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An der sozialen Durchlässigkeit hängt die Existenz der Demokratie +++ Das österreichische Sozialversicherungssystem ist leistungsfähig und kostengünstig +++ und weitere lesenswerte Links

Alles zur Ibiza-Affäre

Lesenswerte Artikel der Woche, empfohlen von der Kontrast-Blog-Redaktion. Wir wünschen ein erholsames Wochenende und jede Menge Lesespaß!

Trotz Wirtschaftsboom wächst in Deutschland die Kluft zwischen Arm und Reich (Der Standard)

Deutschlands Wirtschaft boomt seit Jahren. Eine neue Studie besagt, dass nicht alle Menschen vom Wirtschaftswachstum profitieren. Der Zuwachs ist sehr ungleich verteilt. Dazu gewonnen haben vor allem die BestverdienerInnen. Das Einkommen des Rests der Bevölkerung ist nur leicht angestiegen. Die untersten EinkommensbezieherInnen müssen sogar Lohnverluste hinnehmen. 

Die WissenschafterInnen fanden heraus, dass die Wirkung des Wohlfahrtsstaates seit der Wiedervereinigung unverändert ist. Sozialtransfers reduzieren die Einkommensungleichheit. Allerdings wurden die Einkommensunterschiede deutlich größer. Gewachsen sind auch die Unterschiede zwischen den Privateinkommen. Die Kluft zwischen den Einkommen von SpitzenverdienerInnen und dem Rest ist deutlich größer geworden. Dasselbe gilt für die Vermögensverteilung: Der Vermögensanteil der oberen zehn Prozent ist seit 1993 von etwa 45 auf 52 Prozent gestiegen, während der Anteil der unteren 50 Prozent am Gesamtvermögen von 4,1 auf ein Prozent gesunken ist. Weiters wächst die Zahl der Menschen, die in Armut leben wieder. Die Haupterkenntnis der Analyse: Nicht alle Deutschen profitieren vom starken Wirtschaftswachstum und der niedrigen Arbeitslosigkeit gleich.

Lesen sie mehr: derstandard.at

Viele Burschenschafter und wenige Frauen: Wie der FPÖ-Klub im Herbst aussehen könnte (FIPU)

Die „Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit“ (FIPU) hat simuliert, wie der Nationalratsklub der FPÖ nach der Wahl aussehen könnte. Sie haben alte Ergebnisse vergleichen, hochgerechnet und einen Blick auf die heurigen Wahllisten gerichtet. Voraussichtlich werden 15 neue MandatarInnen in den Nationalrat einziehen. Für die FPÖ werden vermutlich mehr Frauen als bisher im Nationalratsklub sitzen: der Frauenanteil würde 18 auf ganze 20 Prozent steigen: „Damit bliebe die FPÖ zwar deutlich unter dem Niveau der nationalen Parlamenten etwa des Irak oder Afghanistans, würde aber zu Marokko, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufschließen.“ Auf jeden Fall weiter steigen würde der Anteil von Mitglieder völkischer Verbindungen. Laut der FIPU-Similation wären ab Herbst 48 % aller FPÖ-MandatarInnen Burschenschafter. 

Lesen sie mehr: forschungsgruppefipu.wordpress.com

An der sozialen Durchlässigkeit hängt die Existenz der Demokratie  (Süddeutsche)

Die Autorin und Publizistin Carolin Emcke klagt in ihrer Kolumne über die Nichtdurchlässigkeit und die Defizite des deutschen Schulsystems. Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern haben nicht dieselben Chancen wie Kinder aus bildungsnahen Familien. Daten, die dies belegen, wurden längst erhoben. Über ihre Auslegung gibt es kaum Kontoversen. In Deutschland haben 24 % der Menschen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern. In Finnland sind es 56 %, in Frankreich 45, in Polen 44. Österreich bewegt sich diesbezüglich übrigens auch im unteren Drittel.

Gründe dafür: Kinder aus bildungsfernen Schichten bekommen weniger Unterstützung, beim Lernen, die Eltern können sich keine Nachhilfestunden leisten und es fehlen ökonomische und zeitliche Ressourcen um Defizite ausgleichen zu können. Emcke plädiert darauf, diese nüchternen Daten in Begriffe und Bilder zu übersetzen, die diese trostlose und inakzeptable Wirklichkeit spürbar machen. Sie ist der Meinung, dass gerade Bildung kein „randständiges Thema“ und kein „Luxusproblem“ sei: „An der sozialen Durchlässigkeit einer demokratischen Gesellschaft hängt ihre ökonomische wie politische Existenz“

Lesen sie mehr: sueddeutsche.de

Das österreichische Sozialversicherungssystem ist leistungsfähig und kostengünstig (Lingens online)

Sozialminister Stöger hat die renommierte „London School of Economics“ (LSE) mit einem Gutachten beauftragt, das besagt, dass das österreichische Sozialversicherungssystem durchaus gut funktioniert, leistungsfähig und kostengünstig ist. Eine Reform wäre vor allem in Hinblick auf die Harmonisierung der Leistungen hilfreich. Die hohe Zahl der Trägerorganisationen hingegen ist keine Schwäche. Anstatt ihre Zahl drastisch zu reduzieren reicht es, die Zusammenarbeit zu verbessern. Auch wenn FPÖ, NEOS und ÖVP permanent das Gegenteil behaupten: Es läuft gut mit dem österreichischen Staatswesen. Einsparungspotential sieht das LSE vor allem bei zu hohen Kosten des Spitalswesen. Dieses Problem (an dem schon länger gearbeitet wird) kann am besten von einem zusammengelegten Sozial- und Gesundheitsministerium (oder von MinisterInnen, die gut zusammenarbeiten) behoben werden. So würden die allgemeinen Richtlinien der Gesundheitspolitik und die Aufsicht über die Krankenkassen und damit Krankenhäuser in einer Hand liegen

Lesen sie mehr: lingens.online

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