Wie schaut eigentlich die Frauen-Politik der FPÖ aus? Wir haben für euch genauer hingeschaut und festgestellt: Sie ist geprägt von einem veralteten Rollenbild, das Frauen vor allem als Hausfrau und Mutter sieht. Die FPÖ will Frauen mit einer „Herdprämie“ fördern, wenn sie zuhause bei den Kindern bleiben. Gleichzeitig stimmen sie im Parlament und in Landtagen gegen den Ausbau von Kinderbetreuung. Sie wollen den Zugang zu Abtreibungen erschweren und haben Gewaltschutzeinrichtungen die Finanzen gekürzt. Auch im Berufsleben sind sie gegen Verbesserungen, etwa was die Arbeitszeit oder die Lohngleichheit betrifft. Ein Überblick.
Veraltete Rollenbilder: Frau als Mutter und Hausfrau
Startet man im FPÖ-Parteiprogramm auf ihrer Webseite die Schlagwortsuche, fällt auf, dass Gleichberechtigung oder Frauenpolitik kein eigener Punkt ist. Immerhin taucht der Begriff Frau zumindest im Abschnitt „Familie und Generationen“ auf. Frauen sollen darin vor allem die Rolle der Hausfrau und Mutter übernehmen. So ist laut FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker für Frauen die „schönste Herausforderung des Lebens“: „Kinder auf die Welt bringen, Familie gründen und auf sie Acht geben, sie behüten und beschützen und vor allem zu Leistungsträgern zu erziehen.“
Das ist auch das Rollenbild von FPÖ-Chef Herbert Kickl. Er lobt etwa in einem Video 2023 vor allem die Frauen, die ins klassische Rollenbild der Hausfrau und Mutter passen – also den Haushalt managen, die Einkäufe erledigen, für die Familie kochen, die Kinderbetreuung und Kindererziehung übernehmen und ältere Angehörige pflegen.
„Ihr seid es, die euren Männern zu Hause den Rücken freihalten“, erklärt er.
Ähnlich tickt Norbert Hofer. Der ehemalige Bundespräsidentschaftskandidat und ehemaliger Nationalratspräsident hat 2013 gemeinsam mit dem Wiener FPÖ-Politiker Michael Howanietz das Buch „Für ein Freies Österreich“ herausgegeben. Darin wird etwa behauptet, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen zur „Auflösung der Familie“ führt. Für Hofer darf die Vaterrolle „als Versorger und Beschützer der Familie“ nicht in Frage gestellt werden und Frauen sollen sich der „Brutpflege“ widmen. Frauen sollen „das beglückende Wunder der Mutterschaft“ als wichtigste Aufgabe ihres Lebens sehen und weniger einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.
Zu viele Frauen in wirtschaftlichen oder politischen Führungspositionen würden sogar dem Ansehen der Organisation schaden, in der sie tätig sind.
Geht es dann um tatsächliche Benachteiligungen und Rechte von Frauen, sieht die FPÖ die größte Bedrohung zumeist beim Thema Immigration. Im Wahlprogramm 2024 der FPÖ kommt das Wort Frau(en) 16 Mal vor, 11 Mal davon geht es im weiteren Sinne um Zuwanderung oder den Islam. Die übrigen 5 Punkte verlangen unter anderem den Ausschluss von Trans-Athletinnen aus dem Frauensport, und dass Steuergelder nicht für die Rechte von LGBTQIA+-Personen verwendet werden sollen. Wirklich dringende Probleme, wie zum Beispiel das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen oder Gewaltschutz, werden klein gehalten.
