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Corona-Umfrage: Fast zwei Drittel aller Frauen fühlen sich vom Staat im Stich gelassen

Corona-Umfrage: Fast zwei Drittel aller Frauen fühlen sich vom Staat im Stich gelassen

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Frauen & Gleichberechtigung
Lesezeit:3 Minuten
8. März 2021
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Eine aktuelle Umfrage der SPÖ Frauen zeigt: Die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt ist schlimmer als erwartet. 70 Prozent der Alleinerzieherinnen fühlen sich von offiziellen Stellen im Stich gelassen. Die SPÖ fordert eine Aufstockung der Mittel für chronisch unterfinanzierte Frauen-Beratungsstellen.

Neun von zehn Befragten sagen: Frauen tragen den Hauptteil der Belastungen in der Krise. Eine Umfrage unter 1.000 Frauen ergibt, dass sie ihre Arbeitssituation schlechter erleben, als sie es zu Krisenbeginn befürchtet hatten. Das Vertrauen in die politischen Maßnahmen ist massiv gesunken.

Zwischen dem Jahrestag der Pandemie in Österreich und dem Weltfrauentag stellen die SPÖ-Frauen ihre aktuelle Umfrage zur Situation der Frauen in der Krise vor. Am Mittwoch präsentierte SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner gemeinsam mit SPÖ-Frauenvorsitzender Gabriele Heinisch-Hosek und der Meinungsforscherin Christina Matzka vom Meinungsforschungsinstitut Triple-M die Ergebnisse. Die Online-Befragung „Frauen und ihre Arbeitssituation nach einem Jahr Corona-Pandemie“ ist der zweite Teil der Erhebung, der im April 2020, mitten im ersten Lockdown, durchgeführt wurde.

89 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass Frauen den Hauptteil der Belastungen in der momentanen Situation tragen, im April 2020 waren es 86 Prozent. Dem stimmt Rendi-Wagner zu: „Es sind vor allem Frauen, die seit einem Jahr diese Krise stemmen. Mehrfachbelastung durch Beruf und Kinderbetreuung, aber auch Arbeitslosigkeit und finanzielle Sorgen bringen viele Frauen an ihr Limit.“

Berufliche Situation verschlechtert

Die berufliche Situation der Frauen in Österreich hat sich durch die Corona-Krise stark verschlechtert. Waren es im April 2020 noch 66 Prozent der Frauen, die eine Verschlechterung ihrer beruflichen Situation erwartet haben, gaben im Februar 2021 85 Prozent an, ihre Situation habe sich verschlechtert. Wie im Vorjahr ist die Angst vor Jobverlust unter jungen Frauen sowie jenen über 50 und mit formal höherer Bildung größer, systemerhaltende Berufe sind weniger gefährdet.

Besonders Frauen, die sich um die Pflege von Angehörigen kümmern, haben Angst um ihren Arbeitsplatz (66 Prozent), ebenso junge Frauen und Frauen über 50.

Das Vertrauen, dass die Politik alles unternimmt, um die Situation zu verbessern, hat dramatisch abgenommen. Hatten vor einem Jahr noch 82 Prozent der Frauen Vertrauen, waren es jetzt nur mehr 45 Prozent. Das verwundert wenig, wenn man berücksichtigt, dass sechs von zehn Frauen sich wenig oder nicht unterstützt fühlen. Bei den Alleinerzieherinnen sind es gar sieben von zehn.

„Frauen sind am Limit“, fasst Matzka die Ergebnisse zusammen. „Das Gefühl, belastet zu sein, ist nach einem Jahr Corona in allen Bereichen gestiegen.“

Homeoffice keine Entlastung

Meinungsforscherin Matzka führt weiter aus, dass Homeoffice nicht der Schlüssel zu einem besseren Leben sei, wie viele Frauen erkennen mussten: 2020 glaubten 52 Prozent, dass Teleworking und Homeoffice sie entlasten werden. Jetzt sind es nur mehr 34 Prozent. Während der Arbeitsdruck und die Sorgen nicht gesunken sind, ist der Aufwand für Kinderbetreuung weiter gestiegen.

Bereits im Mai präsentierten die SPÖ-Frauen eine Studie mit klarem Ergebnis. 86 Prozent der Frauen – bei den befragten Alleinerzieherinnen sogar 93 Prozent – sagten damals, dass Frauen den Hauptteil der Belastungen in der momentanen Situation tragen. Schon vor der Krise haben Frauen den Großteil der Haus- und Familienarbeit gestemmt. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien und der Arbeiterkammer Wien ergab im Mai, dass Frauen mit Kindern täglich 2,5 Stunden mehr Hausarbeit und damit eine Dreiviertel Stunde mehr Arbeit (also Lohn- und Hausarbeit) erledigen als Männer. Von den 14,5 Stunden, die sie täglich mit Lohn- und Hausarbeit verbringen, sind 9,5 davon unbezahlte Arbeit. Väter arbeiten insgesamt mit 13,75 Stunden täglich, knapp 7 Stunden unbezahlt. Matzka nennt das einen „spürbaren gesellschaftspolitischen Backlash“.

Jede zweite Frau empfindet die Arbeitsaufteilung von Frauen und Männern als ungerecht. Dieser Wert ist um 10 Prozent gestiegen.

SPÖ fordert Arbeitsmarktpaket für Frauen

Um „Frauen und ihren Familien wieder eine Perspektive zu geben“, fordert Heinisch-Hosek eine Arbeitsmarktinitiative speziell für Frauen. Das ist ein wichtiger Schritt, um Frauen, die von Gewalt durch den Partner betroffen sind, aus der Abhängigkeit zu helfen, führt Rendi-Wagner aus. Der konkrete Vorschlag der Sozialdemokratinnen umfasst Frauenarbeitsstiftungen in ganz Österreich. Mindestens 50 Prozent der Mittel aus der Corona-Arbeitsstiftung sollen demnach Frauen zur Verfügung stehen. Weiters sollen mindestens 50 Prozent der AMS-Mittel für Umschulungs- und Weiterbildungsangebote von Frauen zur Verfügung stehen.

„Wir fordern ein Arbeitsmarktpaket für Frauen. Schwerpunkt liegt dabei auf Qualifizierung und Umschulung in Branchen wie Technik, Handwerk, Umweltschutz, Digitalisierung und Pflege“, erklärt Heinisch-Hosek. Diese Maßnahmen sollen mit Arbeitsstiftungen speziell für Frauen umgesetzt werden. Eine Pflegestiftung, wie sie die Bundesregierung umsetzt, reiche nicht aus.

Ein besonderes Anliegen sind für Heinisch-Hosek die „über Jahre ausgehungerten“ Anlauf- und Beratungsstellen, die „Übermenschliches“ leisten, wie die Frauen-Vorsitzende betont. Die Beratungseinrichtungen sollen sich mit AMS-Stellen vor Ort vernetzen, um gezielte Hilfestellung am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Ziel der SPÖ ist ein Rechtsanspruch auf Beratung. Weil Frauen öfter von Arbeitslosigkeit als von Kurzarbeit betroffen sind, wiederholen die Sozialdemokratinnen auch zum Weltfrauentag ihre Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent.

Parlament Das Thema "Mehrfachbelastung" im Parlament

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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