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Kurz-Freund Martin Ho organisierte Corona-Party während dem Lockdown und kassierte 1,3 Mio. Corona-Hilfen

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Löhne nicht bezahlt? Betrugsverdacht bei Kurz-Freund und Gastronom Martin Ho

Martin Ho Sebastian Kurz (Foto: Karl Schöndorfer / picturedesk.com)

Foto: Karl Schöndorfer / picturedesk.com

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Politik
Lesezeit:2 Minuten
28. September 2021
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Die Causa um die illegale Corona-Party im Lokal von Martin Ho ist um eine Facette reicher. SMS belegen, dass der Kurz-Freund Ho – entgegen seiner vorherige Aussage – die Party, bei der auch Kokain sichergestellt wurde, selbst organisierte und die Einnahmen kassierte. An seine Betriebe flossen insgesamt 1,3 Mio. Euro. Damals warnte er Sebastian Kurz alias „Shorty“ auch vor schlechter Presse.

Im Mai 2020 ist über ganz Österreich ein strenger Lockdown verhängt – das Haus darf man nur verlassen, um zur Arbeit zu kommen, Lebensmittel zu besorgen oder sich an der frischen Luft zu erholen. Im Wiener Nobel-Sushi-Restaurant Dots im Brunnenhof von Szenegastronomen Martin Ho hält man sich nicht an diese Vorgaben und feiert weiter, bis die Party von der Polizei aufgelöst wird.  Dabei wurden bei Teilnehmern verschiedene Drogen gefunden – nicht nur sogenannte „weiche“ wie Cannabis, sondern vor allem auch Kokain.

Bislang hat der Dots-Besitzer Martin Ho behauptet, nichts von der illegalen Corona-Party gewusst zu haben, die habe ein Koch ohne sein Wissen organisiert. Doch Recherchen der Online-Zeitung Zack Zack zeigen jetzt, Ho dürfe die Party selbst organisiert und die Einnahmen des Abends auch kassiert haben.

„vodka flasche 200 €“

Als die Polizei das Lokal im Mai kontrolliert, findet sie acht Angestellte und 21 Partygäste vor. Gefeiert wird der Geburtstag eines jungen Kaufhauserben. „Immer wieder“ wird laut Polizeiprotokoll, das ZackZack vorliegt, bei der Durchsuchung der Gäste Suchtgift gefunden. Der Kaufhauserbe sagt bei seiner Einvernahme, er habe die Veranstaltung mit Martin Ho gemeinsam organisiert. Das zeigen auch Textnachrichten, aus denen ZackZack zitiert: Ho ließ sich noch am Nachmittag die Gästeliste zuschicken, fragt nach der geplanten Dauer der Feier (bis 02:00) und legt die Preise für die Veranstaltung fest: „vodka flasche grey goose 200€ plus bg, champus wie in club preise, sushi 150€/platte x5.”

Stunden nach der Razzia fragt Ho bei seinen Mitarbeitern nach, ob es „lustig“ gewesen sei. Die Polizei hat die Veranstaltung mittlerweile aufgelöst. Die Einnahmen der illegalen Party sollen direkt an Ho gegangen sein – ein Privatdetektiv soll das Bargeld an sich genommen haben, um es an Martin Ho zu übergeben.

1,3 Millionen € Corona-Hilfen flossen an Ho

Weil Ho als Freund von Finanzminister Gernot Blümel und Bundeskanzler Sebastian Kurz bekannt ist, ruft der Szenewirt den Kanzler an, um ihn vor schlechter Presse zu warnen. „Shorty“ sei „ur arm“, schreibt Ho und meint Bundeskanzler Sebastian Kurz. Ho berichtet ihm von der Razzia. „Ich hab dann erzählt, wie es war. Gelacht. Mich entschuldigt.“ Für Kurz sei es aber „absolut kein Problem“, dass sein „Name wieder fällt.“

Martin Ho hat sich auch später immer wieder den Corona-Regeln widersetzt – mit einem Trick: Er organisiert Veranstaltungen für eine geschlossene Gesellschaft, die aber keine Privatparties waren. Ho verkaufte 200 Tickets im Vorhinein – wer eines um 15 Euro kaufte, war Teil der Gesellschaft und konnte bis 04:00 Uhr früh in Hos Pratersauna feiern. Daneben wurde Ho auch reichlich mit Corona-Hilfe entschädigt: Der Szenegastronom und Kurz-Freund hat sich für seine fünf Unternehmen (4 Dots Lokale und Chin Chin Gastronomie) 1,28 Millionen Euro Zuschüsse vom Staat geholt.

Parlament Das Thema "Nachtgastronomie" im Parlament

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COFAG

Die COFAG (COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH) wurde im März 2020 gegründet, um Förderungen an Unternehmen auszuzahlen, die aufgrund der Corona-bedingten Lockdowns mit Einnahmeneinbußen konfrontiert waren. Wie sich im Nachhinein jedoch herausstellte, erhielten große Konzerne wie Starbucks und ÖVP-nahe Firmen teils massive Unterstützungen in Millionenhöhe. Derzeit (Stand 2024) befindet sich die COFAG in Abwicklung und soll bis Ende des Jahres vollständig liquidiert werden.

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