Herdprämie: ein Schritt in die Altersarmut – statt Ausbau der Kinderbetreuung
Das veraltete Rollenbild zeigt sich auch in der Frauen-Politik, die die FPÖ in Regierungsverantwortung umsetzt. In Salzburg und Oberösterreich will die FPÖ, dass Mütter und – seltener – Väter gefördert werden, wenn sie ihre Kinder lange zu Hause betreuen und auf einen Kindergartenplatz verzichten. Damit sollen Eltern die „Wahlfreiheit“ haben, bei ihren Kindern zu Hause zu bleiben. Experten kritisieren daran, dass es sich um eine „Herdprämie“ handelt, die den Rollenbildern aus den 1950ern entspricht. Denn derartige Prämien sind nicht existenzsichernd und machen am Ende Frauen von ihren Partnern abhängig.
Zudem kann von Wahlfreiheit keine Rede sein, wenn keine flächendeckende kostenlose Kinderbetreuung vorhanden ist. Im EU-Vergleich ist Österreich „sehr hinten nach, was die Kleinkindbetreuung betrifft“, erklärte dazu die Leiterin für den Bereich Frauen und Familie der AK Wien, Ingrid Moritz. Viele Frauen wollen einen Kindergartenplatz, bekommen aber keinen. Aktuell sind nur 34,8 Prozent der unter Dreijährigen in Kinderbetreuung – das liegt weit vom EU-Ziel entfernt. Besonders in ländlichen Regionen und in Bundesländern, die von schwarz-blauen Koalitionen geführt werden, besteht Aufholbedarf.
So läuft es zum Beispiel in Berndorf in Salzburg. Hier wird seit 2013 eine „Herdprämie“ ausgezahlt, in der Gemeinde gibt es nämlich kaum Betreuungsangebote für unter Dreijährige.
„Wenn man jetzt noch Frauen bezahlt, die ihre Kinder zu Hause betreuen, schreibt man dieses Versagen fort“, sagt auch Ökonomin Katharina Mader. Hinzu kommt laut Mader, dass solche Maßnahmen den Müttern den Wiedereinstieg ins Berufsleben massiv erschweren. Das Weiterbildungsgeld für Frauen nach der Karenz haben ÖVP-FPÖ im November 2000 abgeschafft.
Besonders schlecht ist das Betreuungsangebot in Oberösterreich. Nur jedes vierte Kind, das jünger als drei Jahre ist, ist dort in Betreuung. Trotzdem stimmte die FPÖ mit der ÖVP im Juni 2023 gegen den Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr. Zwischen 2022 und 2023 stimmte auch die freiheitliche Bundespartei drei Mal im Nationalrat gegen den Rechtsanspruch auf ganztägige, kostenlose Kinderbetreuung.
Für den Klubobmann der Kärtner FPÖ, Erwin Angerer, sind Kindergärten sogar „kommunistische Umerziehungslager“, die Kinder „von klein auf als Marxisten erziehen“ würden. Diesen Unsinn gibt Angerer im Jahr 2023 von sich. Im Jänner 2025 äußerte sich FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl dann erneut darüber, dass in Kindergärten “kein Platz für linke Ideologien” sei:
“Kindergärten sollen frei von überkommenen und altbackenen neomarxistischen Experimenten sein.“
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Die FPÖ will Firmen nicht zu Lohntransparenz und gleichen Lohn für Frauen zwingen
In Österreich verdienen Frauen immer noch rund 18 Prozent weniger als Männer. Der Unterschied ist in kaum einem anderen EU-Land größer. Im Sommer 2026 wird die EU-Lohntransparenzrichtlinie daher auch in Österreich umgesetzt – aber nicht ohne Widerstand aus FPÖ-Kreisen. So ist der Gender Pay Gap für FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker zwar ein Problem, der SPÖ-Forderung nach einem Lohntransparenz-Gesetz erteilte sie allerdings schon vor einigen Jahren eine Absage. Die FPÖ will Arbeitgeber:innen also nicht dazu verpflichten, Frauen die gleichen Gehälter zu zahlen, wie ihren männlichen Kollegen.
