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Kontrast
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„Gierflation“: Wie die Profit-Preis-Spirale die Inflation antreibt

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Teuerung
Lesezeit:4 Minuten
14. März 2023
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Seit Monaten liegt die Inflation in Österreich auf Rekordniveau. Während die Preissteigerungen im Euroraum seit Jahresbeginn langsam zurückgehen, klettern die Preise in Österreich weiter: Zuletzt stieg die Inflation hierzulande sogar auf elf Prozent. Viele vermuten, dass einige Branchen sehr gut an der Inflation verdienen. Das Momentum-Institut legt in einer aktuellen Studie erstmals Zahlen vor, die nachweisen, wie die Teuerung vor allem die Unternehmensgewinne befeuern. 

@kontrast.at Ich weiß nicht, was ihr alle habt?! #teuerung #inflation #satire #umfrage #fyp ♬ Originalton – Kontrast

Ist unsere Rekordinflation am Ende eine „Gierflation“? Ein großer Teil der Inflation ist jedenfalls Profit-getrieben, weil einige Branchen ihre Preise stärker erhöhen, als es die Kosten rechtfertigen würden. Das haben Ökonom:innen des Momentum Institut in einer aktuellen Studie festgestellt. Eine Analyse der Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zeigt, dass in Österreich eine Profit-Preis-Spirale nachgewiesen werden kann.

„Die Daten zeigen ganz deutlich, dass Unternehmen eben nicht nur ihre höheren Produktionskosten an ihre Kund:innen weitergegeben haben, sondern sie haben zusätzlich ihre eigenen Preisaufschläge erhöht, um ihre Profite zu steigern“, sagt Ökonom Joel Tölgyes vom Momentum Institut im Ö1-Morgenjournal.

Dass Profit-Ansprüche der Unternehmen einen Teil der Teuerung verursachen, kennt man bereits aus Studien für die USA, Großbritannien oder Deutschland. Das Momentum-Institut zeigt jetzt für Österreich, dass auch hierzulande profitgetriebene Preiserhöhungen für 40 Prozent der heimischen Wirtschaft relevant sind – die Gewinnmargen der Unternehmen stiegen dort zumindest um fünf Prozent, teils aber um sehr viel mehr.

Methodisch hat das Momentum-Institut Vorleistungen, die das Unternehmen von außen einkaufen muss – Rohstoffe, Vorprodukte, Energie und Dienstleistungen – abgezogen. Dann bleiben die Löhne und der Gewinnaufschlag übrig. Diesen Teil haben die Ökonom:innen analysiert. Das Ergebnis: Energiekonzerne, Baufirmen und Handelsunternehmen nutzen ihre Marktmacht aus, um im Windschatten der Teuerung ihre Preise über die Maßen zu erhöhen und ihren Gewinn zu steigern. Ähnliches gilt für die Land- und Forstwirtschaft. Löhne sind in diesen Branchen nicht am Preisauftrieb beteiligt.

„Die Inflation in diesen Branchen ist damit durch Profitsteigerungen getrieben“, schreiben die Ökonom:innen des Instituts. Die Profit-Ansprüche der Betriebe verursachen direkt einen Teil der Teuerung, weil sie ihre Preissteigerungen ins gesamte Wirtschaftssystem weitertragen. Das Momentum Institut verwendet in seiner Untersuchung den Begriff „Gierflation“, in Anlehnung an die englischsprachige Debatte über „profitflation“ oder „greedflation“.

„Ich würde nicht so weit gehen, das moralisch zu bewerten, aber natürlich hat dieses Verhalten der Unternehmen sehr schwere volkswirtschaftliche Konsequenzen. Die Teuerung fällt höher aus, als notwendig, und die hohen Preise belasten die Menschen mehr, als notwendig“, erklärt der Chefökonom des Momentum-Instituts Oliver Picek dazu.

Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) reagiert darauf im Ö1-Morgenjournal zurückhaltend: „Erstens ist das eine Annahme. Wir wissen das nicht, weil die Kosten sind nicht bekannt“. Das ist einigermaßen bemerkenswert, weil das Handelsgericht erst Ende Februar die Preiserhöhung des Energiekonzerns Verbund für unzulässig erklärt hat. Der Grund: Der Verbund produziert den Strom in eigenen Wasserkraftwerken, die Produktionskosten sind kaum gestiegen. Dennoch hat der Verbund den Preis im Mai des Vorjahres um rund 60 Prozent erhöht – und sich auf die Preise an der Energiebörse bezogen. Der Verbund hat zwar Berufung gegen das Urteil angekündigt, aber die Übergewinne des Konzerns sind belegt. Auch bei der OMV sind deutliche Gewinnsteigerungen offensichtlich.

Die Übergewinne aus der „Gierflation“ will Kocher dennoch nicht konsequent abschöpfen. Auch Maßnahmen, die die Preise senken, lehnt er ab. Stattdessen sollen die Konsument:innen die Preise selbst vergleichen: „Es geht darum, Wettbewerb in allen Bereichen sicherzustellen, das machen die Wettbewerbsbehörden. Das macht natürlich auch der Konsument, die Konsumentin, indem er oder sie billigere Angebote wählt. Gerade in der Gastronomie gibt es mehrere Angebote. Also wenn jetzt irgendjemand die Preise stark erhöht, dann geht es darum, natürlich auch selbst zu entscheiden, dorthin zu gehen, wo die Preise nicht so stark gestiegen sind. Ganz wichtig, um die Inflation auch in nächster Zeit nach unten zu bringen“, sagt Kocher.

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zeindi
zeindi
15. März 2023 10:09

Ich verstehe nicht warum löhne aufgeschlagen werden . Lohnerhöhungen sind immer hintenan .Diese Praktik bewirkt die ewige Spirale .

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Leonard Nimoy war ein vielseitiger Künstler, der vor allem durch seine Rolle als Mr. Spock in der legendären Serie „Star Trek“ bekannt wurde. Als Vulkanier, der zwischen logischer Vernunft und menschlicher Emotion balancierte, prägte Nimoy eine Figur, die zu einem Markenzeichen der Sci-Fi-Kultur wurde. Doch sein Talent ging weit über das Schauspiel hinaus: Er war auch Regisseur, Musiker und Fotograf. Neben seiner Arbeit in der Unterhaltungsindustrie setzte er sich für soziale Themen ein und hinterließ einen bleibenden Eindruck sowohl auf als auch neben der Leinwand. Zitat: Das ist ja das Wunder. Je mehr wir teilen, desto mehr haben wir. Leonard Nimoy

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Impressum: SPÖ-Klub - 1017 Wien - Telefon: +43 1 40110-3393 - e-mail: redaktion@kontrast.at

 
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