist es ein Leben, in dem ich im Einklang lebe mit mir und meiner Umgebung, in dem ich Geschichten erfinde und schreibe, die Menschen begeistern, in dem ich am Abend, am Ende einer Woche, eines Monats oder eines Jahres zurückblicke und feststellen kann, dass ich Ziele erreicht habe, egal ob persönlich oder beruflich, egal ob klein oder groß.

Auf den Sozialen Medien treten Sie direkt mit Ihren Fans in Kontakt. Woher kommt Ihr Verständnis für die Menschen? Viele haben ja momentan eher genug voneinander.

Brezina: Zuhören und verstehen ist für mich persönlich und vor allem als Schriftsteller wichtig. Jeder soll die Möglichkeit haben, seinen Weg zu gestalten, solange dieser Weg konstruktiv und nicht destruktiv ist. Mich interessieren Menschen, viele finde ich sympathisch, zahlreiche aber auch nicht. Wenn ein Mensch in seinem Leben zufrieden ist, dann ist das ein hoher Wert. Zufriedenheit ist aber weder an einen Hochschulabschluss noch ein Vermögen gebunden, sondern eben daran, Erfüllung im Leben gefunden zu haben.

Sie empfehlen, sich erstmal um sich selbst zu kümmern und dann um andere – ähnlich wie im Flugzeug. Was tun Sie, um sich selbst zu helfen?

Brezina: Ich nehme mir Zeit für mich. Das habe ich von meinem Vater gelernt. Er war ein erfolgreicher Radiologe, hat sehr viel gearbeitet und war für seine Familie da. Er hat sich aber immer die Zeit genommen, um auch an einem Samstag Vormittag im Kaffeehaus Zeitung zu lesen, Ausstellungen zu besuchen und Tennis zu spielen. Eine Mischung aus geistiger und körperlicher Erfrischung und Ertüchtigung. Auf meine Art tue ich das genauso. Außerdem achte ich sehr darauf, ausgeschlafen zu sein.

„Auch das geht vorbei“: Thomas Brezina verschenkt neues Buch online

In Ihrem im November erschienen Buch „Erfolg ist, wenn du’s trotzdem schaffst“ schreiben Sie: „Erfolg ist gleich Anstrengung multipliziert mit Begeisterung mal Durchhaltevermögen.“ Ist es wirklich so einfach? Haben alle die gleichen Chancen in unserer Gesellschaft?

Brezina: Diese Formel war eine überspitzte Darstellung, dass sich viele den Weg zum Erfolg in einer solchen Formel wünschen und das nicht möglich ist. Doch es gibt weder die Formel, noch eine allgemein gültige Anleitung.

Meine Beobachtung: Es gibt viele Menschen, die mehr erreichen können, als sie sich vorstellen und über mehr Potenzial verfügen, als sie sich zutrauen. Um sie zu ermutigen, ihnen aber auch die Tücken auf dem Weg zu schildern, ist dieser Ratgeber gedacht.

Apropos Erfolg: Der Erfolg Ihrer “Knickerbockerbande 4 ever” für Erwachsene zeigt, dass Ihre Geschichten Menschen ihr Leben lang begleiten. War das Ihr Ziel, als Sie angefangen haben, Kinder- und Jugendliteratur zu schreiben?

Brezina: Nein. Natürlich nicht. Als ich das erste Buch geschrieben habe, war ich stolz, als ich die letzte Seite geschafft hatte. Als die ersten Bücher von Kindern begeistert aufgenommen wurden und Eltern mir gedankt haben, weil ich ihre Kinder zum Lesen gebracht habe, hat mich das sehr gefreut. Das tut es bis heute.

Mein Ziel ist und war immer nur, Geschichten zu erzählen, die Menschen begeistern, die Mut machen, die zeigen, was die Welt zu bieten hat, die Freund*innen sind.

Wie sind Axel, Popi, Lilo und Dominik als Erwachsene so? Haben Sie da Bilder im Kopf? 

Brezina: Ja, das habe ich und in den drei Bänden von „Knickerbocker4immer“ genau beschrieben. Ich würde jeden der vier auf der Straße sofort erkennen.

Warum haben Sie “gewechselt”? War es Ihnen wichtig, “mehr” zu werden als “nur” Kinderbuchautor?

Brezina: Ich habe nie gewechselt. Es war der Moment gekommen, wo ich mich getraut habe, zuerst einmal ein Buch für Erwachsene zu schreiben. Mit dem Erfolg habe ich nicht gerechnet. Auch nicht damit, dass ich das Angebot bekomme, Ratgeber zu schreiben, und diese auch von so vielen gelesen werden. Kinderbücher schreibe ich ständig weiter. Ich bin ein Geschichtenerzähler und als solcher bin ich für viele Altersgruppen tätig.