Auf EU-Ebene bleiben die Freiheitlichen ihrer Linie treu. Als es im Mai 2023 darum ging, den Grundsatz zu stärken, dass Männer und Frauen für die gleiche Arbeit das Gleiche bezahlt bekommen sollen, enthielt sich die FPÖ bei der Abstimmung, zuvor stimmten sie 2022 gegen die verbindliche Lohntransparenz. Auch im März 2026 lehnten FPÖ-Abgeordnete im EU-Parlament den Vorschlag eines Aktionsplans gegen den Gender Pay Gap und das Pensionsgefälle ab.

Wenn es um Lösungsansätze für den Gender Pay Gap geht, spricht die FPÖ zuallererst von Steuersenkungen. “Mehr Netto vom Brutto” und Sozialhilfen seien wichtig, damit Frauen frei entscheiden können, ob sie zu Hause bleiben oder arbeiten gehen. Die Realität schaut oft anders aus: Als Koalitionspartner in den Ländern Salzburg und Oberösterreich kürzt die FPÖ bei Geldern für Kinderbetreuung und Pflege.
Für die FPÖ Burgenland scheinen Frauen sogar selbst Schuld am Gender Pay Gap zu sein. So titeln die Freiheitlichen auf ihrer eigenen Webseite:
“Der Gender Pay Gap ist das Resultat persönlicher Entscheidungen”
Tatsächlich sind Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zum größten Teil nicht von freien persönlichen Entscheidungen abhängig. Der Gender Pay Gap liegt immer noch bei etwa zwölf Prozent, wenn Faktoren wie das Arbeitsausmaß oder die Position im Unternehmen herausgerechnet werden.
Frauen besonders im Budget berücksichtigen – FPÖ ist dagegen
Gender Budgeting bildet eine Strategie des Gender Mainstreamings und ist Teil der gesamteuropäischen Frauen-Politik – die FPÖ ist dagegen. Beim Gender Mainstreaming sollen die Besonderheiten, Interessen und Wertvorstellungen beider Geschlechter in der politischen Praxis berücksichtigt werden. Beim Gender Budgeting geht es um die Frage: Wie kann das Budget so eingesetzt werden, dass Frauen gleichermaßen davon profitieren wie Männer?
Es sollen die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern bei der Budgetplanung berücksichtigt werden. Die Grundsätze des Gender Budgetings stehen in Österreich seit 2009 im Verfassungsrang. 2024 hat die SPÖ im zuständigen Ausschuss einen Entschließungsantrag für die weitreichende Umsetzung des Gender Budgetings eingebracht. Darin sind wichtige Weiterentwicklungen, zum Beispiel die Erarbeitung einer umfassenden Gleichstellungsstrategie oder die Beseitigung von Datenlücken festgehalten. Nur die FPÖ stimmte gegen Umsetzung und Weiterentwicklung des Gender-Budgetings.
40 % weniger Pension für Frauen, doch ÖVP & FPÖ sorgten für weitere Kürzung
Auch bei den Pensionen gibt es eine große Kluft zwischen Männern und Frauen. Frauen bekommen rund 40 Prozent weniger Pension als Männer. Der Unterschied ist in Österreich so groß wie sonst kaum wo. Die Gründe dafür: niedrigere Gehälter, viel unbezahlte Arbeit und Teilzeitarbeit, zu wenig Kinderbetreuungsplätze und zu niedrige Anrechnung von Karenzzeiten. Doch auch die Schwarz-Blaue Pensionskürzung 2003 traf vor allem Frauen – und hat bis heute Auswirkungen. Bis dahin galten die einkommensstärksten 15 Jahre als Berechnungsgrundlage für die Pensionshöhe. Seither wird das gesamte Berufsleben für die Pensionshöhe herangezogen – und da schlagen sich Jahre der Kinderbetreuung und die Teilzeit bei Frauen besonders nieder. Denn für die Pensionshöhe ist sowohl die Einkommenshöhe als auch die Zahl der Beitragsjahre relevant. Bei beiden Faktoren schneiden Frauen schlechter ab. Denn Frauen weisen rund 10 Jahre weniger auf, die als Beitragsjahre eingerechnet werden.

