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Warum Österreich eine Steueroase für multinationale Konzerne ist +++ Globale Kluft zwischen Arm und Reich hat höchstes Ausmaß seit 30 Jahren +++ weitere lesenswerte Links

Alles zur Ibiza-Affäre

Lesenswerte Artikel der Woche, empfohlen von der Kontrast-Redaktion. Wir wünschen ein erholsames Wochenende und jede Menge Lesespaß!

Die weltweite Kluft zwischen Arm und Reich hat das höchste Ausmaß seit 30 Jahren erreicht (Der Standard)

Dass die Kluft zwischen Arm und Reich das höchste Ausmaß seit 30 Jahren erreicht habe, attestiert die Industriestaatenorganisation OECD. Die Warnungen von GleichheitsforscherInnen weltweit werden lauter. Die ungleiche Entwicklung liege weniger an den Arbeitseinkommen sondern daran, dass der Anteil der Einkommen aus Aktien, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen stetig zunimmt. Weil Vermögen ungleicher verteilt sind als Arbeitseinkommen profitierte von dieser Entwicklung nur eine kleine Gruppe.

Ungleiche Vermögensverteilung, technologischer Wandel und Globalisierung treffen alle Länder, doch die Ungleichverteilung in Kontinentaleuropa sei moderater gestiegen. In Österreich ist die Entwicklung stabil. Eine Erklärung dürfte sein, dass die Mittelschicht sich hier besser halte.

Allerdings: Bei uns werde lediglich das Kapitaleinkommen gut erfasst. Zu ihren Kapitaleinkommen machen Menschen aber oft nur lückenhafte Angaben, die Superreichen erwische man zudem bei Befragungen nicht. Es gebe also eine Grauzone in allen Datensätzen.

Lesen sie mehr: derstandard.at

Warum Österreich eine Steueroase für multinationale Konzerne ist (Die Zeit)

Für multinationale Konzerne its Österreich eine Steueroase. In Österreich zahlt der der Inhaber einer kleinen Trafik im Verhältnis zum Umsatz 700-mal so viel Steuern wie zum Beispiel die große Firma Magna Powertrain, die 2015 einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro und einen Gewinn von 35 Millionen machte.

Dieser dramatische Unterschied zwischen der Steuerleistung kleiner Firmen und internationaler Konzerne sei in Österreich kein Einzelfall, sondern die Regel. Das bemängelte der österreichische Rechnungshof schon in den neunziger Jahren.

Besonders der Unilever-Konzern war in der Vergangenheit dafür bekannt in Österreich, zwar legale, aber ausgefallene Steuervermeidungstricks anzuwenden. Mithilfe eines alternativen Steuermodells, einer Art „Fair Tax“ lässt sich veranschaulichen, wie viel Geld der Staat durch die Steuertricks der Konzerne verliert. Diese Art von Steuerberechnung wird seit Kurzem auch von einigen EU-Finanzministern diskutiert, um von amerikanischen Hightechkonzernen Steuerleistungen zu erzwingen. Diese zahlen in vielen Ländern oft überhaupt keine Gewinnsteuern.

„Fair Tax“ sei kein Instrument, um die Steuerleistung von Konzernen weltweit zu erhöhen, sondern diene nur einer gerechteren Umverteilung zwischen den einzelnen Ländern, in denen Konzerne tätig sind. Laut einer Untersuchung des Rechnungshofes aus dem Jahr 2013 kostete dieses Steuerprivileg den Staat jährlich rund eine halbe Milliarde Euro an Einnahmen.

Lesen Sie mehr: zeit.de

Der neue Finanzminister lehnt Transparenzregeln für Großkonzerne ab (Profil)

Obwohl Türkis-Blau sich im Koalitionsvertrag für „mehr (Steuer-)Transparenz für multinationale Unternehmen auf Basis der EU-Vorgaben“ ausspricht, lehnt der neue -Finanzminister Hartwig Löger das sogenannte öffentliche Country-by-Country-Reporting ab, über das derzeit im EU-Parlament und zwischen den EU-Finanzministern verhandelt wird. Im Rahmen dieser geplanten Transparenzregeln sollen in der EU tätige Großkonzerne verpflichtet werden, Informationen wie Umsätze je Land, Gewinne und entrichtete Gewinnsteuern zu veröffentlichen. Dies soll dazu beitragen, Steuervermeidung durch Konzerne zu bekämpfen.

