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Neue Schmid-Chats: SPÖ-Hochburgen Geld wegnehmen, um Kurz-Projekte zu finanzieren

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Lena Krainz Lena Krainz
in ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss
Lesezeit:2 Minuten
2. September 2022
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Neue Chats legen nahe: Thomas Schmid und andere Kurz-Vertraute planten schon vor der Nationalratswahl 2017 penibel das Budget der Regierung Kurz – hinter dem Rücken des damaligen Finanzministers Hans Jörg Schelling und auf Kosten von SPÖ-geführten Gemeinden und Ländern, wie es in den Chats diskutiert wird.

2017 haben Sebastian Kurz und seine Vertrauten penibel ihren Weg zuerst an die Spitze der ÖVP und schließlich ins Kanzleramt geplant – das ist heute durch das „Projekt Ballhausplatz“ bestens dokumentiert. Neu aufgetauchte Chats von Thomas Schmid zeigen jetzt, dass dieser Plan auch das Budget betraf.

SPÖ-Hochburgen Geld wegnehmen, um Kurz-Projekte zu finanzieren

In den Wochen vor der Nationalratswahl im Oktober 2017 haben sich Thomas Schmid – zu dieser Zeit Generalsekretär im Finanzministerium unter Schelling – und Bernhard Bonelli – damaliger Kabinettsmitarbeiter im Außenministerium unter Sebastian Kurz über das kommende Budget 2018 bis 2022 ausgetauscht. Beide gelten als engste Kurz-Vertraute. Sie erarbeiteten nicht nur das Bundesfinanzrahmengesetz (BFRG), also das Budget für die kommenden Jahre – sondern schreiben auch, woher das Geld für die geplanten Kurz-Projekte kommen soll. So plädiert Thomas Schmid dafür, nicht die ganze Regierungsperiode Sparpolitik zu machen – so wie es unter Wolfgang Schüssel (ÖVP) der Fall war – sondern zu Beginn „Politik“ zu machen und zwar bis zum Verschuldungsrahmen, den die EU-Vorgaben erlauben. Erst am Ende der Periode soll es ein Nulldefizit geben – also keine Ausgaben mehr getätigt werden, die nicht gegenfinanziert sind. Doch woher sollte das Geld für die geplanten Kurz-Projekte kommen, die öffentlichkeitswirksam präsentiert werden sollten?

Dazu meint Schmid: „Politik finanzieren wir mit Politik Änderungen in SPÖ Hochburgen wo viel zu holen ist und es niemandem weh tut“.

Es ging nicht um die Frage, ein Budget für die Bevölkerung zu machen, sondern bereits von Anfang an um parteipolitisches Kalkül. Denn anstatt politische Vorhaben etwa durch Vermögenssteuern oder Reichenabgaben zu finanzieren, wollte die Kurz-ÖVP offenbar lieber bei Menschen kürzen, die in SPÖ-geführten Gemeinden und Ländern leben. Man kennt das seit Jahren aus dem Land Niederösterreich, wo SPÖ-Gemeinden um 30 Prozent weniger Förderungen erhalten als ÖVP-Gemeinden.

Der damalige Finanzminister war in die Pläne nicht eingebunden

Der damalige Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wusste von alldem scheinbar nichts. Denn diesem wurde der Budgetpfad bewusst nicht gezeigt, wie Schmid schreibt:

„Den Pfad (Budgetpfad, Anm.) habe ich wie von euch gebeten niemandem gezeigt auch nicht Schelling. Das wissen hoffentlich Sebastian und Co auch.“

Bei den Planungen zum Bundesfinanzrahmengesetz (bfrg), bzw. dem Budgetpfad war der damalige Finanzminister Schelling offenbar nicht involviert.

Das zeigt ein weiteres Mal, wie das Kurz-Umfeld die ÖVP-Spitze unter Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Finanzminister Schelling hintergangen ist. Denn schon ein halbes Jahr zuvor sabotierten sie die Arbeit der rot-schwarzen Koalition. So versuchten sie etwa einen von Schelling mitverhandelten Kompromiss unter SPÖ-ÖVP zur Abschaffung der Kalten Progression zu verhindern – was ihnen auch gelang.

Mehr zum Thema, wie Thomas Schmid seiner Befragung im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss zu entgehen versucht:

U-Ausschuss wird Thomas Schmid behördlich vorführen lassen

Parlament Das Thema "Budget" im Parlament

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1 Kommentar
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accurate_pineapple
accurate_pineapple
4. September 2022 09:53

Kriminelle Politgestalten können tun was sie wollen. Keine e Konsequenzen. Bei schwerwiegenden Fehler mit Steuergeld Verschwendung wird man in NÖ befördert,nicht zur Verantwortung gezogen. Dem normalen Bürger vermittelt man:wir tun und lassen was wir wollen. Justizia sieht nur beim Pöbel hin…..

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Vermögenssteuer

Eine Vermögenssteuer im engeren Sinne bezeichnet im Normalfall eine jährliche Steuer, die auf das Nettovermögen (also minus Schulden) von Personen eingehoben wird. Sie wird ab einer bestimmten – meist sehr hohen – Freigrenze fällig. Das Vermögen kann sowohl finanzielle Vermögenswerte (wie Aktien und Anleihen) als auch nicht finanzielle Vermögenswerte (wie Wohneigentum) umfassen. Im weiteren Sinne versteht man unter Vermögenssteuern alle vermögensbezogenen Steuern. Sie sind demnach einmalige und wiederkehrende Steuern auf die Nutzung, das Eigentum oder die Übertragung von Vermögen. Dazu zählen etwa Steuern auf unbewegliches Vermögen oder Nettovermögen, Grundsteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuern sowie Finanz- und Kapitaltransaktionssteuern. Der Wert wird meist in Prozent aller Steuereinnahmen oder am BIP bemessen.  

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Untersuchungsausschuss

Der Nationalrat kann zur Kontrolle der Vollziehung Untersuchungsausschüsse einsetzen. Die Gerichte und alle anderen Behörden sind verpflichtet, dem Ersuchen dieser Ausschüsse ohne Beweiserhebungen Folge zu leisten und alle öffentlichen Ämter haben auf Verlangen ihre Akten vorzulegen. Da es bei den letzten Untersuchungsausschüssen massive Kritik an den mangelnden Verfahrensbestimmungen (Verweis auf die StPO) und den nicht ausreichenden Rechtsschutzbestimmungen für jene Personen, die vor einem Untersuchungsausschuss angehört werden, gegeben hat, wurden Ende 1997 Verfahrensbestimmungen für Untersuchungsausschüsse beschlossen, die nunmehr eine Dreiteilung des Verfahrens in Beweisbeschluss und Vorbereitung der Sitzungen, Sitzungen und Beweisaufnahme sowie Berichterstattung vorsehen. Weiters wurde klargestellt, dass im Sinne der Wahrheitsfindung das Amtsgeheimnis gegenüber dem Untersuchungsausschuss nicht gilt, wobei jedoch im Interesse der staatlichen Sicherheit sensible Fragen in vertraulichen Sitzungen

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ÖVP

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) ist eine der traditionellen Großparteien Österreichs. Sie vertritt vor allem bürgerlich-konservative Werte. Traditionell gilt sie als Interessenvertreterin der Wirtschaft, der Bauern sowie der römisch-katholischen Kirche.

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