FPÖ gegen kürzere Arbeitszeiten: das wäre vor allem für Frauen gut
Von kürzeren Arbeitszeiten profitieren vor allem Frauen. Denn mit kürzeren Arbeitszeiten für alle kann bezahlte und unbezahlte Arbeit besser verteilt werden. Aktuell leisten Frauen viel mehr unbezahlte Arbeit zu Hause und sind öfter teilzeitbeschäftigt.
Durch die Reduktion der Erwerbsarbeitszeit lassen sich auch unbezahlte Tätigkeiten leichter erledigen, was nicht zuletzt positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Auch das Teilzeitproblem kann durch eine Arbeitszeitverkürzung gelöst werden. 32 Stunden Arbeit pro Woche – aus Teilzeit von heute wird die Vollzeit von morgen. Mit entsprechend höherem Gehalt. Das zeigen auch Unternehmen, die bereits die 4-Tage-Woche eingeführt haben. Wenn eine generelle Arbeitszeitverkürzung Schluss mit schlechter bezahlten Teilzeit-Verträgen macht, heißt das: höhere Einkommen und damit weniger finanzielle Abhängigkeit von einem Partner – und später höhere Pension.
Die FPÖ ist allerdings gegen eine Arbeitszeitverkürzung. 2018 beschließt sie als Koalitionspartner in der Bundesregierung vielmehr eine Gesetzesnovelle, die 12-Stunden-Arbeitstage zulässig macht.
Die FPÖ will Zugang zu Abtreibung erschweren
Während Frauenorganisationen und Parteien wie die SPÖ sich für einen leichteren und kostenlosen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch einsetzen, nennt das die FPÖ eine „ideologische Perversion“ und einen Angriff auf ein traditionelles Frauen- und Familienbild.
Immer wieder kommt es vor gynäkologischen Einrichtungen zu Versammlungen konservativer und religiöser Gruppierungen, die Frauen bedrängen und belästigen. Andere Länder, wie zum Beispiel Deutschland oder Kanada, haben dagegen bereits geeignete Schutzzonen eingeführt, um Belästigungen zu verhindern. Dass auch die österreichische Regierung solche Schutzzonen prüfen soll, lehnte die FPÖ im März 2026 im Parlament ab.
Als Regierungspartner hat die Salzburger FPÖ das Thema Abtreibungen zuletzt stark öffentlich thematisiert, obwohl Abtreibungen mit einem Kostenpunkt von mehreren hundert Euro eigentlich als Privatleistungen gelten. So wollte die FPÖ bis vor Kurzem anonymisierte Daten zu Schwangerschaftsabbrüchen sammeln. Das Ganze hätte von einer Kampagne für Adoption als Alternative zur Abtreibung begleitet werden sollen und wurde nur aus Budgetgründen Anfang des Jahres 2026 gestrichen.
Parteichef Herbert Kickl vertrat schon 2009 im Nationalrat die Ansicht, Abtreibungen wären zu verurteilen. So nannte er die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch etwa „persönliche Willkür“:
„Wenn es eine Gewissensentscheidung ist und wenn man das mit sich selber ausmacht, dann ist es schon gut! – Das ist eine Pervertierung des Begriffs des Gewissens, denn Gewissen ist nicht ein Freifahrtschein für die persönliche Willkür, sondern hat mit Wissen zu tun und hat Allgemeingeltungsanspruch.“
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Ähnlich tickt Norbert Hofer. In einem von ihm herausgegebenen Buch wird einer Frau, die keine Kinder möchte, „Genussmaximierung“ vorgeworfen. Und im Handbuch freiheitlicher Politik wird die Gebärmutter der Frau als „Ort mit der höchsten Sterbewahrscheinlichkeit in unserem Land“ bezeichnet. Neben Norbert Hofer haben auch Herbert Kickl und Harald Vilimsky darin ein Vorwort verfasst.
Angesprochen auf diesen Satz in einer Puls4-Diskussion am 8. Mai 2016 hat sich Hofer nicht davon distanziert. Stattdessen will er eine verpflichtende „Bedenkzeit“ für Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen wollen. Hier findest du mehr zum Frauenbild von Norbert Hofer.
