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Kostenexplosion: So viel gibt die Regierung für Kabinette und Werbung aus

Kostenexplosion: So viel gibt die Regierung für Kabinette und Werbung aus

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Schwarz-Blau
Lesezeit:3 Minuten
8. März 2019
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Kürzungen bei der Mindestsicherung, bei Gewaltschutz von Frauen, bei Job-Programmen. Doch wenn es um die Ministerbüros und Regierungs-Werbung geht, sind ÖVP und FPÖ großzügig. Die Kurz-Regierung gibt fast 25 Prozent mehr für Kabinett-Personal aus als die Vorgänger-Regierung. 31 Millionen müssen die Steuerzahler für die Minister-Büros bezahlen – jedes Jahr. Die 44 Millionen für Inserate, PR und Co. aus 2018 sind da noch gar nicht mitgerechnet.

  • 3,6 Millionen pro Jahr für das Büro des Bundeskanzleramts – über 1 Million mehr als bei der Vorgänger-Regierung.
  • 4 Millionen pro Jahr für das Kabinett von Herbert Kickl – 1,8 Millionen mehr als bei der Vorgänger-Regierung.
  • 2,4 Millionen pro Jahr für das Kabinett von Beate Hartinger-Klein – 500.000 mehr als bei der Vorgänger-Regierung.

Geht es um Personal für die eigenen Kabinette, greift die Regierung gern tiefer in die Tasche. Über 270 Personen arbeiten unter ÖVP- und FPÖ-MinisterInnen in den Kabinetten – das sind um 110 Personen mehr als der SPÖ-ÖVP-Regierung. Oder in Prozent ausgedrückt: Eine Personal-Aufstockung um fast 70 Prozent.

Generalsekretäre kosten 240.000 Euro – pro Monat

Es sind vor allem die Generalsekretäre, die die Personal-Zahl in die Höhe schnellen ließen. Generalsekretäre und -Sekretärinnen stehen über den SektionsleiterInnen in den Kabinetten. Diese Stellen hat die Regierung nicht öffentlich ausgeschrieben.

Eine parlamentarische Anfrage der Neos hat ergeben, dass sich die Kosten für diese Generalsekretäre samt deren MitarbeiterInnen auf monatlich etwa 246.000 Euro belaufen. Generalsekretäre können, wenn sie wollen, ohne weiteres in den Beamtenstand versetzt werden und damit ziemlich unkündbar bis zur Pensionierung.

Regierungs-PR: 44 Millionen für Werbung in einem Jahr ausgegeben

Dass FPÖ-Minister mit über 50.000 Euro Steuergeld rechte bis rechtsextreme Zeitschriften mitfinanziert, ist bekannt. Das ganze Ausmaß von PR- und Inserate-Ausgaben der Regierung haben nun parlamentarische Anfragen zutage befördert. Die Ministerien der Regierung haben 2018 für Werbe- und PR-Ausgaben satte 44,8 Millionen Euro ausgegeben. Das ist doppelt so viel wie die Vorgänger-Regierung für Inserate und Co. ausgegeben hat.

Auf Platz 1 liegt Finanzminister Hartwig Löger von de ÖVP, der 2018 10,8 Millionen für PR locker gemacht hat. Am zweitmeisten hat Verteidigungsminister Mario Kunasek von der FPÖ mit 7,3 Millionen ausgegeben. Sebastian Kurz hat 5,6 Millionen in PR gesteckt.

Staatsausgaben Österreich: Millionen der Regierung für Werbung
44 Millionen für Werbung – das ergaben parlamentarische Anfragen für das Jahr 2018

In 3 Monaten 19 Millionen ausgegeben

Allein in den letzten 3 Monaten des Jahres 2018 hat die Regierung über 19 Millionen Euro für „Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Informationskampagnen“ ausgegeben.

Spitzenreiter bei den Quartals-Ausgaben ist Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ), der allein etwa 3,9 Millionen ausgegeben hat. Auch Innenminister Herbert Kickl ist mit 3,4 Millionen Euro Werbeausgaben vorne dabei. Hier die Quartals-Ausgaben im Überblick:

Noch gar nicht enthalten: „Think Tanks“ von Kurz und Strache

Nicht in der Aufstellung der Ausgaben enthalten sind die Kosten, die die „Think Tanks“ des Bundeskanzleramts mit sich bringen. Kurz vor der Weihnachtspause 2018, haben ÖVP und FPÖ ein Gesetz beschlossen, das dem Kanzler und Vizekanzler ermöglicht, Experten anzuheuern – ohne die Posten zuvor auszuschreiben.

