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Schottland testet 4-Tage-Woche: Weniger Krankenstände und Stress, mehr Produktivität

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Schottland testet 4-Tage-Woche: Weniger Krankenstände und Stress, mehr Produktivität

Patricia Huber Patricia Huber
in 4-Tage-Woche
Lesezeit:2 Minuten
3. September 2021
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Die schottische Regierung testete ab Anfang 2024 die 4-Tage-Woche ohne Lohneinbußen für die Beschäftigten. Das Ergebnis des einjährigen Pilot-Projekts: Die Mitarbeiter:innen sind glücklicher, gesünder und produktiver. Es profitieren also auch die Unternehmen davon. Eine schottische Denkfabrik schlägt unterschiedliche Modelle für eine Verkürzung der Arbeitszeit vor. 

Mitarbeiter:innen sind glücklicher, gesünder und produktiver

Zwei öffentliche Behörden haben die 4-Tage-Woche in einem einjährigen Testlauf ausprobiert: South of Scotland Enterprise (SOSE) und Accountant in Bankruptcy (AiB) nahmen  mit insgesamt 259 Mitarbeitenden daran teil. Sie verkürzten die Arbeitszeit auf 32 Stunden pro Woche ohne Lohn- oder Leistungsabzüge. Die Ergebnisse sind überwiegend positiv: Die Beschäftigten berichteten von weniger arbeitsbedingtem Stress sowie einer besseren Work-Life-Balance und größerer Arbeitszufriedenheit. Bei SOSE gaben 98 % an, motivierter und glücklicher zu sein. Es kam auch zu einem Rückgang der Krankentage – vor allem bei psychischen Belastungen.

Die Arbeit lief trotz geringerer Besetzung genauso produktiv wie vorher. Bei SOSE wurden die Kunden genauso schnell betreut wie früher, und bei AiB funktionierten die wichtigsten Abläufe ganz normal. Damit das funktioniert, haben die Teams neue Methoden ausprobiert – etwa bessere Planung, das Teilen von Aufgaben, feste Zeiten für konzentriertes Arbeiten und mehr digitale Hilfsmittel. Kurz gesagt: weniger Arbeitstage, aber keine Einbußen bei der Leistung.

Denkfabrik schlägt verschiedene Modelle der Arbeitszeitverkürzung vor

Die Denkfabrik IPPR Scotland schlug der schottischen Regierung vor, die Programme für Arbeitszeitverkürzung auszuweiten – vor allem sollen auch nicht-bürogebundene Jobs, Schichtarbeiter und Teilzeitbeschäftigte daran teilnehmen können. Denn: Viele verdienen ihr Geld nicht von neun bis fünf im Büro – und kürzere Arbeitszeiten müssen dieser Realität Rechnung tragen. In den Pilotversuchen müsse auch untersucht werden, wie kürzere Arbeitszeiten für Schichtarbeiter, Menschen mit mehreren Jobs und Teilzeitkräfte aussehen könnte, so die Studienautoren.

Das IPPR schlägt verschiedene Modelle der Arbeitszeitverkürzung vor. Von der 4-Tage-Woche für alle, aber auch Modelle, die etwa nur an Eltern gerichtet sind oder geblockte Zeitguthaben, die nicht wöchentlich in Anspruch genommen werden müssen.

Rachel Statham, eine leitende Forschungsmitarbeiterin bei IPPR Scotland, sagte:

„Die schottische Regierung tut gut daran, eine Vier-Tage-Woche zu erproben, denn die heutigen Erkenntnisse zeigen, dass diese Politik von der Öffentlichkeit in hohem Maße unterstützt wird und ein positiver Schritt in Richtung einer Wirtschaft sein könnte, die auf Wohlbefinden ausgerichtet ist.

Arbeitgeber und -nehmer befürworten kürzere Arbeitszeiten

Untersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass Arbeitnehmer:innen und sogar Unternehmen kürzere Arbeitszeiten befürworten. Eine YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2019 ergab, dass drei Viertel der Menschen im Vereinigten Königreich diese Idee unterstützen. Die 4-Tage-Woche feiert weltweit zahlreiche Erfolge. Immer mehr Unternehmen verschiedener Branchen und zahlreiche Länder experimentieren mit kürzeren Arbeitszeiten. Denn die Ergebnisse der Versuche sind fast immer gleich: Die Beschäftigten sind motivierter, produktiver und glücklicher, während es sich auch für die Unternehmen rentiert.

Dieser Artikel wurde am 3. September 2021 veröffentlicht und am 15. September 2025 aktualisiert. 

Parlament Das Thema "4-Tage-Woche" im Parlament

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