Auch die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Rosa Ecker sieht das traditionelle Frauenbild durch Abtreibungen bedroht. Im März 2026 nannte sie die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch eine “fehlende Bereitschaft zum Muttersein” und sprach sich gegen die Einführung von Schutzzonen rund um gynäkologische Einrichtungen aus:
“Genau deshalb ist die ständige Umschreibung von Abtreibung als medizinische Leistung so bezeichnend. Sie soll verschleiern, worum es tatsächlich geht: Es geht darum, dass ein werdendes Leben nicht das Licht der Welt erblicken wird. Dann wird mit Begriffen wie ‚Gehsteigbelästigungen‘ gearbeitet.”
Andere FPÖ-Abgeordnete reden die psychische Belästigung, die Frauen in Österreich bei der Begegnung mit Abtreibungsgegnern vor Kliniken erfahren, weiter klein:
- Lisa Schuch-Gubik: “Das ist kein Angriff, das ist Mitgefühl, das ist Menschlichkeit.”
- Irene Eisenhut: “Für uns ist fraglich, worauf sich das Gefährdungspotenzial bezieht. Ist das Ansprechen schon als Gefährdung zu werten?”
- Ricarda Berger: „Familie beginnt nicht erst mit der Geburt eines Kindes, Familie beginnt bereits mit dem Kind im Mutterleib“
- Marlene Svazek nannte einen Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein „einen Freifahrtschein raus aus der Verantwortung und gegen die Entstehung neuen Lebens“
Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen nicht um harmlose Gebete vor Kliniken, sondern um laute Proteste und andere Formen psychischer Gewalt, wie eine Studie des Wiener Gynmed Ambulatoriums zeigt.
“Wie auch aus Bregenz berichtet patrouillierten Fundamentalisten vor Kliniken in ganz Österreich und nötigten Frauen Plastikembryos, Rosenkränze und Gebetsbüchlein auf: Ein unzumutbarer psychischer Druck in einer ohnehin belastenden Situation“, berichtet DDr. Christian Fiala von der Wiener Gynmed
Verhütung – Hohe Kosten und schlechter Zugang
Im Jahr 2024 hatten 20 Prozent der Frauen Schwierigkeiten, sich Menstruationsartikel leisten zu können. . Tatsächlich sind bei uns – im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern – weder Verhütungsmittel noch Schwangerschaftsabbrüche kostenlos.
Im “Contraception Policy Atlas Europe 2026” rutscht Österreich im Vergleich zu 2023 fast 10 Plätze ab. Vor allem was die Kosten von Verhütungsmitteln betrifft, besteht zu westeuropäischen Spitzenreitern großer Aufholbedarf. Die Regierung beschloss deshalb, dass ab 2026 keine Steuer mehr auf Verhütungsmittel und Periodenprodukte anfällt. Ginge es nach der FPÖ, wäre das anders: Im m Juni 2025 stimmte sie gegen eine Steuersenkung auf Verhütungsmittel und setzt sich weiter gegen einen kostenlosen Zugang ein.

2019 hat das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) eine Umfrage zur Frauen-Politik der Parlamentsparteien gestartet, die FPÖ nahm wie folgt Stellung:
- gegen kostenlose Verhütung für Jugendliche und Frauen mit geringem Einkommen
- gegen Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen
- gegen Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein
- für verpflichtende Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch (die nicht von dem Arzt, der die Abtreibung durchführt, gemacht werden darf)
Budgetkürzungen für Fraueneinrichtungen
Schwarz-Blau setzte 2018 Kürzungen der Familienberatungsstellen und anderer Fraueneinrichtungen durch. Finanziell besonders betroffen waren Initiativen im Bereich der Gewaltprävention. So wurde das Budget der Familienhilfe, die sich vor allem um von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder kümmert, um 1 Mio. € gekürzt.