Das neue Gesetz könnte Kanzler Kurz gleich für „Think Austria“ nutzen. Die Leitung hat Antonella Mei-Pochtler über. Sie hat Sebastian Kurz in seiner Zeit als Staatssekretär und im Wahlkampf 2017 beraten. Kurz später hat auch Heinz-Christian angekündigt, mit „Denkwerk zukunftsreich“ einen „Think Tank“ einzurichten. Knapp 6 Wochen später musste die FPÖ den Namen ändern. Denn bei „Denkwerk“ handelt es sich um eine geschützte Marke. Jetzt heißt der Think Tank „Denk zukunftsreich“.

Die Zahlen stammen aus Beantwortungen parlamentarischer Anfragen von Abgeordneten der SPÖ (2018) und der Neos (2017).

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10 Comments
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Hami
Hami
22. März 2019 06:59

Welcher Pudels Kern da früher pers. am Meisten Geld brauchte ist ja schon noch in Erinnerung?

2
-4
Antworten
Thomas
Thomas
18. März 2019 16:36

Die Stadt Wien mit Ihren 17,7 Millionen Werbeausgaben ist aber auch nicht ohne.

https://diepresse.com/home/kultur/medien/5389264/Oeffentliche-Werbeausgaben_Regierung-knapp-vor-Stadt-Wien

2
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Antworten
Josef 2
Josef 2
13. März 2019 09:50

Jedes Volk hat die Regierung, die es sich wählt.

10
-2
Antworten
Josefine
Josefine
13. März 2019 08:59

Miese Selbstbedienung! Vernichtung von Volksvermögen! Mit Werbung und Thinktanks/“Denkwerken“ ist keinem Menschen geholfen – außer denen, die sich damit bereichern. Warum hat das keine Konsequenzen?

13
-2
Antworten
Daniel
Daniel
12. März 2019 12:43

Es ist unglaublich was die Regierung macht

16
-3
Antworten
Gertrud Zwicker
Gertrud Zwicker
12. März 2019 12:23

Hört endlich auf mit solchen Meldungen.Sie interessieren uns nicht, solange für unseren Staat gearbeitet wird. Die Regierung wurde gewählt, sie arbeitet und arbeitet auch ab, was die Regierung zuvor nicht in der Lage war, das kostet natürlich auch.
Euer Neid-und Hassgefühl kommt bei unserer Bevölkerung nicht an!!

6
-26
Antworten
philipp
philipp
Reply to  Gertrud Zwicker
14. März 2019 11:58

Wenn wichtige Budgets gekürzt werden und die PR-Kosten explodieren würd ich da lieber mal die augen aufmachen ob da wirklich was „abgearbeitet“ wird.

13
-2
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franz1
franz1
Reply to  Gertrud Zwicker
22. März 2019 19:32

Ja Sie arbeiten schon , aber leider nur für ihre eigene Tasche.

15
-1
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Karlsson Irmtraut
Karlsson Irmtraut
11. März 2019 17:25

Es geht dich gar nicht ums Geld. Lasst euch doch nicht diese ewige SPAREFROHMENTALITÄT einreden. Die Regierung gibt aus, wo sie es für sich gut hält: für Eigenwerbung, für Neiddebatten, erzeugen von Feindbildern. Für dies muss es Strafen geben: Flüchtlinge, Alleinerzieherinnen, Arme,“Abtreiberinnen“, usw. Das ist ihre Politik und die betreiben sie effizient und eiskalt.
Entgegensetzen kann man da nur Vorschläge für richtige Massnahmen und kein Gejammere oder Empörungsgeschwurbel, das können die Menschen leider nicht mehr hören.

10
-3
Antworten
J.H.
J.H.
Reply to  Karlsson Irmtraut
12. März 2019 11:03

Entgegensetzen kann man da gar nichts!
Diese Massnahmen dienen ja zum Großteil nur um ihre Umfragewerte hochzuhalten und da wird sich diese „Regierung“ nicht dreinreden lassen.
Darum diese Verschwendungen aufzeigen und hoffentlich vergessen es die Leute nicht bis zur nächsten Wahl!

14
-2
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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman
Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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