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Kontrast
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7 Erkenntnisse von Karl Marx – leicht verständlich

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Geschichte, Video
Lesezeit:3 Minuten
4. Mai 2018
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Am 5. Mai 2018 jährt sich Karl Marx Geburtstag zum 200. Mal. 7 Infos über Karl Marx einfach erklärt, die jeder wissen sollte.

1. Lebenswerk von Karl Marx: Kritik am Kapitalismus

Marx‘ Lebenswerk ist eine umfangreiche Untersuchung und Kritik an der Weise, wie der Kapitalismus funktioniert. Arbeit im Kapitalismus geht mit Ausbeutung einher. Marx hatte mit seiner Kritik ein Ziel vor Augen: Eine Gesellschaft ohne Ausbeutung. Doch die kommt nicht von alleine. Es gibt keine natürliche Entwicklung hin zu einer gerechteren Gesellschaft. Ganz im Gegenteil: Wenn wir nichts tun, kann sich die Ungerechtigkeit sogar immer weiter steigern.

2. Wir alle schreiben Geschichte

Um zu verdeutlichen, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen, hat er viel über Herrschaft geschrieben: Monarchie, Diktatur, zu wenig Mitsprache für die breite Mehrheit – all das ist menschgemacht und somit veränderbar.

3. Es gibt sie: die Zwei-Klassen-Gesellschaft

Karl Marx für den Artikel: Karl Marx einfach erklärt
Karl Marx, Foto von E. Dutertre, Algier (1882)

In kapitalistischen Gesellschaften stehen sich laut Karl Marx zwei Klassen gegenüber: Die ArbeiterInnenklasse (das Proletariat) und die sogenannte Bourgeoisie (das sind jene, die nicht ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, weil sie genügend Vermögen haben).

Die ArbeiterInnen sind zwar individuell „frei“ – also keine Leibeigenen wie im Feudalismus – besitzen aber auch nichts. Sie haben nur ihre Arbeitskraft, die sie am Arbeitsmarkt verkaufen können. Mit Lohnarbeit sichern sie ihr Überleben. Sie sind also abhängig von den wenigen, die die Produktionsmittel besitzen (Maschinen, Transportmittel, Rohstoffe, Fabriken).

Wer genug Geld hat, um Maschinen und Fabriken zu besitzen, verfügt über die Arbeitskraft und den Arbeitsprozess. Arbeiter produzieren mit Arbeitsinstrumenten, die nicht ihnen gehören, Güter, die ebenfalls nicht ihnen gehören – so erwirtschaften sie Profite für die Besitzer der Produktionsmittel.

4. Profit entsteht durch Ausbeutung

Die Formel für Profit ist laut Karl Marx sehr einfach: Profit beruht auf der Produktion von Mehrwert durch die Ausbeutung der Arbeitskraft. Wieso „Ausbeutung“?

Kapitalisten kaufen eine Arbeitskraft, damit diese ein Produkt erzeugen, das mehr Wert ist als die Entstehung (Löhne, Produktionsmittel oder auch „konstanter Kapitalteil“) gekostet hat.

Der Lohn für die Arbeitnehmer (Marx nennt das den „variablen Kapitalteil“) entspricht nie der tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung. Die ArbeiterInnen schaffen mehr Wert als sie selbst verdienen. Die Differenz zwischen dem von ArbeiterInnen geschaffenen Produkt und dem ausbezahlten Lohn ist der Mehrwert. Es ist also Arbeit, die nicht bezahlt wird, die zu Profit führt.

Ein Teil des Mehrwerts wird wieder in den Produktionsprozess investiert, der Rest privat konsumiert – von den Fabrikbesitzern.

5. Arbeitslosigkeit ist ein systemisches Problem

Kapitalisten entwickeln neue Technologien und Geschäftsmethoden, um in der Konkurrenz zu bestehen. Der technologische Fortschritt führt aber dazu, dass immer weniger Arbeitskräfte benötigt werden, um die Produktivität zu erhalten und sogar zu steigern. Die Nachfrage nach Arbeit sinkt. Der Kapitalismus lässt ein Heer von Arbeitslosen entstehen.

In Zeiten von Wirtschaftsaufschwüngen werden Arbeiter für die Produktion und die Verteilung von Waren neu angestellt. In Zeiten des Abschwungs oder gar der Krise steigen Arbeitslosenzahlen. Die „industrielle Reservearmee“ wirkt sich auch auf das Lohnniveau aus:

ArbeiterInnen geraten in Konkurrenz zueinander, in Folge sinken die Löhne.

6. Der Reichtum des einen ist das Elend der vielen

Karl Marx folgert, dass im kapitalistischen Produktionsprozess elende Lebensbedingungen entstehen. Arbeits- und Lohndruck sind Normalität. Auf der anderen Seite wartet der Reichtum für KapitalistInnen. Marx geht es dabei weniger um Moral, als um eine nüchterne Analyse der Arbeits- und Einkommensverhältnisse.

7. Kapitalismus und Krise gehören zusammen

Anders als in Modellen der „klassischen“ oder „neoklassischen Ökonomie“ sieht Marx in Wirtschaftskrisen etwas „Hausgemachtes“. Nicht äußere Störungen (also staatliche Einflüsse oder Gewerkschaftskämpfe) verursachen Krisen. Es ist das System selbst: Sinkende Profitraten, fehlender Konsum und regelmäßige Überproduktion sind nicht nur natürliche Phänomene des Kapitalismus, sondern auch Krisenauslöser.

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2 Comments
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Sokrates
Sokrates
11. Juli 2018 13:22

Kein einziger Kommentar zu diesem wertvollen Beitrag. Ist das nicht bereits Beweis genug dafür, mit welcher Bestimmtheit unsere Gesellschaft dem Untergang entgegeneilt?
Wer keine Gedanken hinzufügen oder modifizieren kann, der ist ein Garant für den Erhalt der Systemsklaverei.
Als Pessimist habe ich jedoch mit solcherlei gerechnet…

5
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Bimbulli
Bimbulli
Reply to  Sokrates
26. August 2018 17:50

Das glaube ich nicht, ich denke man hat zu viel Respekt vor diesen Philosophen als dass man einen klugen Kommentar hinzufügt, ohne peinlich zu wirken.
Ich selbst hoffe, dass sich das Pendel nach der Zeit, dass „links“ nur was für und von alten 68er ist, wieder in die Gegenrichtung bewegt.
Im Gegensatz zu dir, lieber Sokrates, bin ich zumindest halboptimistisch.

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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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