Auch Anti-Gewalt-Seminare für angehende Polizistinnen und Polizisten waren von Kürzungen betroffen. Konkret sparte die ÖVP-FPÖ-Regierung 2018 die zweitägigen Seminare über „Gewalt in der Familie“ ein. Seit 1997 waren sie Teil der Polizei-Grundausbildung. Zusätzlich stampfte das Innenministerium die Wiener Interventionsstelle gegen familiäre Gewalt ein. In diesem Bündnis von Polizei, Justiz und Frauenhäusern wurden gemeinsam Hoch-Risikofälle besprochen, um passende Präventivmaßnahmen treffen zu können.
Die Kürzungen von Fraueneinrichtungen, besonders im Bereich der Gewaltprävention, waren ein gezielter Angriff auf Frauenorganisationen. Rechten Politikerinnen und Politikern sind diese ein Dorn im Auge. So meinte etwa Brigitte Kashofer von der FPÖ:
Diese Aussage steht im Zusammenhang mit den 2011 von der FPÖ abgelehnten Subventionen für das Frauenhaus Amstetten.
Gewaltfantasien in FPÖ-Aussagen: “Wir werden sie die Peitsche spüren lassen”
Dass es auch innerhalb der FPÖ selbst Gewaltfantasien gegen Frauen gibt, zeigt das Beispiel des Kärntner FPÖ-Obmanns Erwin Angerer. Im November 2023 sorgte er für einen öffentlichen Aufschrei. Bei seiner “Heimattour” kritisierte er Missstände im Gesundheitssystem und machte Landesrätin Beate Prettner (SPÖ) dafür verantwortlich. In seiner Rede sagte er wörtlich: “Dafür werden wir sie im Landtag herprügeln”– Bundesparteichef Herbert Kickl war bei der Veranstaltung dabei. Die damalige SPÖ-Frauenvorsitzende und heutige Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner verurteilte diese verbale Entgleisung und sagte dazu:
„Angesichts von 24 Femiziden in Österreich ist diese Misogynie von FPÖ Mandataren besonders verwerflich. Die FPÖ vergiftet damit das soziale Klima. Von Politiker:innen kann man besondere Sorgfalt und Achtsamkeit für Worte verlangen. Wir Politiker:innen tragen Verantwortung für das Miteinander in diesem Land.“
Auch verbale Attacken bilden den Nährboden für körperliche Gewalt und sorgen für ein schlechtes soziales Klima in der Gesellschaft, so Holzleitner weiter.
Angerer ist allerdings bei weitem nicht der einzige FPÖ-Abgeordnete, der derartige Aussagen tätigt. 2024 bezeichnete EU-Abgeordneter Harald Vilimsky die EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als „politisches Hexentrio“, das „diesen Kontinent in den Abgrund führt“. Er fügte weiter an: “Wir werden sie die Peitsche spüren lassen.”
Feminismus als Verschwörung
Die FPÖ hat auch wenig Berührungsängste mit Verschwörungsideologien. Im von der FPÖ herausgegebenen Blauen Handbuch sieht diese einen Zusammenhang zwischen russischer Oktober-Revolution, Kommunismus, der EU und den feministischen Bestrebungen nach Gleichstellung von Mann und Frau. Es ist von „Konspiration“ und einer „hidden agenda“ der Theoretiker:innen von Gender Mainstreaming die Rede. Diese hätten „schlussendlich die Zerstörung der Identitäten“ und zwar „gesamtgesellschaftlich“, „kulturell“ sowie „individuellgeschlechtlich“ zum Ziel. Dieses Verschwörungs-Wirrwarr bildet die ideologische Grundlage der FPÖ Frauen-Politik.
Hier kann man 7 Gründe nachlesen, warum Feminismus heute noch notwendig ist.



































FPÖ = Taliban mit Kreuz, Schweinefleisch, Alkohol
Am schlechtesten behandelt werden in diesem Drecksland die Männer. Tatsache. Wenn man krank auch noch dazu ist und normal veranlagt und nicht queer oder ähnliches dann hat man verloren.
