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WKÖ und IV: Gegen Gewerkschaften, Feiertage und Krankenstände

WKÖ und IV: Gegen Gewerkschaften, Feiertage und Krankenstände

Foto: Unsplash/Mitchell Hollander

Marco Pühringer Marco Pühringer
in Nachrichten
Lesezeit:3 Minuten
3. August 2018
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Weniger Urlaub, schlechterer Mutterschutz usw – als die „Gold-Plating“-Liste der Wirtschaftsvertretung bekannt wurde, staunt man doch. IV und WKÖ haben aber noch mehr Ideen für sozialen Rückbau.

Trotz Beinbruch im Büro arbeiten

Die Wirtschaftskammer fordert eine „Lockerung“ bei Krankenständen. Sie will „tätigkeitsbezogene Krankschreibungen für Phasen kürzerer Krankenstände„. Was das heißt, erklärt Martin Gleitsmann aus der Wirtschaftskammer. Geht es nach ihm, sollen Beschäftigte, deren Bein gebrochen ist, trotzdem ins Büro und arbeiten. Damit stellt sich die WKÖ auch über Ärzte und Ärztinnen. Denn sie sind es, die beurteilen, ab wann und wie ein Patient wieder arbeitsfähig ist.

Gewerkschaften verbieten

Unseren Sozialstaat haben wir auch den Gewerkschaften zu verdanken. Sie haben viele soziale Errungenschaften erkämpft, führen Kollektivvertragsverhandlungen und protestieren, wenn Einschnitte im Sozialsystem wie beim 12-Stunden-Tag drohen. Kein Wunder also, dass die WKÖ ihren Einfluss zurückdrängen will. Der Welser Wirtschaftskammer Obmann Josef Resch hat 2015 sogar laut über deren Verbot nachgedacht.

„Im Süden der USA ist die Gewerkschaft inzwischen verboten worden. Ich wäre dafür, dass man das bei uns auch macht,“ sagt Resch im regionalen TV-Sender WT1

Kärntner WKÖ-Präsident: Krankenstand selbst bezahlen!

„Wir schlagen schon seit Jahren vor, dass die ersten beiden Tage des Krankenstands vom Dienstnehmer selbst getragen werden sollten“, bekräftigte etwa der Kärntner Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl.

Er ist der Meinung, dass es dadurch weniger Krankenstandtage geben würde: „Da würden sich viele Krankenstandtage ganz von selbst erledigen.“ Hinter solchen Forderungen steht die Behauptung, dass Beschäftigte zu oft im Krankenstand wären.

Dabei gehen die Beschäftigten tatsächlich sehr selten in Krankenstand.

49% der Beschäftigten in Österreich waren im ersten Halbjahr 2018 keinen einzigen (!) Tag krank.

Und mehr noch: 35 Prozent der Beschäftigten gehen sogar krank zur Arbeit. Gründe dafür sind Pflichtbewusstsein – aber auch Angst vor dem Chef: Etwa 60 Prozent davon machen das, weil sie ihre Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich lassen wollen.

WKÖ Krankenstand

Nach einem Unfall keine Entgeldfortzahlung für Beschäftigte

Der Kärntner Wirtschaftskammer Präsident Mandl hat weitere Ideen. Er sieht nicht ein, warum Beschäftigte, die einen Unfall hatten und darum längere Zeit nicht in den Betrieb können, weiter Geld erhalten sollten. 

„Warum soll der Betrieb 42 Tage lang das volle Entgelt weiterzahlen, weil sich ein Mitarbeiter in seiner Freizeit beim Klettern, Motorrad fahren oder Drachenfliegen verletzt hat?“, führt Mandl an.

Stattdessen soll sich jeder selbst privat gegen Unfälle versichern. Kein Wunder, denn die Allgemein Unfallversicherungsanstalt (AUVA) wollen IV und WKÖ schon länger ausdünnen. Sie haben sich mit ihrer Forderung auch schon bei der Regierung durchgesetzt: Die AUVA-Beiträge die Unternehmen leisten müssen werden von 1,3 auf 0,8 Prozent gesenkt. Das macht 500 Millionen Euro aus – fast 40 Prozent des Gesamten Budgets.

Feiertage auf Sonntag verschieben

Das meistdiskutierte Thema der Gold-Plating-Liste war die Streichung der fünften Urlaubswoche. Wirtschaftskammer und Industriellen Vereinigung dementierten diese Forderung in ersten Wortmeldungen. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Sie wollten schon länger die Freizeit der Beschäftigten reduzieren.

In Presseaussendungen kritisieren die Interessensvertreter von Wirtschaft und Industrie seit Jahren, dass es in Österreich zu viele freie Tage gebe. Regelmäßig bringen WKÖ und IV Vorschläge in Umlauf, wie in Österreich mehr bzw. länger gearbeitet werden kann: So hat die IV beispielsweise schon vorgeschlagen, Feiertage auf Sonntag oder Freitag zu „verlegen“.

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5 Comments
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Wollten?
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3. September 2018 17:54

… Sie wollten schon länger die Freizeit der Beschäftigten reduzieren …

Haben sie doch! Mittelst 12h-Tages.

1
-3
Antworten
Wer
Wer
3. September 2018 17:52

den Beitrag Kurt Bauers’ downgeratet hat, ist äußerst dumm, unverantwortlich dumm, ein Nichtsversteher, dümmer als der Gott der Dummheit es erlaubt. Soviel dazu!

3
-2
Antworten
Kurt Bauer
Kurt Bauer
3. August 2018 12:55

Lauter Volkswirtschaftvernichter!

5
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Jetzt sind alle gege
Jetzt sind alle gege
Reply to  Kurt Bauer
24. August 2018 18:26

n diese Leute und klicken dich trotzdem auf –6? Ich denke, dass die nichts von VWL verstehen: N. I. C. H. T. S.!

2
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Davon
Davon
Reply to  Jetzt sind alle gege
3. September 2018 17:50

kannste ausgehen.

2
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Michael Niavarani ist ein österreichischer Kabarettist, Schauspieler und Autor. Er ist bekannt für seine humorvollen Bühnenprogramme, Theaterstücke und Fernsehauftritte. Außerdem gründete er das Globe Wien, ein eigenes Theater, und prägt damit die heimische Kulturszene. Er gehört zu den lauten Stimmen aus der Kultur, wenn es darum geht, soziale Missstände zu kritisieren. Zitat: Die wichtigste Botschaft aus der Krise ist, dass der Markt nichts regelt. Also der würde das schon regeln, aber mit sehr vielen Toten. Der Markt ist nicht für die Menschen da. Er ist eigentlich für nix. Außer für große Investoren und Konzerne. Michael Niavarani
Michael Niavarani ist ein österreichischer Kabarettist, Schauspieler und Autor. Er ist bekannt für seine humorvollen Bühnenprogramme, Theaterstücke und Fernsehauftritte. Außerdem gründete er das Globe Wien, ein eigenes Theater, und prägt damit die heimische Kulturszene. Er gehört zu den lauten Stimmen aus der Kultur, wenn es darum geht, soziale Missstände zu kritisieren. Zitat: Die wichtigste Botschaft aus der Krise ist, dass der Markt nichts regelt. Also der würde das schon regeln, aber mit sehr vielen Toten. Der Markt ist nicht für die Menschen da. Er ist eigentlich für nix. Außer für große Investoren und Konzerne. Michael Niavarani

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