War die Umstellung schwierig für Sie? Immerhin haben die neuen Bücher nicht nur neue Themen, sondern auch eine andere Sprache.

Brezina: Nein. Nicht wirklich. Vielleicht war es sogar einfacher, denn ich bin ein erwachsener Mensch und Leser und kann in vielem von mir ausgehen.

Dürfen sich große und kleine Fans weiter auf Abenteuer freuen? Was steht als Nächstes an?

Brezina: In diesem Jahr ist schon ein neues Buch über Fritz Fantom erschienen, den beliebtesten Bösewicht aus der Serie Tom Turbo: „Das Spiel der grinsenden Haie“. Außerdem das Buch „Der Zauberlipizzaner“, dem andere Abenteuer in Österreich folgen werden. Jetzt neu „Die Bibel in Reimen“, ein Buch, das mir sehr am Herzen liegt und für mich eine große Herausforderung war.

Die „Knickerbockerbande“ führte schon immer ein Mädchen an – seit den 1990er Jahren, als das noch nicht üblich war. Eine bewusste Entscheidung?

Brezina: Ja, sehr bewusst.

Sie arbeiten acht, neun Stunden am Tag – ähnlich wie Menschen, die ins Büro oder die Werkstatt zur Arbeit gehen. Dabei könnten Sie es sich auch anders einteilen. Arbeiten wir zu viel?

Brezina: Das muss jeder selbst entscheiden. Ich habe viele Jahre lang sieben Tage die Woche geschrieben und es geliebt. Mittlerweile brauche und nehme ich mir jede Woche freie Tage. Mein Schaffensdrang ist aber ungebrochen.

Welchen Beruf hätten Sie ergriffen, wenn aus “Tom Turbo” und den “Knickerbockern” nichts geworden wäre?

Brezina: Ich war zu dieser Zeit schon Regisseur beim Fernsehen und wäre sicherlich den Weg weitergegangen.

Welcher Beruf bekommt gesellschaftlich zu wenig Anerkennung? 

Brezina: Sämtliche Sozialberufe!

 

Thomas Brezina schreibt auch ErwachsenenbücherThomas Brezina ist Erfolgsautor für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbücher, Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent.

Internationale Bekanntheit erlangte er durch die Buchreihen „Die Knickerbocker-Bande“ und „Tom Turbo“ sowie die dazugehörige Fernsehserie und das Kinderprogramm im ORF.

Der Wiener lebt mit seinem Ehemann in Wien und London. Für sein Werk hat er unter anderem das „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“ und eine „Romy“ bekommen.

Fritz Fantom – Das Spiel der grinsenden Haie

Im neuesten Buch von Thomas Brezina liefern sich der gefährlichste Gauner der Welt Fritz Fantom und Tom Turbo auch im zweiten Band ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel!

Parlament Das Thema "Knickerbocker" im Parlament

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Milliardäre wie Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Peter Thiel haben einen gewaltigen Einfluss auf die Politik und das Leben in den USA. Sie nutzen ihren Einfluss auf Präsident Trump, um noch reicher zu werden – oft auf Kosten des Rests der Bevölkerung. Immer mehr Menschen in den USA lehnen sich gegen die Macht von Superreichen und rechten Politiker:innen auf. Einer von ihnen ist der texanische Abgeordnete James Talarico. Er will eine USA, in der die Menschen für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden und nicht immer mehr Geld in die Taschen von Milliardären – und bald Billionären – wandert. Zitat: Je mehr ich nachdenke, desto mehr komme ich zum Schluss: Die einzige Minderheit, die Amerika zerstört, ist die der Milliardäre. James Talarico
Milliardäre wie Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Peter Thiel haben einen gewaltigen Einfluss auf die Politik und das Leben in den USA. Sie nutzen ihren Einfluss auf Präsident Trump, um noch reicher zu werden – oft auf Kosten des Rests der Bevölkerung. Immer mehr Menschen in den USA lehnen sich gegen die Macht von Superreichen und rechten Politiker:innen auf. Einer von ihnen ist der texanische Abgeordnete James Talarico. Er will eine USA, in der die Menschen für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden und nicht immer mehr Geld in die Taschen von Milliardären – und bald Billionären – wandert. Zitat: Je mehr ich nachdenke, desto mehr komme ich zum Schluss: Die einzige Minderheit, die Amerika zerstört, ist die der Milliardäre. James Talarico

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