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Das schwarz-blaue Bildungsprogramm als Akt der Gegenaufklärung + weitere lesenswerte Links


Lesenswerte Artikel der Woche, empfohlen von der Kontrast-Redaktion. Wir wünschen ein erholsames Wochenende und jede Menge Lesespaß!

Das schwarz-blaue Bildungsprogramm ist ein gefährlicher Akt der Gegenaufklärung (Der Standard)

Die schwarz-blauen RegierungsverhandlerInnen wollen das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des Bildungswesens quasi abschaffen. Dabei handelt es sich um jenes Forschungsinstitut, das umfassende empirische Daten über das heimische Bildungssystem erhebt und das Verbindungsglied zu allen internationalen Vergleichsstudien ist. Weiters sollen konfessionslose SchülerInnen strafweise zu einem Ethikunterricht verpflichtet, Noten schon für die Kleinsten eingeführt werden. Leistungsdruck, Vergleichbarkeit, Strafandrohungen für Eltern stehen oben auf der Agenda. Sämtliche geplante Maßnahmen zur Reform des Bildungssystems sind mehr  Struwwelpeter-Pädagogik als auf der Höhe der Zeit. Sie ignorieren sämtliche aktuelle Forschungsergebnisse in diesem Bereich. Eine Politik, die Erfahrungen und Erkentnissen von PädagogInnen und WissenschaftlerInnen vorsätzlich ignoriert, betreibt rückwärtsgewandte Gegenaufklärung.

Lesen Sie mehr: derstandard.at

Weg mit der Gratismentalität – das gilt aber nicht für unbezahlte Arbeit von Frauen (Kupf)

Das Land Oberösterreich setzt bald viele Maßnahmen, die Frauen empfindlich treffen werden. So wird die nachmittägliche Betreuung für Kleinkinder kostenpflichtig. Die Leistungen von Frauen, ihre unbezahlte Arbeit und ihr ehrenamtliches Engagement werden maximal in Reden, aber selten in Taten wertgeschätzt. Über die unbezahlte Arbeit, die Frauen tagtäglich verrichten, spricht niemand. Die oberösterreichischen Frauen verdienen 38 % weniger als die oberösterreichischen Männer. Statistisch gesehen arbeiten Frauen in Österreich wöchentlich 18,7 Stunden bezahlt, unbezahlt 27 Stunden im Haushalt und mit den Kindern, kommen dabei auf insgesamt 45,7 Arbeitsstunden. Männer hingegen arbeiten in der Woche 30,7 Stunden bezahlt, unbezahlt 11 Stunden – insgesamt 41,7 Stunden.

Lesen Sie mehr: kupf.at

Warum es auf jeder Großbaustelle ein Problem mit Abgabenhinterziehung gibt (Addendum)

Der systematische Sozialbetrug krimineller Unternehmer verursacht für ordentliche Betriebe, Steuer- und Beitragszahler jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Dennoch spart der Staat ausgerechnet bei seinen wichtigsten Kontrolleuren: der Finanzpolizei. Legal operierende Firmen wurden vom Markt faktisch verdrängt. Die meisten ArbeiterInnen arbeiten nicht angemeldet und für Sub-Sub-Unternehmen. Diese Firmen dienen nur als Werkzeuge, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Arbeiter anzumelden und diese für Versicherungsleistungen zu berechtigen, deren Prämien nie gezahlt werden. An die DrahtzieherInnen zu kommen ist sehr schwierig.

Lesen Sie mehr: addendum.org

Video: Strategien zum Umgang mit sexueller Belästigung (Bento)

Die Berliner Rapperin Sookee gibt Tipps zum Umgang mit sexueller Belästigung und teilt ihre Erfahrungen. Sie erzählt in dem Video, was Sie tun können, wenn Ihnen jemand zu nahe kommt.

Sehen Sie mehr: facebook.com

Ideologie und verbotene Macht: Ein Interview über die historische Logik von Frauenfeindlichkeit (Die Zeit) 

Dieses Interview mit der amerikanischen Moralphilosophin Kate Manne ist in seiner Prägnanz kaum zu übertreffen: Sehr klug stellt Manne dar, was in Diskussionen über Sexismus oft unbeachtet bleibt: Frauenfeindlichkeit hatte historisch schon immer eine soziale Funktion und zwar die, das herrschende System zu erhalten. Manne sieht Misogynie als ein Instrument, um „das Bild der Frau als Gebende, Liebevolle und Fürsorgliche“ zu bestärken. Männer sind die historischen Nutznießer weiblicher Wohltätigkeit – und wenn Frauen nach verbotener Macht greifen, konnte man sie so mit Mitteln moralischer Diskurse als machthungrig und gefühllos abstempeln. Psychologische Ansätze, um Frauenfeindlichkeit zu erklären, kommen Manne daher naiv vor. Das Patriarchat funktioniert für sie wie jede andere Hierarchie auch: „An der Spitze dieser Ordnung existiert ein untrüglicher Sinn dafür, wer wohin gehört und wer wem etwas schuldet, wenn es um Geschlecht, Ethnie, Klasse, Sexualität, oder Behinderung geht.“ Sexismus ist für Manne in diesem Sinne vor allem eine Ideologie, die Menschen aufgrund der ihnen zugeschriebenen Eigenschaften und Fähigkeiten diskriminiert – egal wie haltlos diese „Eigenschaften“ in wissenschaftlicher Hinsicht sind.

Lesen Sie mehr: zeit.de

Meine Schrottcontainerkindheit (Zeit)

Die Zeit-Redakteurin Vanessa Vu berichtet in dem berührenden Artikel über ihre Kindheit in einem AsylwerberInneheim in Deutschland in den 1990ern. Sie beschreibt ihre Erinnerungen an den Schrottplatz als Abenteuerspielplatz und an die permanente Angst vor Abschiebung nach Vietnam. „Ich gab auf dem Gymnasium deutschen Kindern Nachhilfe in Deutsch und vergaß allmählich meine eigene Muttersprache. Trotzdem saß ich manchmal im Unterricht und fragte mich, wie lange noch.“

Lesen Sie mehr: zeit.de

Grüße von Theresa May: Warum eine Frau  50 Jahren in England aus heiterem Himmel beinahe abgeschoben wurde (The Guardian)

Paulette Wilson lebt seit ihrem 10. Lebensjahr, im Jahr 1968 im Vereinigten Königreich. Sie besuchte dort die Schule, arbeitete und zog eine Tochter groß. Vor kurzem wurde sie in Schubhaft genommen, eine Abschiebung nach Jamaica konnte nur aufgrund einer Last-Minute-Intervention verhindert werden. Sie kam wieder frei, doch bangt jetzt um ihren Aufenthaltsstatus. Wilson kam vor dem „Immigration Act“, der bereits ansässigen Personen unbegrenzten Aufenthalt im Land garantierte, nach England. Warum es zu der beinahen Deportation kam, ist nicht ganz klar. Zahlreiche ähnliche Fälle von anderen Personen, die in den 1960ern legal ins Land gekommen sind und auch von Abschiebung bedroht waren, sind mittlerweile bekannt. Vermutlich gibt es Zusammenhänge mit der „rauen Umgebung“ („hostile enviroment“), mit der Theresa May den Aufenthalt unangenehm machen will.

Lesen Sie mehr: theguardian.com

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