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Wien: Fast alle Kindergärten sind mehr als 9 Stunden offen, über 120 Ganztagesschulen mit Mittagessen gratis

Kinderbetreuung in Wien

Kinderbetreuung in Wien

Julius Schiedat Julius Schiedat
in Bildung, Frauen & Gleichberechtigung, Gesellschaft, Wien
Lesezeit:4 Minuten
1. April 2025
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In Wien gibt es kostenlose Kindergärten auch am Nachmittag, mehr als 120 Ganztagsschulen und günstige Ferienbetreuungen. Diese Angebote entlasten Familien in Zeiten der Teuerung und erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung. Die ganztägige Kinderbetreuung allein spart Wiener Familien bis zu 3.000 Euro pro Jahr.

@kontrast.at Bildung ist in Österreich immer noch eine Frage des Geldes. Die Chance, dass Kinder einen Uni-Abschluss machen, ist bei Kindern von Akademiker-Eltern achtmal höher als bei Kindern, deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben. Das kann man ändern, indem man Bildungsangebote unabhängig vom Geldbörsl der Eltern machen. Wien zeigt vor, wie das geht. Mehr dazu kannst du hier lesen: https://kontrast.at/wien-kinderbetreuung/ #bildung #schule #uni #wien #österreich #geld #erben #erfolg #lernenmittiktok shoutouts and @tomakhandy ♬ Originalton – Kontrast

Je mehr Kinder die Möglichkeit auf gute Bildung haben, desto besser werden sich Gesellschaft und Wirtschaft entwickeln. Bildung hängt in Österreich aber oft noch vom Einkommen der Eltern ab. Die Stadt Wien versucht hier entgegenzuwirken – mit gratis Kindergärten, gratis Ganztagsschulen und kostengünstiger Betreuung in der Ferienzeit.

In Wien gibt es aktuell rund 245.000 Schüler:innen, die von etwa 30.000 Lehrkräften unterrichtet werden. Dazu kommen über 30.000 Kindergartenkinder. In diesem Artikel erfährst du, welche Bildungs- und Betreuungsangebote die Stadt Wien diesen Kindern und ihren Eltern bietet.

Gratis Kindergärten in Wien: Früh lernen, ohne Kosten

Seit 2009 gibt es in Wien kostenlose Kindergärten – und das den ganzen Tag. Wien war mit diesem Angebot der Vorreiter in Österreich. Bisher sind das Burgenland und Kärnten mit einem ähnlichen Modell nachgezogen.

Fast alle Wiener Kindergärten haben mehr als neun Stunden täglich offen und schließen höchstens an sieben Tagen im Jahr. Das bedeutet: Eltern können arbeiten, ohne sich Sorgen um die Betreuung machen zu müssen. Und ihre Kinder lernen früh, mit anderen umzugehen, zu spielen und sich weiterzuentwickeln. Für Familien gibt es neben der zeitlichen Entlastung auch eine große finanzielle Ersparnis: Nimmt man für einen durchschnittlichen Kindergartenplatz in Österreich Kosten von rund 250 Euro pro Monat an, dann sparen sich Eltern in Wien bis zu 3.000 Euro pro Jahr.

Wien bietet seit 2009 kostenlose Kindergärten an – damit war die Bundeshauptstadt in Österreich Vorreiter.

Gratis Ganztagsschulen in Wien: Lernen und Betreuung in einem

An über 120 Standorten in Wien wurde die Gratis-Ganztagsschule bisher umgesetzt und jedes Jahr kommen circa zehn neue dazu. In diesen Schulen werden neben dem klassischen Unterricht auch Freizeitaktivitäten angeboten. Das hilft den Kindern, sich besser zu konzentrieren, weil sie zwischendurch Pausen und Bewegung haben. Ein großer Vorteil der Ganztagsschulen sind die kostenlosen Mittagessen. Seit 2023 profitieren über 23.500 Familien davon. Dadurch sparen sich Eltern das Kochen oder das Geld für das Essen in der Mensa: Wer zwei Kinder hat, spart rund 2.000 Euro im Jahr.

Die Stadt Wien bietet zudem kostenlose Lernhilfe für die Wiener Schüler:innen an. Wer in den Fächern Deutsch, Englisch oder Mathe Nachhilfe benötigt, kann sich entweder online anmelden, oder an einer der VHS-Standorte vorbeischauen und sich in Präsenz für den extra Unterricht eintragen.

Summer City Camps in Wien: Freizeitangebote für die Ferien

Viele Kinder freuen sich über die Ferien. Doch für Eltern sind mehrere Wochen schulfrei auch eine Herausforderung. Viele Eltern arbeiten und müssen sich um eine private Betreuung kümmern. Zudem können sich nicht alle teure Freizeitangebote leisten. Deshalb gibt es in Wien seit 2019 die Summer City Camps.
Hier können Kinder von 6 bis 12 Jahren den Sommer mit Sport, Spielen und verschiedenen Aktivitäten verbringen. 2024 gab es über 31.000 Plätze, dieses Jahr stehen an 35 Standorten schon rund 34.500 Plätze zur Verfügung. Die Kosten sind niedrig: 60 Euro pro Woche – inklusive Mittagessen und zweimal Jause. Geschwisterkinder zahlen weniger, ab dem vierten Kind ist es sogar kostenlos.

Die Summer City Camps werden kontinuierlich ausgebaut: Dieses Jahr stehen beispielsweise deutlich mehr Betreuungsplätze für Kinder, die mit einer Behinderung leben, zur Verfügung. So ist eine inklusive Betreuung besser gewährleistet.

Mit den Summer City Camps schafft die Stadt Wien im Sommer ein umfassendes Freizeitangebot für Kinder.

Ganztagsbetreuung entlastet Frauen

Die kostenlosen Bildungs- und Betreuungsangebote sind nicht nur für Kinder gut – sie helfen auch den Eltern. Frauen müssen traditionell deutlich mehr Care-Arbeit, also unbezahlte Arbeit, wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Hausarbeit, übernehmen. Deshalb haben Frauen oft das Problem, dass sie nur Teilzeit arbeiten können und dadurch weniger Geld verdienen und später auch weniger Pension haben.

Durch die ganztägigen und kostengünstigen Betreuungsangebote der Stadt Wien können mehr Frauen in Vollzeit arbeiten. Das sorgt dafür, dass sie finanziell unabhängiger sind und sich besser um ihre Zukunft kümmern können. Das zeigt sich auch in Zahlen: Wien hat die niedrigste Teilzeitquote und den geringsten Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen in ganz Österreich.

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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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