Mit welchen Fakten belegst du deine Meinung? Oder ist es nur eine persönliche empfindung da du keine Frau findest die dir zu „diensten „ ist? Wer diskriminiert dich ?
Kleine Korrektur: Die Pille danach ist seit 2015 in Österreich rezeptfrei erhältlich.
Vielen Dank für Ihren Hinweis. lg das Kontrast-Team 🙂
Ehrlich gesagt, war ich immer der Meinung, dass der Kontrast unabhängig ist. Leider ist dem nicht so. Ich als Frau wäre gerne länger in Karenz gegangen bzw. wäre generell gerne bei meinem Sohn zu Hause. Aber die Lebenserhaltungskosten und den zu haltenden Wohlstand in der Familie zwingen mich dazu zu arbeiten. Ich finde das Rollenbild, eine Mutter darf wenn man es sich leisten kann, bei den Kindern zu Hause, als eine Befürwortung der Familie. Kinder brauchen zumindest einen Elternteil zu Hause. Was ist daran verwerflich? Hier wird nur wieder Hetze betrieben. Natürlich obliegt jeder einzelnen Frau selbst, die beruflichen Ziele verwirklichen zu wollen und den Spagat zwischen der Rolle als Mutter und Karrierefrau schaffen zu können. Aber wenn die hohen Lebenserhaltungskosten und diese explodieren eigentlich schon seit den 80ern, dann läuft es gewaltig schief. Es wurde mit den Medien, Werbung auch gezielt versucht, das Konsumverhalten des Weibes zu verändern und zu steuern. In die Richtung, dass wir alle uns beruflich verwirklichen sollen/wollen und dass es notwendig sei, vieles meiner Meinung nach unnötige zu erwerben oder haben zu wollen. Das Weib ist schon so der natürlichen Weiblichkeit entfremdet, dass ich mich wirklich frage wie lange das noch so gut geht!?
Es sollte beides möglich und gleichwertig sein, ohne religiöse und/oder politische Einflussnahme in die eine oder andere Richtung.
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Zur Neutralität, siehe Impressum. Kontrast.at ist leider nicht die gute alte Arbeiterzeitung, die man heute durchaus als Qualitätsmedium bezeichnen könnte.
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Es geht allerdings im Artikel auch nicht um die Rolle der Frau in der Gesellschaft, sondern die Rolle der Frau in einem rechten politischen Spektrum, und die Kritik daran.
Österreich ist ganz einfach zu zerstören, Hexenjagd gegen Frauen, Hexenjagd gegen LGBTIQ, Abtreibungsverbot und Fremdenhass.
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Wenn Verantwortliche auch noch vor haben sich selbst umzubringen, das funktioniert am besten mit einem Genderverbot.
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Österreich hat ja ein gewisses Grundbedürfnis sich selbst zu zerstören, Dienstag 28. Juli 1914, Freitag, 1. September 1939, hernach lag Österreich in Schutt und Asche.
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Müsste man Psychologen fragen, warum breite Teile der Bevölkerung derartigen Totengräbern und Leichenfledderern nachlaufen. Selbstverstümmelung scheint ja geil zu sein.
Nicht so! Diese Anschuldigungen werden unserem Land heute definitiv nicht gerecht! Schon allein wie viele Menschen aus dem Ausland unser Land bereits aufgenommen hat, auch aus solchem, das unsere Leute dort niemals so zahlreich aufnehmen würde, denkt nie jemand.
Eigentlich gehörte nach Ihrer Ansicht ja die ganze Welt zerstört!
Und was ist mit all den anderen (Nachbar-)Ländern, die heute noch viel schlimmere Politik betreiben?
Ich bin froh, in diesem Land geboren zu sein, und nicht 200 km weiter östlich oder 300 km weiter südlich!
Eine perfekte Welt wird es nie geben – und nirgends!