Lesen Sie mehr: profil.at

Warum Designerinnen das Spekulum neu erfunden haben (The Lily)

Die meisten Frauen fühlen sich bei der gynäkologischen Untersuchung unwohl, besonders im Zusammenhang mit der Verwendung des Spekulums. Dies war Thema eines Erfahrungsaustausches unter BürokollegInnen aus Los Angeles. Sie beschlossen, sich zusammenzutun ihre Know How als Industriedesignerinnen und Erlebnisdesignerinnen vereinen und die gynäkologische Untersuchung neu zu erfinden.

Je mehr sie  zu dem Thema forschten, um so mehr dunkle Geschichte rund um das Instrument kam ans Tageslicht. Der Erfinder des Spekulums, der jahrzehntelang als  „Vater der Gynäkogie“ bekannt war, erforschte und erprobte es bei vor allem bei versklavten Frauen ohne Betäubung und  gegen ihren Willen. Das Instrument, das er so entwickelte, wird bis heute verwendet.

Das Team rund um die Designerinnen kreierte ein neues Spekulum, das viel patientinnenfreundlicher sei. Es ist nicht mehr aus kaltem Metall und macht keine bedrohlichen Geräusche beim Feststellen. Dass gynäkologische Hilfsmittel von und für Personen mit Vaginen entwickelt wird, kann sich nur positiv auswirken. „Die Idee, die Perspektive der Patientin zu beachten und gleichzeitig ein auch für ÄrztInnen ein funktionaleres Untersuchungsinstrument zu erschaffen ist wunderbar und neu.“

Lesen Sie mehr: thelily.com

#FreeThemAll Warum sich aus Deniz Yücels Freilassung kein Präzedenzfall für andere politische Häftlinge in der Türkei ableiten lässt (Süddeutsche)

Deniz Yücel, der seit fast einem Jahr ohne Anklage in Untersuchungshaft saß, ist wieder auf freiem Fuß, seine Ausreisesperre wird Aufgehoben.  Sein Verfahren aber wird fortgeführt, die Staatsanwaltschaft fordert eine hohe Haftstrafe. Yücel solle mit seinen Texten Terrorpropaganda verbreitet haben.

Seine Entlassung sei  kein Triumph des Rechtsstaats, sondern ein Erfolg der Diplomatie. Ausschlaggebend waren, Gespräche auf höchster Ebene. Es solle wieder Normalität einkehren im Verhältnis zu Deutschland. Dann, so Ankaras Hoffnung, lassen sich auch andere strittige Punkte angehen: etwa die Frage nach einer Ausweitung der Zollunion mit der EU. Hier ist die türkische Regierung auf die Unterstützung der Bundesregierung angewiesen.

Aus Yücels Freilassung lasse sich kein Präzedenzfall für andere politische Häftlinge in der Türkei ableiten.

Lesen Sie mehr: sueddeutsche.de

Podcast der Woche: Was Österreich in der Bio-Landwirtschaft besser macht (Deutsche Welle)

Unter den Ländern der Europäischen Union ist Österreich in der Biolandwirtschaft führend. Hier werden rund 20 Prozent der gesamten Anbaufläche ökologisch genutzt, in Deutschland sind es nur sechs Prozent. In Österreich wurde im Vergleich schon sehr früh erkannt, dass es Richtlinien brauche. Ein weiterer Meilenstein war die frühzeitige Förderungen der Regierungen von biologischen Produkten.

Hören Sie mehr: dw.com

 

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Nur 500 Mio.?
Nur 500 Mio.?

Laut einer Untersuchung des Rechnungshofes aus dem Jahr 2013 kostete dieses Steuerprivileg den Staat jährlich rund eine halbe Milliarde Euro an Einnahmen – Dann ist ja klar, weshalb Kurz und Strache Hartz IV für auch für euch Ösis wollen: da sind durch das Stehlen von zwei Drittel des derzeitig Ausbezahlten gleich 3 Mrd. einzusparen. Dann kann man die Leistungen an die Konzerne wenigstens mindestens so belassen wie sie sind, hehe. Aber eh nicht: man will sie ja noch verbessern und den Staat weiter schwächen. Das ist das Vorhaben von Schwarz oder soll ich Türkis sagen? Blau, die Geistesarmut der Ochsen,… Weiterlesen »

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